Maximilian Gehring schrieb (per email):
Liebe Kalkspatzkollegen,
hiermit erkläre ich meinen Austritt wegen des gestiegenen Beitrages.
Anmerkung: Dies ist der Anstoßpunkt, andere Gründe verkneife ich mir.
Günter Haltmayer emailte zurück:
Der erste Austritt mit definitivem Grund des gestiegenen Beitrags.
Und die anderen Gründe: bitte NICHT verkneifen! Dass es bei uns an vielen Ecken hapert wissen wir, aber an welchen Ecken das den Mitgliedern vor allem auffällt wissen wir nicht. Bitte noch ein offenes Wort!
Max Gehring antwortete:+*
Also hier noch ein paar andere Gründe, die natürlich in meiner Person bzw. meinem verändertem Verhältnis zur Keramik bzw. zur Töpferei zu sehen sind, aber vielleicht ja auch für Euch interessant, wie sich die Mitglieder so verändern. Geschichtlich gesehen war ich quasi fast von Anfang an "dabei", als Lehrling und Topfenthusiast. Wenn ich jetzt die Mitgliederliste durchschaue, ist keiner mehr von meinen ehemaligen Berufschulkollegen mehr dabei, und wir waren glaube ich, nicht wenige. Vielleicht ging es ja den meisten wie mir. (Jetzt kommts:)
Der Verein hat sich, zumindest objektiv, nicht verändert bzw. entwickelt. Noch ein Symposium, neues Info, alles gut und wichtig, Stellenmarkt, okay, aber was zumindest mir wichtig gewesen wäre (ich weiß, ich hab nie was gesagt, aber es ist ja nie zu spät), wären zum Beispiel Möglichkeiten bzw Ausblicke gewesen, sein Erlerntes in anderen Bereichen wie Töpfereien oder therapeutischen Einrichtungen unterzubringen, berufliche Perspektiven und Weiterbildungsmaßnahmen neben Meisterschule und Höhr-Grenzhausen, weg vom antiquierten Handwerksgedanken und künstlerischem Anbiedern (damit meine ich jetzt nicht den Kalkspatz). Wenn wir gerade beim Thema sind, dem Gustav Weiß sein Magazin hatte ich wieder mal zur Hand bzw. seine Homepage, und er verblüfft mich mit seinem Glasurenprogramm und seinen Kunststoffzusätzen für Glasuren. Aber jetzt schweife ich ab.
Ein anderes Problem beim Kalkspatz ist auch seine örtliche Zerstreuung, die es schwer macht, sich einzubringen bei Redaktionstreffen, bzw. Teilnahme an einem Seminar. Aber die sind mir die letzten Jahre auch zu sehr ins Selbstverwirklichen abgedriftet oder aber waren mehr auf Lehrlinge und Hobbytöpfer ausgerichtet. Und zuguterletzt (man halte mir zugute, daß ich über den Verein nur durchs Töpferblatt etwas mitbekam) klang halt vieles nach der mehr oder weniger großen Töpfer- oder Kalkspatzfamilie, wo man lieber nicht stören wollte.
Das klingt jetzt alles ein bisschen hart und übertrieben, aber ich war gerade so in Fahrt. Ich hoffe, Du kannst dennoch etwas damit anfangen, von mir aus auch Auszüge im Töpferblatt veröffentlichen. Damit Du jetzt nicht denkst, was ist denn das für ein Schwätzer, ich bin gerne Keramiker, auch wenn ich den Beruf als Solchen nicht mehr ausübe, nach fast sechs Jahren als Arbeitstherapeut in einem Eingliederungsheim für obdachlose Männer, aus Ton keine Töpfe, "nur" noch Kunst herstelle und meine Zukunft ungewiß wie eh und je ist.