Tonbüste brennen

Diese Rubrik ist für alle die noch ganz neu zum Thema Ton gekommen sind und Hilfe bei den absoluten Basisthemen benötigen.
GeHe
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Tonbüste brennen

Beitrag von GeHe » Sonntag 24. Februar 2019, 17:58

Hallo, wir sind Neulinge auf dem Gebiet. Ich habe jetzt eine Büste angefertigt mit längerer Trocknungszeit. Beim Brennen ist das ganze Gesicht abgeplat
IMG-20190224-WA0009.jpg
PSX_20190224_174813.jpg
zt und es sind auch Risse im Körper. Die Büste stand direkt auf dem Boden ohne Stützen. Wo liegt der Fehler.?Ich denke , ich habe sehr sorgfältig gearbeitet bei der Verbindung des Tons. Bei den Locken habe ich schon damit gerechnet, dass etwas kaputt geht , aber da ist alles heil.
Ich brauche einen Rat .Danke im voraus.

GeHe
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hille
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von hille » Sonntag 24. Februar 2019, 19:08

Das sieht nach Restfeuchte aus, war also doch noch nicht ganz trocken. Die Masse war ja auch sehr dick. Ich kann es auf dem Bild nicht genau erkennen, aber der Ton sieht nicht besonders schamottiert aus, das ist ungünstig, was den Trocknungsprozess angeht. Die Risse können auch daher kommen.

Andreas33
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von Andreas33 » Sonntag 24. Februar 2019, 19:20

Ich denke, dass es verschiedenes sein kann oder auch mehrere Ursachen gleichzeitig haben.
Schade darum, es sieht richtig schön aus.
Risse deuten auf zu wenig oder zu feine Schamottierung hin, das Abplatzen auf Restfeuchtigkeit.

Ich habe mal einen Affen gemacht, den für mein Empfinden gut lange getrocknet und dann gebrannt, der ist ähnlich gesprungen, das sah auch so aus, als ob eine äußere Schicht abgeplatzt wäre, ähnlich wie das Gesicht.
Bei mir war es eindeutig Restfeuchtigkeit.

GeHe
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von GeHe » Montag 25. Februar 2019, 08:14

Danke, es stimmt....wenig Schamottierung. Das ist also schwieriger beim Brennen? Jedenfalls für Büsten?
Ja, ich bin auch sehr traurig über das Ergebnis.

hille
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von hille » Montag 25. Februar 2019, 09:46

Je dicker die Wandung um so grober der Ton. Mit feinem Ton kann es sogar passieren, dass er auch nach ewig langer Standzeit nicht richtig durchgetrocknet ist. Grober Ton ist poröser und so kann das Wasser aus dem Kern immer noch raus, auch wenn die Außenhaut schon trocken ist. Der grobe Ton macht außerdem weniger Probleme, was Risse angeht, weil seine Schwindung geringer ist.

Toepfer
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von Toepfer » Montag 25. Februar 2019, 11:31

Eine wirklich schöne Arbeit!
Unbedingt stärker/mehr schamottierten Ton nehmen. Musst einen Kompromiss finden, zwischen Feinheit der Konturen und der Vorteile beim brennen und trocknen.
Die Fotoaufnahme vom Gesicht ist nicht auflösend genug, um Lufteinschlüsse zu erkennen. Sie es dir genau an. Das erkennt man schon. Linke Wange ca 2cm über der ersten Bruchlinie kommt eine zweite Linie. Auch oben im Haar sieht man 2 Spalten, wo man nun innen mal nachsehen sollte.
Schamottierter Ton gibt zudem in der Herstellung schon mehr Standfestigkeit.
Das Bild zeigt auch genau die Arbeitsschritte auf. Der Kopf wurde gefertigt, später Haar und Gesicht aufgebracht. Unter Umständen war der Korpus schon zu weit getrocknet und es kommen Schwindungsspannungen hinzu? Ist bei großen Stücken immer die Schwierigkeit.
Ein weiteres Problem, was mit schamottierten Ton minimiert wird.
Wenn ich etwas modelliert habe und befürchte, es ist zu dick, dann steche ich mit einer dicken Nadel von innen viele Löcher in den Ton. Zumindest an besonders gefährdeten Stellen (Nase). Dabei aufpassen, dass man keines davon aus versehen wieder verstopft. Natürlich nicht bis aussen durch stechen, bzw. dann aussen wieder verschliessen.
Zudem habe ich ein Brennprogramm gemacht, womit ich extra grosse Stücke vor dem schrühen vorheize. In 200 Minuten auf 102 Grad und 60 Minuten Haltezeit. Aber das liegt wohl daran, dass ich keinen Platz für solch grosse Stücke habe. Sie sollen schnell fertig werden.

GeHe
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von GeHe » Montag 25. Februar 2019, 19:53

Vielen Dank,also werde ich schweren Herzens groberen Ton nehmen müssen. Ich habe immer den Eindruck, ich kann mit weniger Schamottierung feiner arbeiten.
Ich werde mich mit der neuen Skulptur wieder melden.
Danke nochmals.

Yaki
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von Yaki » Dienstag 26. Februar 2019, 08:21

Hallo GeHe,
hast du schon viele Skulpturen gemacht und dazu noch große?

Ursula28
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von Ursula28 » Dienstag 26. Februar 2019, 14:06

Hallo GeHe,
du kannst mit grober Masse zunächt das Gerüst bauen, und dann mit einer feineren Masse eine weitere Schicht für die feinen Arbeiten auftragen.
Soweit ich das anhand der Bilder beurteilen kann handelt es sich bei Deinem Problem darum, dass die Masse nicht richtig geschlagen wurde, das ist an der Textur zu sehen, und / oder Lufteinschlüsse. Ich gebe seit über 30 Jahren Keramikkurse und werde immer gfragt, warum das Tonschlgen so wichtig ist. Wenn die Masse vom Hersteller aus dem Pakt nicht geschlgen wird ist die Textur der Tonaufbereitungsmaschine noch vorhanden, und diese ist ungünstig fürs Arbeiten. Also bitte die Masse immer fachgerecht schlagen. Außerdem , wenn die Masse im Paket einige Zeit liegt bildet sich Schwitzwasser, somit ist die Masse außen feuchter als im Kern, was zu unterschiedlichem Schwindungsverhalten führt.
Hier ist eine gute Anleitung fürs Tonschlgen https://www.youtube.com/watch?v=vEIa0PI4NLI
Gruß Ursula

GeHe
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von GeHe » Mittwoch 27. Februar 2019, 08:52

Die Büste sieht auf dem Foto gross aus, sie ist nur 25 cm hoch.

GeHe
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von GeHe » Mittwoch 27. Februar 2019, 08:55

Danke, das stimmt genau. Der Ton hatte sich in der Verpackung gespalten. Das fand ich sehr merkwürdig und hab auch deshalb geschlagen, aber scheinbar nicht genug. Ich werde mir das Video ansehen. Danke. Wo kann man die Kurse sehen?

Ursula28
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von Ursula28 » Mittwoch 27. Februar 2019, 10:31

hallo GeHe,
ich habe meine Töpferei in Lich bei Giessen und gebe dort Wochenend Kurse.
Gruß Ursula

GeHe
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von GeHe » Mittwoch 27. Februar 2019, 12:22

Hallo und danke für die Antwort. Leider ein bisschen weit. Ich wohne an der Ostsee. LG Gerda

Andreas33
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von Andreas33 » Mittwoch 27. Februar 2019, 13:24

Ursula28

....
du kannst mit grober Masse zunächt das Gerüst bauen, und dann mit einer feineren Masse eine weitere Schicht für die feinen Arbeiten auftragen.
Ich denke mal, dass Du ERfahrung damit hast und es schon öfter probiert hast, oder?

Das ist mir neu und würde mich interessieren, wie Du das machst, damit sich ein feinerer Ton mit dem gröberen "Gerüst", dem groben Ton auch gut verbindet. Meistens haben die unterschiedliche Schwindung???

Kannst Du bitte erklären, wie Du das machst.

Ursula28
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Re: Tonbüste brennen

Beitrag von Ursula28 » Mittwoch 27. Februar 2019, 15:08

Hallo Andreas,
es ist natürlich wichtig die Masse, die du aufträgst zu magern mit z.B Zement feiner ( Staubfeiner ) Schamotte.
Und , ich rede hier nicht von einem Auftrag von z.B. 5 mm , sondern nach Bedarft eine dünne Schicht.
Man kann auch von der Arbeitsmasse einen Schlicker durch ein feines Sieb geben, um die Schamotte zu entfernen, diesen Schlicker dann abmagern, und als Engobe auftragen.
Gruß Ursula

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