an alle keramiker/werdende keramiker! eure laufbahn!:)

Hier bitte nur Fragen zur Ausbildung, Gesellenprüfung und dazugehörig stellen.
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merlin5
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an alle keramiker/werdende keramiker! eure laufbahn!:)

Beitrag von merlin5 » Mittwoch 21. März 2007, 04:54

hättet ihr lust zu schreiben, wie euer "keramiker-leben" begonnen hat und mittlerweile ausschaut? :)

ich würde mich über antworten freuen!


lg, tanja

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Pit
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Beitrag von Pit » Donnerstag 22. März 2007, 21:22

begonnen.... mit der puren suche nach einer lehrstelle. ohne vorstellung und illusionen. weil die eltern vitamin B zur kaderleiterin eines VEB in der DDR-keramikindustrie hatten... rutschte ich zufällig in diese branche.
man lebte nicht schlecht davon in der zone. da gabs "tauschmasse". geld war ja egal.
und die geliebte D-Mark machte alles anders. was man herstellte war plötzlich nichts mehr wert... aber die jahre in dieser branche wollte ich nicht umsonst erfahrung gesammlet haben.
in einige firmen kurzeinsätze gemacht. töpfern gelernt. betriebe gewechselt. gearbeitet. aber stück für stück in die pleite, denn lohn wie hier im kalkspatz angegeben, war nur ein traum. und dann schluss. ich war echt pleite. arbeitsamt...
beruf und hobby getauscht. programmierer geworden. gut kohle verdient. sehr gut. aber irgendwann - der wink des schicksals. computerfirma ging pleite. und ich hatte viel arbeitslosengeld :P
also ofen kaufen. scheibe kaufen... keramik als hobby. gewerbeschein. ich-ag. und nun bin ich da. aber sehe mich nicht als töpfer. egal wie - muss meinen lebensunterhalt verdienen. da ich keramik gut bearbeiten kann mache ich da meist mein geld. aber ich scheue mich nicht... auch andere artikel zu verkaufen, zu handeln, kurse zu geben, zu programmieren, gestalten und und und.... flexibel sein ist heute alles...

hille
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Beitrag von hille » Freitag 23. März 2007, 19:32

Lehrstelle gesucht, lange keine gefunden, auf den letzten Drücker dann doch noch. Nach der Lehre noch drei Monate dort gearbeitet, dann erstmal arbeitslos, das war vor 15 Jahren aber noch weiter kein Beinbruch, da hat sich seitdem doch einiges geändert. Nach einem halben Jahr dann gleich 2 halbe Stellen gefunden, ganz in der Nähe. Einerseits großes Los, andererseits schlecht bezahlt (die eine zahlte anfangs 10DM die Stunde). Eines war 'ne normale Töpferei, das andere war Kachelofenbau. Das war dann wirklich ganz was anderes als Scheibentöpferei, aber von dem, was ich dort gelernt habe, profitiere ich heute noch sehr. Ich bin einfach vielseitiger in der "Formgebung" dadurch. Mit 27 war ich dann wieder arbeitslos, und irgendwie war alles viel schwieriger geworden. Habe halbherzig ein Studium begonnen, saß dann da und fragte mich, was mach' ich eigentlich hier, ich will doch Töpfer sein. Habe dann beschlossen, mich selbständig zu machen. Bis dahin dauerte es dann aber doch noch 2 Jahre. In der Zeit habe ich mich existenzgründungsmäßig fortgebildet, kurze Jobs gehabt, zum ersten Mal ins Raku reingeschnuppert. 2000 habe ich meine Werkstatt eröffnet und gaaanz langsam angefangen, vor allem, um meinen eigenen Stil zu entwickeln. Ich habe weiterhin Fortbildungen im künstlerischen Bereich gemacht, vor allem Raku. So richtig auf Märkte fahre ich seit 2002. Meisterschule kam für mich nie in Frage, das ist nicht wirklich die Schiene, wo ich hinwollte. Die gestalterischen Ausbildungsgänge, die es so gibt, wären eher was gewesen, manchmal denk' ich, hättst de doch, aber letztendlich hätte ich auch nicht gewußt, wie ich nochmal 3 Jahre Schule finanzieren soll. Von meiner Selbständigkeit kann ich gerade so leben, ich habe eine Krankenversicherung, aber keine Rentenversicherung.
Hille

axolotl
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Beitrag von axolotl » Samstag 24. März 2007, 22:15

Ok, hier is meins:
Nach der Schule keine Ahnung, aber gerne was kreatives. Konnte aber nicht zeichnen. Berufsberatung: Na, dann werd doch Friseuse. Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, da gabs nur Banklehre oder Friseuse (eben für die kreativen). Für die Jungs gabs noch Kfz-Mechaniker.
Ehrlich, hätte ich zu dem Zeitpunkt mehr über Töpferei gewußt, wäre ich damals wohl schon diesen Weg gegangen. So aber: Lehre als Laborasisstentin (Haha, hab scgar schon vergessen, wie man das schreibt), danach alle möglichen Jobs , viel Bürokram, Zeitung, Verkauf, Landwirtschaft. Bis ich eines Nachmittags in eine Töpferwerkstatt gestolpert bin in der gerade eine Töpferin am Drehen war. Ich wußte sofort: Das will ich auch....
Hab mich dann erstmal schlaugemacht über Schulen, Ausbildungstellen, etc, war aber schwierig bis unmöglich... Am Ende hab ich dann eine Art "Dauerpraktikum" bei jener Töpferin gemacht, und da hab ich auch nicht weniger als in einer Ausbildung gelernt, so glaube ich doch. Doch, mit einer Sache hab ich zu kämpfen, das ist das Tempo. Aber 100 Tassen am Tag, muß man das wirklich können?!
Ich bin dann sofort in die Selbständigkeit gegangen, Ich-Ag und so. Ich beiß mich jetzt seit vier Jahren so durch, und ich habe es noch nie bereut. Ich erlebe so viel auf den Märkten (mach viele Märkte), habe unglaubliche Menschen getroffen und die absurdesten Dinge erlebt (da könnte man einen neuen Thread aufmachen) allein das ist schon großartig. Es stimmt, man braucht eine robuste Psyche, grade das Märkte-machen kann soo schrecklich sein ....Aber auch noch viel schöner! Und solange mir noch einfällt, was ich als nächstes machen kann, ist alles gut.
Mir war einfach schon immer meine Freiheit am wichtigsten. Deswegen habe ich immer versucht, mit so wenig Geld wie möglich auskommen zu können. Nur deswegen kann ich mir den Beruf "leisten".

atelierdgt
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tja dann will ich mal:

Beitrag von atelierdgt » Freitag 30. März 2007, 21:58

Ich habe auf einer kunsthandwerkschule angefangen. War sehr teuer! Und für mich nach einem Semester zu teuer. Habe dan ein Praktikum in einer Töpferei gemacht, die aber schon einem anderen Lehrling zugesagt hatte. Habe dann weiter gesucht. Zwei mal wollte ich bei anderen Werkstätten anfangen, merkte aber, daß ich unbedingt in der ersten Werkstatt lernen wollte. Somit habe ich 2 !/2 Jahre gejobbt und dann doch noch in der ersten Werkstatt meine Ausbildung angefangen. Als ich fertig war hatte ich keine Nerven mehr auf ewige Gesellenstellen.Immerhin arbeitete ich schon sechs Jahre in der Branche. Ich habe fast zwei Jahre für einen Hungerlohn (9,-DM) die Stunde( Ich war selbst versichert) gearbeitet. 2000 habe ich mein heutiges Atelier eröffnet. Tja und heute - ich sag nur soviel: Ich weiß immer für welche Rechnung ich gerade auf einen Markt fahre. Und trotzdem: aufhören würde ich nicht!!!!!!!!!!!!

Beatbach
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Beitrag von Beatbach » Mittwoch 18. April 2007, 10:32

Tja ich bin noch sehr werdend ;)...
Ich hab nach dem Abi 2 semester Schulmusik studiert und das abgebrochen. Dann wollte ich Freie Kunst studieren. Habe also ganz viel gemalt und so... Hab mir verschiedene KUnsthochschulen angeguckt, und nur eine hat mir gefallen... die hat mich nicht genommen und da ich gar nicht sooo unbedingt da hinwollte, sondern sowieso gleichzeitig noch ueber eine praktische Lehre (wobei nur Keramik in frage kam) hat mich das auch nicht sehr frustriert.
Hab mich bei einem Toepfer meiner Heimatstadt beworben, der hat mich gleich genommen, dann hab ich aber doch noch einen anderen angeguckt, weil er die und die Vorteile hatte... aber habe mich dann doch fuer die Stelle hier entschieden. Seit ich mich beworben habe, also seit 8. Maerz mache ich Praktikum, jetzt noch ein bisschen Urlaub und am 1. Mai geht die Lehre los.
Und es ist viel toller als so theoretisches Studium :).

polaX
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Werdegang

Beitrag von polaX » Freitag 27. April 2007, 10:39

Mein Werdegang ist schon etwas älter...nach dem Abi bin ich nach Landshut gegangen, zur Berufsfachschule..danach ein Jahr gejobbt, Urlaub gemacht etc.e ...dann 3 Jahre Fachschule für Keramikgestaltung, danach noch 4 Jahre Keramikstudium...inzwischen bin ich seit 5 Jahren selbstständig...und bereue es nicht, auch die lange Zeit der Ausbildung. Ich mache keine Serienware, sondern Einzelstücke. ...

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Target
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Beitrag von Target » Freitag 1. Juni 2007, 13:10

Nächsten Monat praktische Abschlussprüfung zum Aufbereitungsmechaniker, danach hab eich geplant ein Jahr arbeiten zu gehen und danach entweder den Techniker zu machen oder noch was ganz anderes zu machen ....
mal schauen wie es wird.

kirsten
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Beitrag von kirsten » Dienstag 14. August 2007, 17:00

Hallo

Also meine "Keramikerlaufbahn" beginnt erst noch. Momentan bin ich auf der Fachschule für Keramikgestaltung in Höhr-Grenzhausen und das ist das Beste, was mir je im Leben passiert ist (ausser das Kennenlernen meines Freundes...)! Die Schule ist echt super, sehr anstrengend und nimmt den größten Teil meiner Zeit in Anspruch. Für mich ist es doppelt so schwer, weil ich Quereinsteigerin bin. Zuvor habe ich 3 Jahre als Bühnenbildassistentin in einem Theater gearbeitet und danach eine Ausbildung zur Schauwerbegestalterin gemacht. Danach habe ich noch 3 Jahre in diesem Beruf gearbeitet bzw. mich gequält, um das Eltern-unabhängige BAFöG für meine jetzige Ausbildung zu bekommen. Mittlerweile bin ich 31 und werde im nächsten Jahr meinen Traum zur Wirklichkeit werden lassen und mich als Keramikgestalterin selbständig machen. Ein bisschen fürchte ich mich davor :( (Bankkredit, Lebensunterhalt usw) aber ich WILL es, also schaffe ich das! :roll:
So, das war mein Beitrag zur großen Laufbahn! Aber jeder fängt ja mal klein an... :wink:
Liebe Grüße, Kirsten

Katrin 306
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Registriert: Donnerstag 19. Juli 2007, 12:03

Beitrag von Katrin 306 » Mittwoch 29. August 2007, 13:56

Hallo,
also ich habe erstmal Krankenschwester gelernt und ziemlich schnell gemerkt, dass ich diesen Beruf nicht mein ganzes Leben machen möchte.
Die Suche nach einer Lehrstelle dauerte dann etwa 1 Jahr, dann 3 Jahre bis zum Gesellen, dann zweimal für 1 Jahr eine feste Stelle und ein Jahr Gelegenheitsarbeiten. Tja und dann der Entschluss nach Landshut zu gehen und den Meister und Gestalter zu machen. Danach dann erstmal für 3 Monate ins Ausland und dann so langsam mit dem Werkstattaufbau angefangen, nebenbei eine Halbtagsstelle im Krankenhaus.
Seit einem Jahr bin ich nun "Vollselbstständig" und das ist wesentlich angenehmer, als zweigleisig zu fahren. Wenn dann noch die Umsätze den Lebensunterhalt abdecken, gibts nix schöneres.

hopfen
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Beitrag von hopfen » Dienstag 18. Dezember 2007, 01:29

Hallo,
bin später Quereinsteiger. Gelernt hab ich Elektromechaniker Schwachstrom.
Nach der Lehre machte ich Werkmeister, xx Arbeitstechniker Seminare u. eine technische Betriebsleiterausbildung.
Hab bald nach der Lehre als Fertigungsplaner in der Elektronik Industrie gearbeitet. Zwischdurch privat ein elektronisches Fluginstrument konstruiert. Den Weg in die Selbständigkeit geplant und verworfen da ich im Büro so sicher deutlich mehr verdiente. Eines Tages wurde der Betrieb redimensioniert.
Neuer Job als Kalkulant im Maschinenbau. Nach 8 Jahren Konkurs.
Arbeitslos.
XX Computerkurse. Erst Richtung AutoCAD Konstruktion dann Richtung programmieren und microsoft xxx mit Ziel selbständiger EDV Trainer.

Plötzliche hatte ich die Eingebung mit Ton rum zu patzen ;-)
Hab vor 20 Jahren mal einen Klumpen Ton gekauft um daraus die Gehäuseform für obiges Fluginstrument zu formen.
Vor 7 Jahren hab ich mit der wahnsinnigen Vorstellung einen großen Zimmerbrunnen (80cm hoch) zu machen einen VHS Töpferkurs besucht.
Vor 2 Jahren machte ich ein Praktikum bei einer Keramikerin.
Hab einen Ofen gekauft, eine geräumige Werkstatt gemietet,
den Brunnen in die Werkstatt übersiedelt wo er noch immer als unverkäufliches Exemplar steht.
Tja und da bin ich.
Im Gegensatz zur früheren Betreuung der Serienfertigung bin ich jetzt nur mehr für Einzelstücke veranwortlich, dafür voll und ganz ;-)
Verkaufe auf Märkten und gelegentlich halte ich Kurse in Schulen.
Verdienst - hab heuer eine kräftige Weihnachsmarkt Watschn bekommen.
Überleben - dafür hab ich in weiser Voraussicht langfristig vorgesorgt.
Dieses Markleben ist schon ganz was anderes im Vergleich zu früher wo ich schon ein richtiger Sessel-Bildschirmkleber war.
Das ist also mein schöner Abstieg aus dem "silicon valley" zum Silizium in der Urform :D

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mishligs
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Registriert: Dienstag 20. November 2007, 19:55

Beitrag von mishligs » Freitag 28. Dezember 2007, 15:13

Ich wollte schon immer selbstständig und mit meinen eigenen Händen arbeiten .
Etwas komplett von Anfang bis Ende erschaffen , nach eigenen Vorstellungen und Ideen .
Nach dem Zivildienst habe ich zuerst auf einer Schreinerschule angefangen , aber sofort wieder aufgehört als ich endlich die ersehnte Töpfer-Lehrstelle gefunden hatte .
Mein Meister war ein echter Idiot - hab nach einem Jahr zu einem anderen Betrieb gewechselt, ohne Bezahlung aber mit der Möglichkeit viel auszuprobieren .
Die gingen leider zu schnell Pleite und so musste ich früher als geplant ins kalte Wasser springen und mich selbstständig machen .
Glücklicherweise hatte ich noch nie viel Geld verdient und somit auch keine ernsthaften Probleme mit dem Wenigen was dabei rummkommt auszukommen .
Wenn ich die Chance hätte nochmal von Vorne anzufangen , würde ich es garantiert wieder so machen .
Einen Laden hab ich nicht , das senkt die Fixkosten und ich fühle mich zudem unabhängiger.
Ich bin nicht reich aber zufrieden davon leben zu können und ich habe oben drein noch einen der schönsten und traditionsreichsten Berufe in unserer Zeit .
mishligs

Wassermann
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Beitrag von Wassermann » Freitag 28. Dezember 2007, 19:44

Hallo!

Mit 17 Jahren und 1000 Flausen im Kopf die Lehre begonnen.
Das waren drei super tolle aufregende Jahre für mich, nicht völlig frustfrei, aber überwiegend sorglos.

Gesellenstellen in vier verschiedenen Werkstätten. Nicht immer sorglos, aber immer mit dem "großen Ziel" vor Augen.

Zwischendurch auch immer mal andere Jobs, um über Wasser zu bleiben - das waren die fiesesten Zeiten in meiner bisherigen Laufbahn.

Meisterprüfung. Für mich war das eine spannende und sinnvolle Sache, allerdings teuer.

Seit fast einen Jahr habe ich nun meine eigene Werkstatt, und war auf Märkten - das war finanziell gesehen ein Desaster. Hätte ich meinen nebenjob nicht gehabt, könnte ich jetzt mal wieder putzen gehen, oder in die Müslifabrik...
Aber die Arbeit ist endlich frei und so wie ich es für sinnvoll und effektiv halte.

Nächstes Jahr ist dann der Ausstellungsraum fertig, und ich hoffe das irgendwann auch der Nebenjob irgendwann wegfallen kann.

Demnächst bin ich mittlerweile 30, und auf die Frage eines mit-Lehrlings, anlässlich meiner Gesellenprüfung: "Willst du jetzt für immer Keramikerin bleiben?" Weiß ich noch immer keine Antwort.

Aber aus heutiger Sicht ist für mich noch kein Ende in Sicht!

Tschüß, Stephanie

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