Giessmasse selber machen für Anfänger

Diese Rubrik ist für alle die noch ganz neu zum Thema Ton gekommen sind und Hilfe bei den absoluten Basisthemen benötigen.
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Marxart
Beiträge: 15
Registriert: Mittwoch 6. September 2017, 09:23

Giessmasse selber machen für Anfänger

Beitrag von Marxart »

Hallo ich wollte mich mal erkundigen ob jemand Erfahrungen hat aus Tonresten eine funktionierende Giessmasse herzustellen.
Was muss man genau beachten. Was braucht man alles dazu und wie sind die genauen Arbeitsschritte?
Oder könnt ihr mir ein Buch oder eine Internetseite dazu empfehlen.
Ich selbst habe 2 Eimer voll trockenen Steingutton den ich kleingekrümelt habe und gerne wiederverwenden möchte.
Über Antworten oder Anregungen wäre ich sehr dankbar

carboncookie
Beiträge: 70
Registriert: Donnerstag 15. März 2018, 22:31

Re: Giessmasse selber machen für Anfänger

Beitrag von carboncookie »

Es ist zwar schon möglich aus der Tonmasse einen Gießton zu machen, aber es rentiert sich meiner Meinung nach nicht wirklich. Man muss ziemlich herumexperimentieren bis die richtige Konsistenz erreicht ist. Dann brauchst do noch einen passenden Verflüssiger, idealerweise eine Schwimmwage etc...

Besser wäre es den Ton einfach wieder neu aufzubereiten. Dann kannst du damit arbeiten wie bereits gewohnt.
Dazu zerkleinerst du den vollständig getrockneten Ton in kleinste Brocken und bedeckst ihn mit Wasser. Über Nacht stehen lassen (einsumpfen) und am nächsten Tag das überschüssige Wasser abnehmen.
Den Brei mit den Händen verkneten und auf eine Gipsplatte geben. Dort bleibt er einige Zeit, wird ab und zu gewendet und immer wieder geknetet, bis er "trocken" genug ist um damit arbeiten zu können.

Wenn do trotzdem versuchen möchtest aus deinem Ton eine Gießmasse zu machen, gibt es hier einen ganz guten Artikel darüber:
https://ceramicartsnetwork.org/daily/ce ... clay-body/ (Artikel ist in Englisch)

Migla
Beiträge: 413
Registriert: Montag 26. Dezember 2011, 21:27
Wohnort: Wuppertal

Re: Giessmasse selber machen für Anfänger

Beitrag von Migla »

Hallo, zur Gipsfrage. Die besten Erfahrungen habe ich mit Supraduro gemacht. Wird im Keramikbedarfshandel angeboten, z.b. Bei Jäger. Oder Modellgips, aber nicht die üblichen Bau-oder Bastelmarktpäckchen- da ist i.d.R. Stuckgips
drin,der ist viel zu weich und Formen daraus halten nicht lange. Modellgips/Alabastergips in 40kg Gebinden aus dem Baustofffachhandel. Sehr gut in der Handhabung, sehr gute Abbildeeigenschaften und sehr stabile langlebige Formen bei richtiger Anwendung. Nicht geeignet ist Hartformgips, extrem teuer, schwer zu bekommen, bindet blitzartig ab, wird dabei extrem heiß und der Trieb ist so groß und heftig, dass die Modelle Schäden nehmen bzw. zerstört werden können, und evtl. Spritzer sind sehr schmerzhaft.
Modellgips 40:60 Wasser-Gips, erst das Wasser-dann der Gips, zügig einstreuen, kurz Sumpfen lassen,dabei Unterlage vibrieren,
Zügig aber nicht zu heftig rühren und dann gießen auf eine Stelle. Zum Isolieren und Trennen der Modelle NUR Gipsformenschmiere verwenden, keine Seife oder Fett.
Zur Gießmasse
Die durchgetrockneten Brocken so fein wie möglich zerkleinern, wiegen, etwa 45% Wasser lauwarm mit 0,35% Elektrolyt ( bezogen auf Trockenmasse) mischen und dann die Trockenmasse IN das Wasser unter ständigem Rühren einstreuen. Nach ein paar Stunden
wieder gründlich rühren und vorsichtig auf die gewünschte Fließfähigkeit einstellen, zwischen ca. 45-55 Be.
Ich habe die Reste immer bei der Herstellung frischer Gießmasse mit eingearbeitet, so ergab es immer eine konstante Qualität.

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