Ölbeheizter Brennofen

Hier sollen Fragen und Probleme mit Brennöfen, egal ob Gas, Strom oder Holz, etc., gestellt und beantwortet werden.
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Koksbrenner
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Ölbeheizter Brennofen

Beitrag von Koksbrenner » Montag 7. Januar 2019, 09:40

Hallo,

bisher habe ich meine Töpferteile (hauptsächlich (Schmelztiegel mit Deckel) in einem kleinen Schachtofen gebrannt.
Das erste Mal mit Holzkohle weil sie gerade zur Hand war, funktioniert hat es, aber auf Dauer war mir Holzkohle zu teuer. Dann habe ich experimentiert mit Braunkohle, Steinkohle und Holzhackschnitzel, weil alle drei Brennstoffe preiswert sind.
Alle drei waren aber nicht wirklich überzeugend, so hab ich Koks den ich zum Schmieden habe ausprobiert:
funktioniert hervorragend bzw fast zu gut :green:
Packt man zu wenig Gegenstände und zu viel Koks in den Ofen wird es in ihm so warm das die Gegenstände anfangen zu schmelzen und sich stark verformen, zudem brennt die Ofenwand dann schneller durch.

Egal welcher Brennstoff, einmal angezündet kann ich den Ofen kaum mehr Steuern und habe immer einen Oxidationsbrand.
Für meine Schmelztiegel ist das egal, aber evtl will ich irgendwann man etwas machen was über die profanen Tiegel hinaus geht ;)
Ebenso braucht der Ofen viel Zeit und Vorausplanung, Mal kurz anschalten geht nicht, schon das Einschichten dauert 2-3h. Nach 2-3 Bränden ist der Ofen verschlissen und muss neu aufgebaut werden das dauert 3 Tage.

Noch im vergangenen Jahr ist mir ein alter Heizölbrenner (25kw) zugelaufen den ich nun als Wärmequelle nutzen möchte (im Prinzip ein ölbeheizter Schachtofen).
Heizöl ist reichlich vorhanden, ich kann ihn einfach An/Aus Schalten, es bleibt keine Asche übrig usw.
Da stellt sich mir aber die Frage ob ich mit dem Gelbbrenner überhaupt die nötige Temperatur zum Brennen erreiche?
Die Alternative wäre ein so ein 58KW-Gasbrenner, der bräuchte auch keinen Strom und ich konnte damit den Ofen in der Tongrube belassen,
aber Gas ist doch teuer....

Vielen Dank für eure Hilfe

viele Grüße

Andreas33
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Re: Ölbeheizter Brennofen

Beitrag von Andreas33 » Dienstag 8. Januar 2019, 12:56

Ich weiß nicht was Du unter einem Schachtofen verstehst? Wie ist der aufgebaut und aus welchem Material ist der? Welche Temperaturen (genau) erreichst Du damit?

"".... , der bräuchte auch keinen Strom und ich konnte damit den Ofen in der Tongrube belassen.""

was heißt das " den Ofen in der Tongrube belassen"?

Ich denke mal: Wenn Du in Zukunft etwas Aufwendigeres brennen willst, dann muss der Ofen steuerbar sein und das geht am einfachsten mit Gas, wenn du eine offene Flamme haben willst. Mit einem Ölbrenner zum Keramik brennen kenne ich mich nicht aus.

Koksbrenner
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Re: Ölbeheizter Brennofen

Beitrag von Koksbrenner » Dienstag 8. Januar 2019, 13:22

Der Ofen ist im Prinzip eine senkrecht stehen Röhre aus Lehm, ca 0,75m hoch mit etwa 20cm Innendurchmesser und 5cm Wandstärke am oberen Rand.
Unten hat es knapp über dem Boden 4 Löcher für die Zukunft und ein gröseres zum Anzünden.
Diese Röhre wird mit Brenngut und Brennstoff gefüllt.

Die Temperatur kann ich nur Schätzen, 1200°C habe ich aber schon Mal erreicht da damals die gusseisernen Abstandshalter (zwischen dem Brenngut) geschmolzen sind. Meistens liegt sie aber bei geschätzt 1000-1100°C.

Mein Rohmaterial hole ich aus einer alten, aufgelassenen Tongrube, da hier neben weißem Ton auch Lehm und roter Ton zu finden ist. Dort im Loch steht auch der Ofen

Die Tiegel nutze ich zum Schmelzen und Gießen von Aluminium, Zink, Bronze und Kupfer. Ebenso mache ich auch die Gussformen aus Ton (vor dem Guss muss man die dann brennen).

Andreas33
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Re: Ölbeheizter Brennofen

Beitrag von Andreas33 » Dienstag 8. Januar 2019, 14:36

Ok, jetzt wird es mir deutlicher worum es geht.

Wie ich das verstehe ist das alles auch sehr Zeitaufwendig wie du das machst. Immer wieder den Ofen neu aufbauen usw.
Wenn der Ofen aus Feuerleichtsteinen aufgebaut wäre, (vielleicht kannst du die auch gebraucht besorgen) dann würde das Brennen bei so einem kleinen Ofendurchmesser mit Gas auch nicht allzu teuer werden, denke ich. Eine 11 kg Gasflasche könnte 3 - 5 Brände halten, das kommt dann auch auf deine Aufheizgeschwindigkeit an.
... Aber wenn alles, was du verwendest sonst fast nichts kostet und du Zeit hast, dann spricht das auch für deine alte Methode. Mit Ölbrenner würde ich es dann einfach probieren, der kostet dann ja auch nichts zusätzlich.

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Günter
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Re: Ölbeheizter Brennofen

Beitrag von Günter » Freitag 11. Januar 2019, 13:06

Hallo @koksbrenner
ich finde so handgebaute Öfen immer sehr spannend und du hast da offensichtlich ein orginelles Design ... Könntest du dir vorstellen, für unser Töpferblatt ein paar Worte darüber zu schreiben - mit ein paar Fotos?!
Herzliche Grüße Günter

Koksbrenner
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Re: Ölbeheizter Brennofen

Beitrag von Koksbrenner » Freitag 11. Januar 2019, 23:02

Ja, der Ofenbau ist relativ zeitaufwändig,
der Brand geht gefühlt schnell,
nach ca 3h ist der Koks verbrannt, eine Holzkohlefüllung schon nach 2h weg.
Ein Nachteil ist sicherlich auch das ich den Ofen immer ganz füllen muss, nur ne halbe Ladung funktioniert nicht.

Mit Gas erhoffe ich mir das ich auch nur einzelne Stücke "Mal schnell" brennen kann,
habe aber die Sorge das mir mit Gas die Aufwärmphase fehlt (der Koks glüht am Anfang nur an einer kleine Stelle und die Feuerfront frisst sich dann so nach und nach durch die Ofenfüllung) schließlich ist der Gasbrenner sofort voll da.

Für den Ölbrenner müsste ich Strom in die Tongrube bringen, ein Ding der Unmöglichkeit.
Wenn ölgeheizt dann muss ich den Ofen am Hof bauen, da hab ich Strom,
hier in der Wohnblocksiedlung wird das nix und auf Arbeit möchte ich das meinem Chef jetzt gerade nicht zumuten, bin schon froh in seiner Tongrube schalten und walten zu dürfen.


Günter,
das "Desing" ist dann doch eher technisch-praktisch ausgerichtet "Hauptsache geht" :green:
Gegen einen Bericht sprechen aktuell 4 Gründe:
1. zur Zeit steht kein Ofen, auf Grund anhaltender Niederschläge ist ein beteten der Tongrube fast unmöglich (ein Matschkoch ohnes gleichen), einen neuen Bauen kann ich erst im späten Frühjahr
2. bei mir steht in 2 Wochen die Klausurenphase im Studium an, da ist so schon Land unter :roll: :green:
3. ich bin in Sachen Bericht/Text schreiben/formulieren absolut unbegabt. Eine Stichpunktaufzählung nackter Fakten bekomme ich hin aber ein guter Fliestext :oops:
4. ich kenne das Töpferblatt nicht.

Das einzige Bild das ich noch habe ist ein Bild von einem ungebrannten kleinen Tiegel und das bekomme ich irgendwie nicht hochgeladen.

Im Frühjahr wenn's draußen wieder angenehm ist mache ich mir nochmal Gedanken dazu und ein paar Bilder.

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Orion
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Re: Ölbeheizter Brennofen

Beitrag von Orion » Donnerstag 17. Januar 2019, 11:01

Hallo Koksbrenner, googel bitte mal nachdem Blog "Support your local potter" Der wird von einem Kollegen betrieben, der mit Altöl aus Frittenbuden feuert. Er beschreibt die Konstruktion seines Ofens locker. Evtl kannst Du von ihm Rat einholen. Der Kollege heißt Brandon Phillips.
LG Marion
Gruß Orion




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