Schwarze Glasur für 950° ?

Diese Rubrik ist für alle die noch ganz neu zum Thema Ton gekommen sind und Hilfe bei den absoluten Basisthemen benötigen.
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sandra_und_peter
Beiträge: 40
Registriert: Montag 18. Januar 2016, 08:31

Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von sandra_und_peter »

Liebe Kalkspatz - Gemeinde,

wir suchen nach einer Glasur für Schalen/ innen in Schwarz für 950°. Wie wird denn im Bereich Raku ein Schwarz erreicht?
Vielleicht kann jemand helfen. Bei den gängigen Lieferanten haben wir nichts gefunden.

Herzlichen Dank,
Sandra und Peter

Ursula28
Beiträge: 202
Registriert: Montag 10. März 2014, 17:03

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von Ursula28 »

Hallo Sandra und Peter, welche Anforderung soll denn die Glasur haben? Lebensmittelecht oder so?
Ansonsten könnt ihr eine niedrig brennende Raku Glasur mit schwarz Farbkörpern einfärben. Ich würde 3 - 5 Tests machen ( im Schrühbrand, den ich bei 940°C brenne ) mit 2,5 % - 5 % und 7,5 % Einfärbung. Beispiel also 50 g Glasur und 1,25 FK R 110 von Jäger.
Gruß Ursula

sandra_und_peter
Beiträge: 40
Registriert: Montag 18. Januar 2016, 08:31

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von sandra_und_peter »

Hallo Ursula,

ja, es sollte lebensmittelecht sein. Wären die schwarzen Farbkörper bei deiner Variante nicht lebensmittelecht?

Viele Grüße,
Sandra

sandra_und_peter
Beiträge: 40
Registriert: Montag 18. Januar 2016, 08:31

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von sandra_und_peter »

ok, die transparente Glasur von Jaeger ist nicht lebensmittelecht. Allerdings gibt es eine transparente von Welte, ab 900°. Damit ginge es. Welte kostet natürlich ... Geld.

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 322
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Sandra und Peter,

950 Grad ist gerade mal Schrühbrand-Temperatur, das bedeutet, dass der Ton dann noch viele Poren hat in die sich die Lebensmittel und Fette hineinsetzen. Davon fängt Essgeschirr irgendwann mal an zu stinken, noch mehr, wenn es in einem Schrank aufbewahrt werden soll.

Auch dürfte solche niedrig gebrannte Ware nicht lange die Spülmaschine aushalten.

Ob Farbkörper oder Metalloxide in so niedrig gebrannten Glasuren chemisch so fest gebunden sind, dass sie sich nicht herauslösen ist sehr zu bezweifeln, aber dazu sollen sich lieber die Glasurspezialisten im Forum äußern.

Nicht umsonst wird Essgeschirr normalerweise bei viel höherer Temperatur gebrannt.
Welchen Grund habt ihr, bei 950 einen Glasurbrand machen zu wollen? Vielleicht könnte man euch zu einer anderen Lösung verhelfen wenn ihr den erklärt.

Schöne Grüße
Maria

hille
Beiträge: 1087
Registriert: Donnerstag 24. August 2006, 10:29

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von hille »

Ich nehme 6% vom Farbkörper 110 von Jäger auf Raku Transparentglasur. Wird tiefschwarz. Die Schalen auf jeden Fall mit der Glasur ausgießen, nicht mit dem Pinsel auftragen. Und wenn ihr Raku brennt, würde ich eher 980° als 950° empfehlen. 950° ist wirklich am unteren Ende, da schmelzen die Glasuren noch nicht schön glatt aus.
Alternativ könntet ihr es mit schwarzer Engobe unter transparenter Glasur versuchen. Da kann sich auch nichts rauslösen. Es kann aber sein, dass ihr dann irgendwann Glasur Abplatzer bekommt, also sozusagen Naked Raku. Bei der niedrigen Temperatur wird es schwierig mit der Verbindung von Scherben, Engobe und Glasur.

sandra_und_peter
Beiträge: 40
Registriert: Montag 18. Januar 2016, 08:31

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von sandra_und_peter »

Hallo Maria, hallo alle,

herzlichen Dank für die Antworten.
Der Hintergrund der Frage ist der Umstand, daß wir aktuell wenig Möglichkeiten haben zu brennen. Wir wollten einfach Schrüh- und Glasurbrand auf einen Anlass zusammen legen. Wenn ich eure Ratschläge so lese, vielleicht kein so guter Gedanke.

Grüße,
Peter

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 322
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Sandra und Peter,

Schrüh- und Glasurbrand zusammen zu legen verhindert nicht, dass man eine höhere Endtemperatur brennt. Man muss einfach die Anfangsphase des Brandes so machen wie für den Schrühbrand, also ca. 100 Grad in der Stunde, und kann ab 600 Grad voll weiterheizen bis zur gewünschten Endtemperatur, das könnten auch theoretisch 1300 Grad sein, wenn Ton und Glasur entsprechend ausgewählt wurden und das mitmachen.

Das Einbrandverfahren spart eine Menge Energie, das kann nicht schaden.
Allerdings gibt es Probleme beim Glasieren der rohen Ware, da diese das Anmachwasser der Glasur aufnehmen können muss, ohne dass sie dabei Schaden nimmt. Wenn zu beispiel die Gefäßwand entsprechend dünn ist, kann es dabei passieren, dass sie sich vom Anmachwasser anlöst. Beim Hantieren und Abwischen der rohen, frisch glasieren Sachen gibt es auch eher mal Bruch, weil diese durch das Anmachwasser noch mal recht instabil werden können. Also vor dem Wischen lieber gut durchtrocknen lassen.

Und vor allem müssen Ton und Glasur so abgestimmt sein, dass die im Schrühbrand austretenden Gase keine Blasen oder sonstige Glasurfehler verursachen. Ich habe mal gehört, dass ein kalkreicher Ton gut dafür geeignet ist, weiß aber nicht ob das stimmt.
Vielleicht mögen ja hier Kollegen die im Einbrandverfahren arbeiten etwas dazu sagen.

Recht schönen Gruß
Maria

sandra_und_peter
Beiträge: 40
Registriert: Montag 18. Januar 2016, 08:31

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von sandra_und_peter »

Hallo Maria,

das ist ein toller Hinweis. Wir probieren das aus.

sandra_und_peter
Beiträge: 40
Registriert: Montag 18. Januar 2016, 08:31

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von sandra_und_peter »

Man nennt das "Einbrandverfahren" ... ob es da Literatur oä dazu gibt?

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 322
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Schwarze Glasur für 950° ?

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Sandra und Peter,

ob das der richtige Fachbegriff ist, weiß ich nicht. Ich habe es unter Kollegen halt immer so gehört.

Hier im Forum gibt es zum Besipiel diesen link dazu und vielleicht noch weitere.
viewtopic.php?t=5160

Ich habe erst vor kurzem einige "Einbrände" gemacht und hatte aber kein Problem damit,
dass ich bei 950 die Temperatur nicht gehalten habe, wie im link empfohlen wird.

Letztendlich muss man alles vorher ausprobieren, bevor man an das eigentliche Werk geht.
Also nicht gleich die allerschönsten Sachen machen um sie im "Einbrandverfahren" zu brennen, sondern
erst mal lieber mit einfacheren Werken irgendwelche Glasurfehler riskieren.
Das gilt bei ALLEM was man an Keramik zum ersten mal macht.

Schönen Gruß
Maria

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