Engoben

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haushofgartenkeramik
Beiträge: 5
Registriert: Dienstag 20. April 2021, 13:01

Engoben

Beitrag von haushofgartenkeramik »

Guten Tag, ich habe zum Ersten mal mit einer weißen Töpferengobe mein lederhartes Werkstück glasiert und nun stellt sich mir die Frage :
. muß ich die Unterseite abwischen oder kann sie "glasiert" bleiben ? Klebt sie beim Schrühbrand fest ?
. die Engobe hat einen Brennbereich von 1150-1300 Grad, so hoch schrühe ich aber eigentlich nicht. Kann ich mit der Temperatur auch darunter
(950 Grad ) bleiben?
. welche Konsistenz ist angebracht?
Vielen Dank, freundliche Grüße
sames
Beiträge: 59
Registriert: Donnerstag 1. Dezember 2011, 11:05

Re: Engoben

Beitrag von sames »

hast du engobe benutzt oder doch weisse glasur?? den engobe ist gefärbter flüssiger ton der nicht fest klebt beim schrühen , aber glasur sehr wohl.
den schrühbrand brauchst nicht so hoch einstellen.zwischen 900 und 1000grad reicht tatsächlich, wenn du keine besondere technik anwendest.
auf grund deiner fragen nehm ich an,das du ein neuling bist ?! viel erfolg
Maria Ortiz Gil
Beiträge: 534
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Engoben

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Haushofgartenkeramik,

Sicher wolltest du sagen, dass du dein Werkstück mit weißer Engobe engobiert hast. Den Begriff glasieren benutzt man normalerweise nur für Glasuren.
Engoben schmelzen im Allgemeinen beim Schrühbrand nicht aus, da sie, wie schon im anderen Beitrag gesagt, „nur“ aus Ton und Metalloxiden Oder Farbkörpern bestehen. Auch bei höheren Temperaturen schmelzen die meisten Engoben nicht aus. Meistens verwendet man sie unter einer Glasur.

Aber es gibt Sinterengoben, deren Rezept man sich so vorstellen kann wie ein Zwischending zwischen Engobe und Glasur, und die schmelzen.
Du solltest dich also vergewissern, was du da genommen hast. Wenn man sicher gehen möchte macht man am besten eine Probe.

Abgesehen vom anschmelzen ist es für dein Werk vielleicht auch einfach schöner, wenn auch der Boden bearbeitet und dementsprechend abgewischt ist. Wie hast du die Engobe aufgebracht, gegossen? Oder getaucht? Bei lederharten Sachen musst du sehr aufpassen, dass das in der Engobe enthaltene Wasser das Werkstück nicht zu stark wieder auf weicht. Anmontierte Teile können dabei auch wieder abfallen.

Schönen Gruß
Maria
haushofgartenkeramik
Beiträge: 5
Registriert: Dienstag 20. April 2021, 13:01

Re: Engoben

Beitrag von haushofgartenkeramik »

sames hat geschrieben: Dienstag 20. April 2021, 16:21 hast du engobe benutzt oder doch weisse glasur?? den engobe ist gefärbter flüssiger ton der nicht fest klebt beim schrühen , aber glasur sehr wohl.
den schrühbrand brauchst nicht so hoch einstellen.zwischen 900 und 1000grad reicht tatsächlich, wenn du keine besondere technik anwendest.
auf grund deiner fragen nehm ich an,das du ein neuling bist ?! viel erfolg
Vielen Dank für die Beantwortung. Ich bin ein "fast " Neuling, möchte meine Keramik gern bemalen . Daher versuche ich es zum Ersten Mal auf diesem Weg. Ich habe eine weiße Töpferengobe genommen. Herzlichen Dank und freundliche Grüße !
haushofgartenkeramik
Beiträge: 5
Registriert: Dienstag 20. April 2021, 13:01

Re: Engoben

Beitrag von haushofgartenkeramik »

Maria Ortiz Gil hat geschrieben: Dienstag 20. April 2021, 17:12 Hallo Haushofgartenkeramik,

Sicher wolltest du sagen, dass du dein Werkstück mit weißer Engobe engobiert hast. Den Begriff glasieren benutzt man normalerweise nur für Glasuren.
Engoben schmelzen im Allgemeinen beim Schrühbrand nicht aus, da sie, wie schon im anderen Beitrag gesagt, „nur“ aus Ton und Metalloxiden Oder Farbkörpern bestehen. Auch bei höheren Temperaturen schmelzen die meisten Engoben nicht aus. Meistens verwendet man sie unter einer Glasur.

Aber es gibt Sinterengoben, deren Rezept man sich so vorstellen kann wie ein Zwischending zwischen Engobe und Glasur, und die schmelzen.
Du solltest dich also vergewissern, was du da genommen hast. Wenn man sicher gehen möchte macht man am besten eine Probe.

Abgesehen vom anschmelzen ist es für dein Werk vielleicht auch einfach schöner, wenn auch der Boden bearbeitet und dementsprechend abgewischt ist. Wie hast du die Engobe aufgebracht, gegossen? Oder getaucht? Bei lederharten Sachen musst du sehr aufpassen, dass das in der Engobe enthaltene Wasser das Werkstück nicht zu stark wieder auf weicht. Anmontierte Teile können dabei auch wieder abfallen.

Schönen Gruß
Maria
Hallo Maria,
ich muß noch viel lernen... natürlich heißt es " engobieren". Ich habe eine weiße Töpferengobe genommen und das Stück getaucht. Ich hatte auch ein wenig Bedenken , dass es zerfallen könnte.
Danke für die zahlreichen Tipps !
Liebe Grüße
Maria Ortiz Gil
Beiträge: 534
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Engoben

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Haushofundgartenkeramik,

ich fragte danach wie du das Stück engobiert hast, weil falls der Boden mitgetaucht wird, kann man mit dem Finger oder mit einem weichen Gummispachtel schon mal das meiste an Engobe abstreifen, bevor man es auf dem Tisch abstellt. Dabei bleibt ja trotzdem noch viel Engobe am Boden kleben, was nachher nicht so schön aussieht. Man kann sie dann vor dem Schrühen erst mit einem Messer flach abschaben und dann noch mit einem Schwamm nachwischen. Am Übergang vom Boden zur Wand bleibt auch mehr Engobe hängen, diese Kante kann man auch mit dem Messer oder mit einer Metallschiene, das ist so ein nierenförmiges Töpferwerkzeug, entgraten.
Schönen Gruß
Maria
haushofgartenkeramik
Beiträge: 5
Registriert: Dienstag 20. April 2021, 13:01

Re: Engoben

Beitrag von haushofgartenkeramik »

Hallo Maria, das waren jetzt wieder tolle Tipps! Aber eigentlich wollte ich das Stück( in diesem Fall eine Seifenschale) rundherum weiß haben.
So wie ich nun erfahren konnte, dürfte nichts "anbacken" an der Besatzplatte ?
Maria Ortiz Gil
Beiträge: 534
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Engoben

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Nein, anbacken tut dann nichts, es ging nur darum, ob das Stück auch noch schön aussieht, wenn man es mal umdreht. Bestimmt ist dir schon aufgefallen, dass Töpfer einen (nicht eigenen) Topf immer gleich umdrehen um den Boden zu sehen, genau so wie Schneider die Innenseite von Kleidungsstücken sehen wollen. Man muss für sich herausfinden, welche Verarbeitungskriterien man für seine Arbeit ansetzen will.

Schönen Gruß
Maria
haushofgartenkeramik
Beiträge: 5
Registriert: Dienstag 20. April 2021, 13:01

Re: Engoben

Beitrag von haushofgartenkeramik »

Das ist mir noch gar nicht aufgefallen und ich dachte immer, der Boden wird nur aus dem Grund des Anbackens abgewischt. Also ist das so eine Art "ungeschriebenes Gesetz" für Töpfer. Das freut mich und ich werde nun die Engobe vom Boden lösen.
Vielen Dank und lieben Gruß .
Maria Ortiz Gil
Beiträge: 534
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Engoben

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Ungeschriebenes Gesetzt würde ich nicht dazu sagen, eigentlich gar kein Gesetz, sondern einfach nur eine von vielen Komponenten, die den Ausdruck eines keramischen Gegenstandes ausmachen. Wie man das haben möchte muss jeder für sich rausfinden. Wenn man Vergleiche anstellt wird man sicher feststellen, wie man seine eigenen Töpfe lieber haben möchte. Jedenfalls gehört die Unterseite unbedingt auch zum Objekt und auch wenn man sie nicht sieht wenn das Ding auf dem Tisch steht, so ist sie trotzdem vorhanden.

Schönen Gruß
Maria
Ursula28
Beiträge: 253
Registriert: Montag 10. März 2014, 17:03

Re: Engoben

Beitrag von Ursula28 »

Ich finde man kann auch bewußt die Unterseite Engobieren, um z.B. eine glattere ( weichere ) Flächer zu erhalten. Gruß Ursula
Maria Ortiz Gil
Beiträge: 534
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Engoben

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Ganz bestimmt!
Mir ging es darum das Thema jemanden der anfängt überhaupt bewusst zu machen. Deshalb hatte ich auch erst gefragt, wie denn engobiert wurde. Da getaucht wurde, dachte ich mir, dass der Boden möglicherweise noch bearbeitet werden könnte.


Schönen Gruß
Maria
carboncookie
Beiträge: 93
Registriert: Donnerstag 15. März 2018, 22:31

Re: Engoben

Beitrag von carboncookie »

Ich finde das für die Ästhetik eines Stückes auch ganz wichtig, dass es von allen Seiten schön ist. Da gehört die Unterseite fix dazu. Für mich zeugt das davon, dass der Handwerker Liebe und Sorgfalt in seine Stücke steckt. Ein Produkt wird für mich sofort abgewertet, wenn da lieblos gearbeitet wurde.

Und gerade bei Geschirr sieht es der Kunde ja auch oft von unten. Beispielsweise, wenn es nach dem Waschvorgang verkehrt herum zum Abtropfen abgestellt wird. Oder wenn jemand aus einer Tasse trinkt, sieht man als Gegenüber die Unterseite.
Man sollte sich gleich von Beginn an angewöhnen, diesen kleinen versteckten Seiten für sich zu nutzen und mizugestalten. Entweder mit einer persönlichen Töpfermarke oder mit einem speziellen Design. - aber auf jeden Fall mit einer schönen Verarbeitung.
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