Glasur Bronze Effekt Bläschen

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Flora75
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Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Flora75 » Dienstag 10. September 2019, 10:32

Hallo zusammen,

Ich oute mich als Anfängerin. Habe schon öfter getöpfert, aber brenne erst vor kurzem selbst.
Das Thema Glasuren bringt mich zur Verzweiflung. Ist alles sehr speziell. Habe eine Pulverglasur von Kraft mit Stammlösung F500 angerührt und gepinselt. 3 Lagen, vertikal, horizontal...
Ich weiß, Pinseln ist nicht so gut, aber ans schütten traue ich mich noch nicht ran.

Habe einen Vico 3250 Brennofen. Die Schrühbrände klappen super, bis 600 Grad halbe Last, danach Voll Last bis 950 Grad. Da ich ein Waschbecken getöpfert habe ( Ton von G&S) habe ich bei 950 eine Haltezeit von 30 Minuten eingegeben, um Ausgasungen Zeit zu geben.

Soweit alles prima.

Den Glasurbrand habe ich ebenfalls mit halber Last bis 600 Grad, danach Volllast bis 1220 Grad und einer Haltezeit von 30 Minuten gemacht.

Nun habe ich auf der Oberfläche aufgeplatzt Bläschen.
Wie kann ich das vermeiden, bzw. Was muss ich tun, um einen schönen, gleichmäßigen Glasurauftrag zu bekommen?

Wenn ich künftig begießen würde, welche Konsistenz muss die Glasur haben?

Ich danke allen, die mir weiterhelfen können.
Brennt mein Ofen evtl. zu hoch?

Hat jemand Erfahrung mit Glasurbränden mit einem Vico Ofen?


Vielen lieben Dank im Voraus ☺

Ursula28
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Ursula28 » Dienstag 10. September 2019, 15:46

Hallo Flora,
welche Glasur hast Du denn verwendet? Handelt es sich um die Glasur "Steinz.gl. goldbronze effekt Xn 1220-1260°C" Du kannst mir Seger Kegeln die Brenntemperatur überpfüfen, um zu sehen, ob Dein Ofen auch die 1220^C erreicht. Solche Bläschen können bei Unterfeuerung entstehen.
Gruß Ursula

Flora75
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Flora75 » Dienstag 10. September 2019, 15:57

Hallo Ursula,

ja, genau das ist die Glasur.
Also kann es sein, dass mein Ofen die 1220 gar nicht erreicht hat.
Ich kaufe mir Segerkegel und überprüfe das mal.

Vielen Dank für den Hinweis,

VG

Laborfuerdesign
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Laborfuerdesign » Mittwoch 11. September 2019, 01:39

Ich kenne diese spezifische Glasur nicht, aber sie wird wohl sehr viel Mangan enthalten. Das wird im Brand zu MnO reduziert, was heisst, es spaltet sich ziemlich viel Sauerstoff ab, der dann durch die bereits geschmolzene Glasurschicht an die Oberfläche entweichen muss. Das Resultat sind oft diese Bläschen oder Nadelstiche. Prüfe auf alle Fälle mit Segerkegeln, ob dein Ofen die Glattbrandtemperatur auch erreicht hat. Stelle am besten Kegel 5, 6 und 7 einmal oben und einmal unten rein. Nach dem Brand sollte Kegel 5 ziemlich flach liegen, Kegel 6 idealerweise mit der Spitze auf der Ofenplatte aufliegen und Kegel 7 noch ziemlich aufrecht dastehen. Wenn Kegel 7 auch unten ist, dann währe das auch noch ok für diesen Brennbereich. Liegt er allerdings völlig platt da, dann war es im Ofen zu heiss und deine Blasen sind vielleicht Überfeuerungsblasen.

Du hast schon eine recht lange Haltezeit, deine Glasur hatte also eigentlich Zeit, wieder glatt auszufließen. Das und die Tatsache, dass du nichts von Ablaufen geschrieben hast, legen den Verdacht nahe, dass es eher zu kühl, als zu heiss war. Ansonsten fällt mir noch ein, hast du vielleicht sehr grob schamottierten Ton für dein Waschbecken genommen? Nach meiner Erfahrung werden die Probleme mit Nadelstichen sehr viel größer, wenn der Ton schamottiert ist. Aus den Poren entweicht einfach wesentlich mehr Luft im Brand, als bei unschamottiertem Ton. Da hilft nur noch mit langsamerem Aufheizen während der letzen 200 Grad rumspielen, oder mit einer weiteren Haltezeit so um die 1000°C experimentieren. Aber vorsichtig, das alles erhöht die Summe an Hitze, die deine Glasur abbekommt. Irgendwann wird sie anfangen zu laufen wie Hulle. So ist das zumindest bei der "Ölfleck" von BSZ, die sehr ähnlich aussieht.

Flora75
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Flora75 » Mittwoch 11. September 2019, 08:06

Hallo,

vielen Dank für die gut erklärende und ausführliche Antwort.

Was meinen Sie mit Ablaufen?
Glasur ist an der Ofenplatten festgeklebt, also muss sie runtergelaufen sein. Ist das dieses Ablaufen?
Gleichmäßig bedeckt sind alle Stellen, es gibt nirgends unglasierte oder sehr helle Stellen.

Bei der Haltezeit hab ich mich verschrieben, es waren 15 Minuten, nicht 30 Minuten.

Vielleicht hätte ich auch nur 2 Lagen pinseln sollen, da die Glasur eine sehr gute Deckkraft hat?
Also die Konsistenz war super, ließ sich prima pinseln.

An einigen Stellen ist die Glasur sehr dunkelbraun.
Foto hab ich beigefügt

Danke
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Flora75
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Flora75 » Mittwoch 11. September 2019, 09:04

Noch etwas möchte ich hinzufügen

Ich hatte die Aufbaumasse 474 von G&S verwendet, 40% Schalotte, 0-1,0

Mir scheint, da sind viele Faktoren zusammengekommen, die mein Ergebnis beeinflusst haben.

Mit welcher Masse kann ich nun nochmals ein Versuch, bzgl. Waschbecken starten ?
Ich baue von Hand auf, also nicht mit der Scheibe.

Welche Glasur empfehlt Ihr?
Und wie soll die Brennkurve aussehen?

Würde mich über einen kleinen Erfolg mal freuen ...


Danke allem, die sich die Zeit nehmen, mir als Anfängerin weiterzuhelfen.
Ist wirklich ein klasse Forum!

Maria Ortiz Gil
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Maria Ortiz Gil » Donnerstag 12. September 2019, 13:47

Liebe Flora75,

die Kollegen haben dir schon sehr gut erklärt was die Unterschiedlichen Gründe für die Blasen sein könnten und auf wie viele verschiedene Komponenten es dabei ankommt. So ist es in der Kramik immer, nichts kann auf anhieb klappen wenn man es nicht vorher probiert hat, daran muss man sich als Anfänger erst mal gewöhnen.
Deshalb möchte ich dir noch den Rat geben, nicht gleich das nächste Waschbecken zu riskieren, sondern erst mal einfachere Stücke zu machen, auf denen du verschiedenen Glasurauftrag ausprobierst.
Wie die Beschaffenheit beim Übergießen sein muss, kann man so nicht beantworten.
Allgemein kann man sagen, dass die Glasur beim Gießen nicht so lange den Scherben (sagt man so, auch wenn nichts kaputt ist) berührt und der Gießschwall auch noch Glasurkönchen wegspült, weshalb sie deshalb eher etwas dickflüssiger sein sollte. Aber um wie viel, das muss erst ausgetestet werden.
Um die Dichte einer Glasur zu messen gibt es ein Wekzeug: Aräometer. Findest du im Keramikbedarfshandel.
Das Übergießen Größerer Stücke ist übrigens nicht gerade einfach und muss auch erst geübt werden. oft bleiben Stellen unbedeckt und wenn man wieder darübergießt bildrn sich teilweise zu viele Schichten übereinander. Die Glasur liegt dann sehr dick auf und läuft im Brand auf die Ofenplatten, wie du schon erlebt hast.

Nur Mut, aber vielleicht musst du das Waschbeckenprojekt verschieben bis du mehr Erfahrungen gesammelt hast.

schönen Gruß
Maria

Flora75
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Flora75 » Donnerstag 12. September 2019, 14:55

Hallo an alle,

vielen lieben Dank für die hilfreichen Antworten.

Ich werde weiter testen.
Hab jetzt erst mal Probeplättchen hergestellt, um die Glasuren zu testen.

Erst dann geht es weiter.

Schließlich ist Keramiker ein Ausbildungsberuf und da ist es ja logisch, dass ich als Anfänger noch extrem lange brauchen werde, bis es einigermaßen klappt.

Ein großes Lob an das tolle Forum und alle mirt Erfahrung, die sich nicht scheuen Wissen zu teilen und weiterzugeben!

LG

Laborfuerdesign
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Laborfuerdesign » Sonntag 15. September 2019, 01:22

Ja, wenn deine Glasur an der Ofenplatte festgeklebt ist, dann ist sie abgelaufen. Das ist bei dieser Art Glasur typisch. Die reagieren sehr empfindlich auf zu dicken Auftrag und auf zu viel Hitze. Der allererste Schritt ist also unbedingt einen Brand mit Kegeln durchführen, sonst tappst du völlig im Dunkeln. Was deinen Ton angeht, den 474 kenne ich, den benutze ich auch. Das ist ein toller Ton, der sehr viel mitmacht, ABER... der wird nie und nimmer dicht, egal wie hoch du ihn brennst. Das heisst, es ist einfach zu viel Schamotte enthalten, als dass der Scherben beim Brand durchsintern könnte. Ein dicht gebranntes Stück Keramik nimmt kaum noch Wasser auf und wäre damit wasserdicht, auch wenn es von keiner Glasur bedeckt wäre. Das wird bei deinem Waschbecken nicht der Fall sein. Nun steht in einem Waschbecken ja für gewöhnlich nicht Tagelang das Wasser, und du hast ja die Glasur um den offenporigen Ton zu schützen, trotzdem. Für gewöhnlich ist Sanitärkeramik aus hygienischen Gründen wasserdicht.

Bedenke auch folgendes, der Ölfleck Effekt deiner Glasur entsteht durch eine Übersättigung der Glasurschmelze mit dem Metall Mangan. Das Metall kann sich nicht vollständig in der Glasmatrix lösen und der Überschuss wird auf der Oberfläche als metallische Ausscheidung deponiert. Diese Oberflächen sind hübsch aber nicht sehr beständig gegenüber Säuren, Laugen und mechanischer Beanspruchung. Du wirst dein Waschbecken später nicht mit Kalkreiniger und Scheuermilch traktieren können ohne die Glasur stark anzugreifen. Aber so ein Waschbecken für den Privatgebrauch muss ja nicht ewig halten.

Viel Glück und Spaß beim Experimentieren.

Flora75
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Flora75 » Sonntag 15. September 2019, 10:17

Hallo,

das sind echt professionelle Antworten, mit denen ich was anfangen kann.

Ich hab mir die Kegel bzw
Buller Ringe schicken lassen, sind gestern gekommen.

Beim letzten Brand einer Kugel, bin ich 40 C runter gegangen, und sie ist wunderschön ausgeschmolzen.
War allerdings eine weiße Glasur.

Ich habe etliche Glasur und Engibenproben bestellt, viele Plättchen angefertigt für Hoch und Niederbrand und werde damit testen.

Engoben finde ich ebenfalls spannend.
Habe bereits Testplättchen getaucht, sind prima haften geblieben und sehr gleichmäßig.
Bei einem Plättchen zeigt die Engoben Oberfläche jedoch Risse, evtl. Auftrag zu dick?


Kann ich mit Engoben auch Geschirr tauchen und anschließend mit Klarglasur über ziehen?

Vielleicht ist die Frage doof

Könnte ich dem Engoben- Wassergemisch.auch F500 zusetzen für eine noch bessere Haftung?

Und wäre es möglich in eine Engobe transparentes Glasurpulver einzurühren und dann auf den lederharten Scherben aufzubringen, um eine Sinterengobe zu erhalten.
Ich habe gelesen, dass Sinterengoben eine Mischung aus Engobe und Glasur wäre, daher mein Gedanke.

Gibt es blaue Glasuren die
A) lebensmitteltauglich
B) ungiftig in der Zusammensetzung
C) säurebeständig sind?

Hat jemand evtl ein Rezept für eine türkisgrüne Geschirrglasur, die obige Eigenschaften besitzt?

Ich freue mich weiterhin über konstruktive Diskussionen.

Laborfuerdesign
Beiträge: 106
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Laborfuerdesign » Dienstag 17. September 2019, 23:56

Jetzt wird es kompliziert. Das sind sehr viele Fragen, und vernünftige Antworten würden mehrere Seiten umfassen. Ich glaube du brauchst ein paar gute Bücher. Am besten das Standardwerk von Wolf Matthes "Keramische Glasuren". Kostet 54 Euro, ist aber jeden Cent wert und erst mal das einzige Buch, dass du brauchst. Um das zu lesen braucht du aber auch Zeit... viel Zeit.

Also die super Kurzfassung währe, ja man kann Stücke im lederharten Zustand engobieren und dann nach dem Schrühbrand mit Transparentglasur überziehen. Man kann auch geschrühte Ware engobieren, wenn man die richtige Engobe hat... Hersteller fragen und testen.

Es gibt vier Möglichkeiten die Farbe Blau im Steinzeugbereich zu erhalten. Kobalt in so ziemlich jeder Glasur ohne Titan/Rutil/viel Magnesium. Kupfer in Glasuren mit sehr viel Strontium/Barium. Rutil-Blau und zuletzt Farbkörper auf der Basis von Kobalt in so ziemlich jeder Glasur. Leider ist Kobalt neben Nickel, Cadmium und Chrom das giftigste färbende Oxid. Zum Glück braucht man nur winzigste Mengen. Soll deine Glasur lebensmittelecht und säurebeständig sein, dann muss sie genug Quarz und genug Aluminium enthalten, möglichst glatt sein und am besten noch viel Calcium für extra Ritzhärte haben. In dem oben genannten Matthes Buch sind Dutzende geeignete Rezepte aufgeführt. Wenn du dir Einschlusspigmente mit Kobalt kaufst, dann ist das giftige Oxid mit einer schützenden Hülle aus Zirkon versehen und du kannst dich damit schlechter umbringen. Blau durch Kupfer und Strontium/Barium ist viel schöner als Kobalt, wird aber immer matt und ist nicht wirklich für Geschirr geeignet da nicht säurefest. Barium ist ausserdem praktisch Rattengift und am besten du kaufst dir nie welches. Rutil-Blau ist ganz schwer hinzukriegen, damit wirst du nicht glücklich.

Was eine türkisgrüne Glasur für Geschirr angeht, hmm, auch schwer. Da braucht du immer Kupfer und leider ist Kupfer von allen Oxiden am schwersten in einer Glasur zu stabilisieren. Google das Rezept für die Glasur "High Calcium Semi Matte". Langsam gekühlt ist das eine bombige, sehr verlässliche und extrem harte Geschirrglasur. An die Farbe würde ich versuchen mit Farbkörpern ranzukommen. Das ist sicherer als die rohen Oxide zu verwenden.

Wie su siehst ist das ein sehr umfangreiches Thema. Wenn du nicht hunderte Stunden fürs "Studieren" hast dann lass dich am besten bei Keramikkraft oder BSZ oder Carl Jäger beraten und kaufe eine Glasur von der Stange. Damit wirst du am Anfang die besten Ergebnisse erzielen und es ist recht ungefährlich.

Viel Erfolg!

Flora75
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Flora75 » Mittwoch 18. September 2019, 07:14

OHA, hier sind richtige Experten am Wer.
Das empfohlene Buch werde ich mir zulegen. Hatte schon nach Büchern geschaut, war mir aber unsicher, welches wohl das empfehlenswerteste wäre.
Danke für den Tipp.

Wenn ich das so lese, hört sich das selbst mischen echt gefährlich an und sehr kompliziert.
Diese vielen giftigen Stoffe.
Habe keine Absauganlage, etc, ich glaub, ich muss das Thema erst mal lassen, bzw. mich gründlich einlesen.
Möchte ja auch vermeiden, dass gefährliche Stoffe in das Abwasser, somit in die Umwelt gelangen.

Habr IR zwei blaue Glasurproben schicken lassen, da sind auch alle möglichen Hinweise drauf und ich trau mich kaum, die Glasur anzuführen :-(

Aluminium ist auch kein so beliebter Werkstoff, ist nicht säurebeständig und steht hoch im Verdacht Alzheimer auszulösen.
Hmmmm.... ganz schön schwierig.

Gibt es eine Möglichkeit sich mittels Plastikeimer so ne Art Tonabscheider selbst zu bauen?

Und wie geht man beim Experimentieren mit solchen Glasur Rohstoffen am besten um.
Im Grunde darf ich ja meine Pinsel, Arbeitsgeräte nicht am normalen Waschbecken reinigen?

Respekt vor allen, die sich hier jahrelang eingearbeitet haben!!!

carboncookie
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von carboncookie » Mittwoch 18. September 2019, 17:18

Zum Reinigen:

Das Wasser in dem ich meine Arbeitsgeräte reinige, sammle ich in einem größeren Eimer mit Deckel. Über Nacht setzen sich die Feststoffe unten ab und das übrige Wasser kann wieder abgeschüttet werden. Alle paar Monate kann man diese Reststoffe dann entsprechend entsorgen.
Es dauert wirklich lange bis so ein Eimer voll wird.

Die Arbeitsgeräte im Waschbecken zu reinigen wäre wirklich eine schlechte Idee. Alleine schon, weil sich auf Dauer die Abwasserrohre verlegen.

Maria Ortiz Gil
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Re: Glasur Bronze Effekt Bläschen

Beitrag von Maria Ortiz Gil » Sonntag 22. September 2019, 00:35

Hallo Flora,

ich wasche ebenfalls alles was ich zum Glasieren benutzt habe, und auch die Tischoberfläche danach, mit ein und dem selben Eimer Wasser. Wenn sich die Stoffe abgesetzt haben gieße ich ab und sammle die Reste in einen extra Eimer. Das Abgießen muss man sehr langsam machen, damit das was auf dem Grund liegt nicht zu sehr aufgewirbelt wird.
Aus den gesammelten Resten brenne ich am Ende des Jahres eine Probe, dieser Mischmasch ergibt nie eine schöne Glasur, aber eine die man z.B. innen in Vasen mit kleiner Öffnung verwenden kann, da sieht man sie ja sowieso nicht.

Eine Kollegin hat berichtet, dass sie die Reste eintrocknen lässt, eine dicke flache Schale wie einen Hundenapf töpfert, und die pulvrigen Reste darin in den nächsten Brand gibt, wo sie zu einem Glas verschmelzen. So kann man sie unbesorgt wegschmeissen weil sie ja dann chemisch gebunden sind. Allerdings sind dann auch immer Staubflusen, Pinselhaare, Schwammstückchen und sonstiger Dreck dabei, das kann am Anfang des Brandes schon mal ordentlich stinken.

Ansonsten gehören Glasurreste zum Giftmüll. Wenn man im Recyclinghof damit ankommt wissen die Arbeiter dort meistens aber auch nicht wo hin damit und stellen sie einfach zu den alten Lackdosen.

Einen Tonabscheider brauchst du nicht, wenn du sorgsam mit deiner Spüle umgehst und keine Tonstückchen oder Drehschlicker in den Ausguss gelangen lässt. Ich war knappe zwanzig Jahre in einer Werkstatt ohne Tonabscheider und es gab nie ein Problem mit dem Abflussrohr.
Du kannst in der gleichen Spüle dein Geschirr waschen, da sich die Glasurrohstoffe nicht im Wasser auflösen und irgendwie als Film haften bleiben. Selbstverständlich musst du die Spüle trotzdem gut säubern.
Kobalt, Kupfer, Barium usw sind wirklich giftig, aber vor allem als Staub wenn man sie einatmet. Es wird ja wohl keiner aus Versehen etwas davon verschlucken.
Mit den Stäuben sollte man möglichst vorsichtig sein. Auch dazu gibt es hier im Forum Beiträge.

Schönen Gruß
Maria

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