Welcher Glasurrohstoff "dampft" auf nackten Scherben ab?

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isam
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Re: Welcher Glasurrohstoff "dampft" auf nackten Scherben ab?

Beitrag von isam »

DANKE euch allen für eure Beiträge! Vor allem die Variante des schrittweisen Weglassens eines Rohstoffes von Ulrike finde ich versuchswürdig...:)
Ich merke immer wieder, dass ich das komplexe Feld der Glasuren trotz Ausbildung nicht wirklich durchdringe... :? ....darum sind solche simplen Tipps,auf die man manchmal nicht von selbst kommt, sehr hilfreich! Gruß, Isam.

volkmar
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Re: Welcher Glasurrohstoff "dampft" auf nackten Scherben ab?

Beitrag von volkmar »

isam hat geschrieben:DANKE euch allen für eure Beiträge! Vor allem die Variante des schrittweisen Weglassens eines Rohstoffes von Ulrike finde ich versuchswürdig...:)
Ich merke immer wieder, dass ich das komplexe Feld der Glasuren trotz Ausbildung nicht wirklich durchdringe... :? ....darum sind solche simplen Tipps,auf die man manchmal nicht von selbst kommt, sehr hilfreich! Gruß, Isam.

Ulrike, wie meinst Du das ... mit dem immer EINEN Bestandteil weglassen......
Wenn Du einen Rohstoff weg lässt... zb. Quarz.... dann fehlt Dir ja das Wichtigste einer Glasur und ....... :shock:
oder wenn Du den Feldspat weg lässt...... :shock:
usw......
ist ja dann garnichts mehr wie es war...... Glasur kann man das ja dann auch nicht mehr nennen....
ich weiß nicht , isam, ob das eine Lösung ist .... sorry Ulrike

Grüße von volkmar
Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.

nicht mehr angemeldet

Re: Welcher Glasurrohstoff "dampft" auf nackten Scherben ab?

Beitrag von nicht mehr angemeldet »

Volkmar,
wahrscheinlich hab ich mich blöd ausgedrückt ... ich meinte damit eine ganz allgemein systematische Vorgehensweise, um etwas herauszufinden.
In diesem Fall ..
isam hat geschrieben: ... ich habe bei manchen Glasuren das Phänomen beobachtet, dass sie (im Elektroofen) auf den nackten Scherben, z.B. bei Wachsausspardekoren, "abdampfen" und feine, orangerötliche Konturen (ähnlich dem leichten Salzanflug im Holzofen) ergeben, die ich auch ausnutze, weil sie das Dekor plastischer erscheinen lassen. Nun möchte ich gern wissen, welcher Rohstoff dafür verantwortlich sein kann. Ich möchte das nämlich gern gezielter einsetzen und den nackten Scherben damit einreiben, damit ich diesen Effekt flächiger bekomme.
Mein Ton ist übrigens die 32er Pyritmasse von Jäger, also leicht eisenhaltig. Die Glasur, bei der ich das Phänomen am stärksten beobachtet habe, ist eine Ascheglasur, die aus gelbem Tonmehl, Asche, Kalifeldspat und Kupfercarbonat besteht.
... muss man überlegen, was sinnvoll ist und überhaupt in Frage kommen könnte, und damit scheidet der Quarz schon mal aus.

Es muss etwas Färbendes zumindest dabei sein und somit kommt nur das gelbe Tonmehl oder das Kupfercarbonat in Betracht, allein oder in Kombination mit etwas anderem. Dass es der pyrithaltige Ton ist, in Verbindung mit irgendwelchen gelösten Stoffen wie z.B. Alkali, scheidet aus, denn das hatte Isam bereits getestet:
das Wasser von der gewaschenen Asche allein brachte nichts.

Wenn man von der Hypothese ausgeht, dass es zwar gelöstes Alkali aus der Asche ist, aber in Verbindung mit noch etwas anderem, gibt es diese Möglichkeiten:
1. Alles weglassen aus der Glasur außer Asche und gelbem Tonmehl, und das Wasser aus der abgesetzen Schlämme auf den Scherben schütten, brennen und schauen, was passiert.
2. Dasselbe machen, aber diesmal mit dem Kupfercarbonat statt gelbem Ton.
3. Dasselbe machen, aber diesmal mit Kupfercarbonat UND gelbem Tonmehl.

Wenn einer der drei Tests das gewünschte Ergebnis bringt, weiß man, was es war und kann es wiederholen.
Wenn aber nicht, dann kann man die Asche ausschließen.

Und nun die Punkte 1. bis 3. wiederholen, diesmal aber mit Kalifeldspat, statt mit Asche.

Und man könnte außerdem noch die Punkte 1. bis 3. wiederholen, diemal aber Kalifeldspat und /oder Asche weglassen => im Grunde hat man dann eine wässrige Lösung aus färbenden Oxiden (Kupfercarbonat und gelbem Ton), die Gewichtsprozente dürfen dann nicht höher sein als in der Glasur üblicherweise, sonst verfälscht man das Ergebnis => d. h. man sollte sich die Wassermenge notieren, die man zusetzt und beibehalten. Und vielleicht die Chose aus praktischen Gründen etwas eindicken mit CMC.

... es geht ja nicht um eine funktionierende GLASUR, sondern darum, herauszufinden, welche Bestandteile in welcher Kombination einen bestimmten Effekt ergeben.

Isam, du könntest auch ganz einfach mal versuchen (wenn du´s nicht ganz genau wissen willst, sondern nur anwenden) :
So niedrig schrühen wie möglich.
Das abgeschöpfte Wasser aus deiner abgesetzten Glasurschlämme (Glasur wie du sie immer machst) etwas eintrocknen lassen, damit es konzentrierter wird, und dann dort über den Scherben geben, wo du es hinhaben willst. (theoretisch könnte dabei allerdings passieren, dass du deiner Glasur dadurch Flussmittel entziehst und sie nicht mehr so ausschmilzt wie vorher - würde ich vorher testen)
Gruß, Ulrike

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LeonS
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Re: Welcher Glasurrohstoff "dampft" auf nackten Scherben ab?

Beitrag von LeonS »

isam hat geschrieben: Phänomen ... orangerötliche Konturen
diese rörtlichen Färbung entstehen durch Wasserlösliche salzen (Na, Ca, K, Mg) aus Anmachwasser und Rohstoffen in Kombination mit dem eisen gehalt der Masse (helle Steinzeug Masse ~2% Fe)
Grüße
Leon

LeonS • Werkstatt für Wunderbares

isam
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Re: Welcher Glasurrohstoff "dampft" auf nackten Scherben ab?

Beitrag von isam »

Hallo Ulrike, ich hatte dich verstanden, danke aber, dass du dir die Mühe gemacht hast, es noch einmal genau zu erörtern...Ich werde testen und berichten. Gruß Isam.

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dieser
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Re: Welcher Glasurrohstoff "dampft" auf nackten Scherben ab?

Beitrag von dieser »

LeonS hat geschrieben:
isam hat geschrieben: Phänomen ... orangerötliche Konturen
diese rörtlichen Färbung entstehen durch Wasserlösliche salzen (Na, Ca, K, Mg) aus Anmachwasser und Rohstoffen in Kombination mit dem eisen gehalt der Masse (helle Steinzeug Masse ~2% Fe)
Danke!

Mit gutem Ton
Dieter ;)
Das Blöken eines Schafes sagt nichts über die Qualität seiner Wolle.

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mädchenkiefer
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Re: Welcher Glasurrohstoff "dampft" auf nackten Scherben ab?

Beitrag von mädchenkiefer »

Sehr interessiert habe ich diese Beiträge gelesen. Ich bin kein Berufskeramiker, aber diese Abfärbungen hatte ich auch schon auf meinen kleinen Stabtierchen. Ich habe Witgertton-Lederfarben benutzt.

Ich habe sie etwas mit Eisenoxid gewischt aber ich erinnere mich ganz genau daran das die Tierchen neben einem Vogel stand der mit Karibik von Keramik Kraft glasiert war. Ich nutze nur fertige Glasuren. Alles ist E-Ofen bei 1240 C° gebrannt mit 20 Minuten Haltezeit.

Solche Effekte würde ich mir öfters wünschen. :D Ich werde das wieder beim nächsten Brand probieren, mal schauen ob ich wieder solch natürliche Oberflächen hin bekomme.
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Gruß Heike

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