Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Diese Rubrik ist für alle die noch ganz neu zum Thema Ton gekommen sind und Hilfe bei den absoluten Basisthemen benötigen.
BrittaBohne
Beiträge: 23
Registriert: Donnerstag 29. Juni 2017, 13:34

Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von BrittaBohne »

Hallöchen,
ich habe da mal eine Frage an Euch! Ich habe im Internet eine wunderschöne, interessant erstellte Kugel aus Keramik gesehen. Diese Kugel ist unregelmäßig aufgebrochen und besteht aus vielen dünnen Schichten, die aber alle die gleiche Stärke haben. Im Innern dieser vielschichtigen Kugel befindet sich eine kleine geschlossene Kugel. Ich suche nach einer Anleitung, bzw. nach einer beschriebenen Technik, da ich mich auch einmal daran versuchen möchte. Hat jemand einen Tip für mich, bzw. könnt Ihr Euch vorstellen, was ich meine? Liebe Grüße, Britta

Maria Ortiz Gil
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Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Britta,

ohne Foto oder Zeichnung ist es schwer sich vor zu stellen was du genau meinst, aber falls ich deine Beschreibung dieser Kugel-in-der-Kugel richtig interpretiere, so handelt es sich um einen sehr einfachen optischen Effekt:
Auf deine Kugel legst du mit etwas Abstand zur kleinen Öffnung einen möglichst dünnen streifen Ton herum und verbindest ihn wie üblich (aufrauhen, Schlicker usw.) Dann verstreichst du möglichst sorgfältig N U R den unteren Rand dieses Streifens nach unten. Schon sieht es aus, als ob ein neuer Rand da wäre und darunter eine kleinere Kugel liegt. Wenn man diesen Effekt mehrfach wiederholt, sieht es aus als ob mehrere Kugeln ineinander stecken.

Ist es das?

Vielleicht hilft auch diese Beschreibung: Wenn du eine Figur modellierst, die einen (modellierten) Pullover tragen soll, dann ist es nicht nötig den Pullover zu machen und ihn der Figur an zu zu ziehen. Es genügt, wenn du zum Beispiel am Handgelenk einen Streifen Ton anbringst, den du dann auf der Seite die zum Ellenbogen hingeht auch in Richtung Ellenbogen verstreichst. Schon sieht es aus, als ob die Hand aus einem Ärmel herausschaut. Mit dem gleichen Prinzip kannst du alles mögliche aussehen lassen, als ob es ineinander steckt.

Schönen Gruß
Maria

BrittaBohne
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Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von BrittaBohne »

Hallo Maria, nein ich glaube nicht, dass da was angeschlickert ist. Ich habe jetzt einen Screenshot von dem Objekt gemacht (ich weiß jetzt aber nicht, ob ich es hier hochladen kann bzw. darf, wenn es nicht von
mir ist? Ganz lieben Dank für Deine Hilfe! Lg, Britta

BrittaBohne
Beiträge: 23
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Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von BrittaBohne »

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Andreas33
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Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von Andreas33 »

Hallo Britta,

interessante Skulptur

Ich würde niemals so viele Schichten aufbringen oder anschlickern. Ich glaube nicht, dass das dann noch gut aussieht. Aber probieren könnte man es, es gibt bestimmt mehr als 1 Möglichkeit so etwas zu machen und meine muss nicht die beste sein.

Meine Idee wäre mit Modellierholz jede Kante oder Schicht so rauszuarbeiten, dass es wie diese vielen dünnen Schichten aussieht.

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 322
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Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Das sind in der Tat viele dünne Schichten übereinander. Mich würde interessieren, wie das Objekt auf der Rückseite aussieht und wie groß es ist. Ich schätze, dass es eher klein ist, denn sonst wäre es problematisch wegen eventuellen Lufteinschlüssen usw so ein dickes Teil zu brennen. Ganz sicher geht der Effekt dieser Ränder nicht zu modellieren, man kann deutlich sehen, dass es die unregelmäßigen Ränder von dünn ausgewalzten Platten oder Bändern sind.

Aber nach dem ich das Foto gesehen habe ist mir noch ein ganz anderer Gedanke gekommen:
Ist es denn erstrebenswert, beziehungsweise angebracht, eine so originelle Arbeit zu kopieren, in der sich offensichtlich der sehr persönliche Ausdruck und das Können desjenigen der sie gemacht hat manifestiert?
In der ersten Beschreibung dachte ich, dass es sich um etwas einfacheres handelt.

Wäre es nicht ehrlicher, es bei der Bewunderung und Wertschätzung für das Objekt und den der es gemacht hat zu belassen und eigene Ausdrucksformen zu erkunden?

Schöne Grüße
Maria

BrittaBohne
Beiträge: 23
Registriert: Donnerstag 29. Juni 2017, 13:34

Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von BrittaBohne »

Liebe Maria, Du hast schon Recht! Ich möchte ja nichts kopieren, die Technik interessiert mich. Ab und zu hole ich mir auch Ideen, aus denen - abgewandelt - wieder neue Kreationen entstehen. Und was wäre denn dabei, auch einmal etwas versuchen, was andere kreiert haben? Ich fände es überhaupt nicht schlimm. Nur sollte man sowas dann nicht als etwas Eigenes in einer Ausstellung zeigen. Das beste Beispiel findet in meiner Werkstatt regelmäßig statt. Es formt beispielsweise einer einen Engel, der nun im Regal zum Trocknen steht. Kommt derjenige eine Woche später wieder, stehen neben seinem Engel ggf. 10 weitere, die diesem Engel ziemlich ähnlich sehen. Andere fanden ihn also inspirierend und haben „Ideenklau“ betrieben. Bisher hat sich daran hier noch niemand gestört - im Gegenteil; es sorgte für Heiterkeit, wie schnell sich einige Tonobjekte „vermehren“. Ganz liebe Grüße und auch Dank an Andreas für seine Tipps! Britta

tutti
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Registriert: Sonntag 1. Januar 2012, 12:59

Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von tutti »

Hallo Britta, ich glaube, es handelt sich um eine Kugel des Schweizer Keramikers Jürg Bächthold. Er gibt Kurse und zeigt dort exakt seine Technik. Tatsächlich werden keine Schichten auf- sondern eher abgetragen.
Liebe Grüße Renate

BrittaBohne
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Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von BrittaBohne »

Liebe Renate, ich hab mal geschaut: Ja, das ist er! Er hat ja genau dieses Bild auf seiner Webseite! Toll! Danke! Okay, bis in die Schweiz fahre ich jetzt nicht, aber vielleicht hat er ja ein Buch herausgegeben.
Vielen lieben Dank! Britta

BrittaBohne
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Registriert: Donnerstag 29. Juni 2017, 13:34

Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von BrittaBohne »

Hallo an alle,
also was ich jetzt gelesen habe ist unglaublich, ja und ich sehe jetzt ein, dass ich diese Technik nicht anwenden werde.... wen es interessiert, der kann ja selbst lesen, hier der Link: https://www.jcbaechtold.com/text-feuerball
Seid lieb gegrüßt, Britta

landleben
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Registriert: Sonntag 21. Oktober 2012, 11:34

Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von landleben »

Liebe Britta
Kannst Du nicht einfach kurz beschreiben,das da bei Dir passiert ist.
Es sind ja gerade mal zwei Tage vergangen von..........Muss ich unbedingt wissen............ zu............Das will ich gar nicht mehr.
Hatte Dich so verstanden,dass es eh nur als kreativer Input dienen sollte.

Beste Grüsse
Landleben :daumen:

BrittaBohne
Beiträge: 23
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Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von BrittaBohne »

Hallo Landleben,
da es so kompliziert ist, kann ich es kaum beschreiben, deshalb hab ich doch den Link eingefügt! Die Kugel ist ein Herzensprojekt, hat mindestens 1 Meter Durchmesser, usw. Ist das denn schlimm wenn ich auf einen Link verweise? Soll jetzt nicht böse klingen... Sei lieb gegrüßt... hab gerade kaum Zeit... Britta

Maria Ortiz Gil
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Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Danke an Tutti für den Hinweis auf Jürg Bächthold und danke an Britta für den link!

Das sind wirklich beeindruckende Arbeiten! Also nicht ganz klein, wie ich vermutet hatte, sondern ganz im Gegenteil ganz groß!!!
Alles was wir sehen, egal ob keramisch oder nicht, wirkt natürlich auf uns und wir verwerfen oder verfolgen es mehr oder weniger unbewusst und machen dann bestensfalls UNSER Ding draus. So wird es auch mit dieser Keramik sein.

Liebe Britta, ich finde es schon gar nicht schlimmt, sich dafür zu interessieren, wie etwas gemacht wurde und erfahrungsgemäß geht "nachmachen" besonderer Stücke sowieso nicht. Das wäre ja schön..., wenn man sich nur hin zu setzen bräuchte und die Erfahrungen, die andere über Jahre gemacht haben, einfach überspringen könnte. Die Ergebnisse von solchen "nachgemachten" Keramiken sind dann immer entsprechend peinlich, wenn man das "echte" Stück damit vergleicht.

Ich finde bei diesem Gespräch interessant, wie sich die Haltung zu einem Objekt ändern kann, so bald man die Persönlichkeit des jenigen der es gemacht hat mit einbezieht. Wenn Keramiken uns besonders gefallen, oder "berühren", dann ist immer eine Menge Hingabe des Keramikers dabei, zu der auch eine Menge Hartnäckigkeit gehört, damit die Idee umgesetzt werden konnte. Diese Eigenschaften sind es wert bewundert und respektiert zu werden. Natürlich kann dann jeder andere daraus machen was er will und entscheiden wie er selbst gesehen werden möchte.

Schönen Gruß an alle
Maria

BrittaBohne
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Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von BrittaBohne »

Liebe Maria, Du hast ja vollkommen Recht, außer mit „peinlich“. Nö, bei uns ist nix peinlich... eher manchmal lustig, wenn wir auf Kindergeburtstagen Eulen modellieren - Britta soll eine Eule modellieren und die Kinder machen Schritt für Schritt mit. Weil sie es so wollen.... oder ältere Damen wünschen sich, einen nackten Torso, eben auch mal einen Körper zu modellieren. Wie vorerst erwähnt bei den Eulen, so wird dann Schritt für Schritt der Torso mitgebaut. Der eine kann es gut, der andere weniger.... das zaubert manchmal ein Schmunzeln in die Gesichter. Niemandem ist etwas peinlich, und das ist auch gut so und toll! Es macht einfach Spaß. Nun bin noch ch aber von der wunderbaren Kugel abgekommen, dieses Thema können wir jetzt schließen. Ich finde das Forum hier super und werde es fortan wohl öfter mal nutzen. Sonnige Grüße an alle und viel Freude und Spaß bei unserer gemeinsamen Leidenschaft! Britta

tutti
Beiträge: 11
Registriert: Sonntag 1. Januar 2012, 12:59

Re: Kugel aus mehreren dünnen Schichten

Beitrag von tutti »

Hallo Britta, Jürgen Bächthold ist in diesem Jahr an drei Terminen im Kunstzentrum Bosener Mühle. Das ist im Saarland. Die Kugeln die die Kursteilnehmer bauen sind natürlich wesentlich kleiner. Du brauchst das Vorhaben also nicht so schnell aufgeben, wenn es Dir wirklich wichtig ist! LG Renate

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