Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

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Geza
Beiträge: 6
Registriert: Freitag 4. März 2016, 13:55

Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Geza »

Hallo ihr Lieben !

Ich bin ganz neu hier das ist mein erster Beitrag.
Ich habe das Forum durchsucht und nichts zu dem Thema gefunden.

Ich arbeite erst seit fast einen Jahr mit Keramik und habe nun seit einigen Wochen meinen eigenen Brennofen :)
Die ersten Schrühbrände sind wunderbar verlaufen also habe ich mich mal an die ersten Glasurbrände gewagt.
Die ersten 2,3 sind eigentlich wunderbar verlaufen beim letzen ging im nachhinein einiges schief.

Das größte Problem bzw das einzige was ich mir gar nicht erklären kann ist folgendes:
Ich habe eine Teekanne und eine Teetasse (beides Achatware aus blauen und gelben schamottierten Steinzeugton) nach den Schrühen innen mit Transparentglasur aufgefüllt , ca 10 sekunden "einwirken" lassen und dann ausgeschüttet und aussen habe ich sie mit 2-3 Schichten Transparentglasur bepinselt. Das ganze über habe ich dann einen Tag trocknen lassen und am nächsten abend über die Nacht gebrannt.
Um 5:30 Morgens habe ich das Haus verlassen und bin arbeiten gegangen da war der Brand auch schon länger fertig also habe ich das Guckloch oder Lüftungsloch geöffnet und den Ofendeckel ( der bei meinem Modell unbefästigt aufliegt ) so plaziert das ein mini Spalt von ca 1mm am Rand zum Lüften war.
Um 14 Uhr war er dann aussen komplett abgekühlt also habe ich den Deckel abgenommen , der Ofen war innen komplett abgekühlt die Gebrannten Stücke noch recht heiss aber so das man Sie problemlos anfassen konnte. Also habe ich zur sicherheit noch 20 minuten gewartet und dann den Ofen ausgeräumt und die gebrannten Stücke bei Zimmertemperatur plaziert.
Da fang es auch schon an.
Dieses Knistern und "ping" Geräusche die sich genauso anhören wie Spannungsbrüche im Glas.
Ich kannte das schon von den Anderen Glasurbränden die ich gemacht habe aber da hat das nach ca maximal 30 Minuten nach den ausräumen vom Ofen aufgehört und ich habe nirgens auch nur Haarrisse in der Glasur gefunden.
Anders beim Letzen brand , da hat es so heftig "kling,ping,ding" gemacht das ich dacht es zerreist mir gleich meine Tasse und nach kürzester Zeit waren erste feine risse in der Glasur zu erkennen.Um 22:00 hat es noch munter vor sich hin geknistert und Spannungssprunggeräusche gemacht.
Heute ist der Dritte Tag nach dem Brand und Teilweise hör ich hier und da immer noch ein "PING" und nun schaut vorallem die Tasse aus wie mit einer craquele glasur glasiert. Also hunderte feine kleine Sprünge und Risse in der Glasur dabei ist es eine normale Transparentglasur für bis 1060 grad und ich habe bei 1040 gebrannt.
Warum ist das so und wie kann ich das in Zukunft verhindern?
Achja die anderen Stücke aus dem Ofen die nicht Transparent glasiert wurden sondern Bunt sind wunderbar geworden und haben auch wie gewohnt nach kürzerster zeit zum "knistern" aufgehört.

Sorry ist alles bisschen lang geworden aber wollte es eben ausführlich beschreiben ;)

LG
Danke im vorhinein ;)

Fotomanni
Beiträge: 191
Registriert: Dienstag 28. April 2015, 11:38

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Fotomanni »

Wenn es soweit abgekühlt ist, dass man die Sachen anfassen kann passiert nichts mehr durch weiter abkühlen.

Trotzdem kann es noch Spannungsrisse geben. Noch Tage oder sogar Wochen danach. Dann passt ganz einfach die Glasur nicht zum Ton. Mach ein paar Versuche mit anderen Glasuren auf dem Ton.
Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

tonfix
Beiträge: 32
Registriert: Montag 13. Juli 2015, 19:38

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von tonfix »

Hallo Geza!
Wieviel Grad hatte denn der Ofen als du ihn "gelüftet" hast?...nur so aus Interesse???
Wie Fotomanni schon geschrieben hat kann es sein das der WAK(Wärmeausdehnungkoeffizient) des Tons und der Glasur nicht zusammenpassen. Da solltest du wenn geht bei deinem Keramiklieferanten nachfragen. oder bei den Datenblättern nachschauen.
Kann es sein das du die transparente Glasur zu dick aufgetragen hast? dann kann es schon mal vorkommen das sie reißt...
(Ich laß die Glasur nie Innen stehen , sondern schwenk das Gefäß nur damit aus)
Vielleicht hilft es auch wenn du ein paar Grad höher brennst... Wie lang ist deine Haltezeit?
Zur Probe könntest du ja mal eines deiner gerissenen Teile bei höherer Temperatur in den Ofen stellen und mal schaun was passiert, dann brauchst kein neues Probestück opfern : )
Alles Gute!

Geza
Beiträge: 6
Registriert: Freitag 4. März 2016, 13:55

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Geza »

Hallo !
Danke für die schnellen Antworten !!!

Ach das kann gut sein der Ton den ich verwendet habe ( normalerweise brenne ich auch höher) ist immerhin ein Steinzeugton und die Glasur geht nur bis 1060 C da kann ich mir gut Vorstellen das sie nicht zusammenpassen!
Vom Wärmeausdehnungkoeffizient höre ich grad zum ersten mal aber wie gesagt das wirds dann wohl sein.

Mein Ofen ist ein älteres Modell mit analoger Steuereinheit (also nur Rädchen zum verstellen) aber ohne Anzeige also ich kann die Temperatur leider nicht sagen , ich muss mir erst ein externes Temperaturmessgerät zulegen, aber ziemlich sicher unter 300 C soweit ich das von meinen Gefühl sagen kann ( im vergleich zu Backofen oder Wärmepistole)

Und die Schicht innen an Glasur ist mir auch sehr dick vorgekommen kann auch gut sein das sie zu dick war nur aussen ist es auch überall gesprungen und da habe ich nur dünn mit dem Pinsel aufgetragen also ich denke es liegt am Wärmeausdehnungkoeffizient und das Ton und Glasur nicht zusammenpassen.
Vielen Dank nochmal für die Antworten !!

hille
Beiträge: 1092
Registriert: Donnerstag 24. August 2006, 10:29

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von hille »

Also innen ist die Glasur mit Sicherheit zu dick, da kannst du froh sein, wenn die Kanne auf Dauer heil bleibt. Ich gebe beim Innenglasieren immer erst ein bisschen Wasser ins Gefäß, das gieße ich wieder aus und dann gieße ich mit Glasur aus, solange der Scherben noch ein bisschen feucht ist. So lagert sich keine übermäßig dicke Glasurschicht ab.

Geza
Beiträge: 6
Registriert: Freitag 4. März 2016, 13:55

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Geza »

Ich gebe beim Innenglasieren immer erst ein bisschen Wasser ins Gefäß, das gieße ich wieder aus und dann gieße ich mit Glasur aus, solange der Scherben noch ein bisschen feucht ist. So lagert sich keine übermäßig dicke Glasurschicht ab.
ok , danke guter Tip !
LG

Migla
Beiträge: 419
Registriert: Montag 26. Dezember 2011, 21:27
Wohnort: Wuppertal

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Migla »

Innenglasur auf 40-Max.45 Be einstellen,sehr zügig eingießen und sofort unter drehen ausgießen und abtropfen lassen,alles zusammen 2-3 Sek. Bei 10 Sek. wird die Glasur extrem dick. Wenn innen und außen mit derselben Transparentglasur glasiert wird bietet sich auch das komplette kurze tauchen an,dann ist die Glasurschicht auf dem Scherben rundherum gleich. Scherben und Glasur müssen sich natürlich vertragen,sonst können Schäden auch noch nach längerer Zeit auftreten.
VG migla

Solhem
Beiträge: 8
Registriert: Montag 18. April 2016, 17:08

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Solhem »

[quote="Fotomanni"] Mach ein paar Versuche mit anderen Glasuren auf dem

Solhem
Beiträge: 8
Registriert: Montag 18. April 2016, 17:08

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Solhem »

Da geht was schief, glaube ich.
Nun gut, bin auch neu hier und lese und lese und lerne dabei natürlich auch. (Leihe, mit eigenem Nabertherm seit einem Jahr)
Glasurbrand ist mein Problem! Weiß nun, dass meine Glasur nicht mit dem Ton (Jäger 9) zusammen passt und will sie nun gerne passend machen und komme wohl nicht um eine Testreihe nicht herum. Die Glasur ist von Cerama und passt temperaturmässig gut aber sie craqueliert heftig, sogar nach Wochen "klingt" es in der Küche. Ich male gerne mit Engoben und glasiere dann. Engobe springt auch ab, aber das ist dann wohl ein anderes Thema.
Testreihe: womit sollte ich am besten testen? Mit Kaolin, Talkum, Aluminium oder alles zusammen? Wie hoch die Anteile?
Weiß nicht genau, ob ich überhaupt an der richtigen Stelle gelandet bin.... Auf jeden Fall bin ich für eine Antwort sehr dankbar
LG Solhem

Solhem
Beiträge: 8
Registriert: Montag 18. April 2016, 17:08

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Solhem »

Oh wie peinlich, dieser Laie :oops:

Fotomanni
Beiträge: 191
Registriert: Dienstag 28. April 2015, 11:38

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Fotomanni »

Solhem hat geschrieben:Glasurbrand ist mein Problem! Weiß nun, dass meine Glasur nicht mit dem Ton (Jäger 9) zusammen passt und will sie nun gerne passend machen und komme wohl nicht um eine Testreihe nicht herum.
Wie viele Zentner hast du denn von der Glasur, dass sich das lohnt?

Ich würde erst mal lieber passende Glasuren zum Ton fertig kaufen. Gerade bei Gebrauchsgeschirr. Die andere anpassen kannst du dann nach und nach. Weißt du denn wie die zusammengesetzt ist? Wenn nicht dann ist es umso schwieriger.
Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

Solhem
Beiträge: 8
Registriert: Montag 18. April 2016, 17:08

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Solhem »

Danke für die schnelle Antwort, Manfred,
Habe "nur " 10kg davon , wäre ein guter Gedanke, einfach neue Glasur zu kaufen aber sitze hier in Värmland und mein nächster Deutschlandbesuch ist nicht geplant. Deshalb habe ich mich mit verschiedenen Zutaten eingedeckt und dachte, das wäre alles ganz einfach mal ein bisschen von diesem und jenem dazuzumischen. Ich weiß, das muss sich verheerend in den Ohren richtiger Keramiker anhören. Kann ich trotzdem auf Hilfe hoffen?
LG Solhem

Solhem
Beiträge: 8
Registriert: Montag 18. April 2016, 17:08

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Solhem »

Die Zusammensetzung weiß ich nicht

Fotomanni
Beiträge: 191
Registriert: Dienstag 28. April 2015, 11:38

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Fotomanni »

Solhem hat geschrieben:Kann ich trotzdem auf Hilfe hoffen?
Jedenfalls nicht von mir. Da müssen jetzt die Profis ran. :) Aber davon sind ja genug hier.
Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

Solhem
Beiträge: 8
Registriert: Montag 18. April 2016, 17:08

Re: Spannungssprünge nach dem Glasurbrand

Beitrag von Solhem »

Solhem hat geschrieben:Oh wie peinlich, dieser Laie :oops:
Ich finde es nicht peinlich ein Laie zu sein aber vielleicht ist das hier nur ein Forum für Profis und dann bin ich natürlich falsch hier
Solhem

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