Theorie pauken

Hier bitte nur Fragen zur Ausbildung, Gesellenprüfung und dazugehörig stellen.
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Nadescha
Beiträge: 2
Registriert: Montag 16. Juni 2008, 19:30

Theorie pauken

Beitrag von Nadescha »

Hey Folks!
Ich bin Lehrling im ersten Jahr, mache die Ausbildung als Töpferin an der Scheibe, gehe aber nicht zur Schule, da ich keine möglichkeit gefunden habe die mir und meiner Tochter gerecht wird.
Meine Frage jetzt an Euch: Gibt es jemanden der Lust und Zeit hat mir die Theorie für die Gesellenprüfung nahe zu bringen?
Ich hab den ganzen Stoff hier, aber finde keinen Anfang...
Was noch dazu kommt ist, dass ich zwar in der praxis wirklich gut bin, dafür aber umso schlechter was den theoretischen Teil angeht. Ich bräuchte jemanden der mir das plausibel macht...
Wäre schön wenn sich jemand melden würde und wenn´s nur´n Lerntipp ist.

Grüße an alle!

Dornrose
Beiträge: 86
Registriert: Donnerstag 24. April 2008, 21:36

Beitrag von Dornrose »

Hab ich das jetzt recht verstanden, du gehst überhaupt nicht zur Berufsschule :shock: und willst dir den kompletten Stoff so anlernen? :shock: :shock: :shock: Oha.
Da Nachhilfe zu geben, ohne anständige Basis durch die BS, ist eine Mammutaufgabe, zumal du ja auch sagst, du habest es nicht so mit der Theorie. Ich bezweifle ein bisschen, dass es jemanden gibt, der diese Verantwortung übernehmen möchte, mal ganz abgesehen von den zig Stunden, die das braucht.
Oder hab ich da was falsch verstanden? :?

Chrisu
Beiträge: 189
Registriert: Samstag 23. Februar 2008, 09:20

hmmm

Beitrag von Chrisu »

Da kann ich nur beipflichten.
Und soweit ich mich erinnern kann gibt's da auch noch so haarige Prüfungsfächer wie Technisches Zeichnen. Das kann man jetzt nicht so direkt reinpauken (Fachtheorie und Mathe fände ich jetzt nicht sooooo das Problem). Wo machst du denn deine Ausbildung? Und welche Berufsschule hattest du anvisiert? Als ich meine Ausbildung gemacht habe, gab es haufenweise Schwangere (wieso auch immer) und fast ebensoviele mit Kind(ern) - das hat anscheinend nicht gestört oder aufgehalten. Aber jede Situation ist anders, das versteh ich schon. Trotzdem haarig, was du da vorhast...
Ich hoffe, du findest da ne Lösung,
viel Erfolg,
Chrisu

Dornrose
Beiträge: 86
Registriert: Donnerstag 24. April 2008, 21:36

Beitrag von Dornrose »

Fachtheorie und Mathe fände ich jetzt nicht sooooo das Problem
Da habe ich aus meiner BFS-und FS-Zeit aber andere Erfahrungen. :roll: Gerade in diesen beiden Fächern hab ich nämlich damals einigen Leuten aus meiner Klasse die meiste Nachhilfe gegeben. :mrgreen:

Und die Fachtheorie beschränkt sich auch nicht nur aufs Theoretische; im Bereich Masseprüfung und Glasurtechnik macht man praktische Übungen, Glasurentwicklung und so, das kann man nicht einfach am Schreibtisch nachvollziehen. Falls man später nicht angewiesen sein will auf Fertigglasur & Co, sollte man das unbedingt mitgemacht haben, um ein gewisses glasurtechnisches "Gespür" zu bekommen!

Eine Frage, Nadescha: Wo lässt du deine Tochter, während du arbeitest?

@Chrisu: Die offenbar ungebremste Fruchtbarkeit mancher Töpferinnen war mir in meiner Schulzeit auch schon aufgefallen :lol: , gleich nach der Beobachtung, dass der Raucheranteil in diesem Beruf ganz besonders hoch ist. Letzteres läuft wahrscheinlich nach dem Motto: is eh schon wurscht, woran ich krepier :twisted:

Chrisu
Beiträge: 189
Registriert: Samstag 23. Februar 2008, 09:20

Beitrag von Chrisu »

Okayokay - Glasurtechnik habe ich wohl erfolgreich verdrängt... :oops:
Aber wenn Nadescha eine Ausbildung bei einem Keramiker macht, dann wird der ihr doch hoffentlich im Praktischen ein wenig helfen können, oder Nadescha?
Ja überhaupt: Weiß der denn keine Nachhilfe?

anouk
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Registriert: Freitag 7. März 2008, 20:40
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Beitrag von anouk »

Na, das hört sich ja alles so hoffnungslos an!
Nadescha ich kann dir nur sagen, dass man es auch ohne ausbildung schaffen kann, in meiner umgebung kenne ich sehr viele berufskeramiker (und nicht die schlechtesten) welche keine ausbildung haben.
Natürlich hängt das mit sehr sehr viel energie und hungern zusammen, was mit einem kind nicht einfach ist ...
Nimm einfach deine zeit, denn was nützt intellektuelles wissen, wenn man es nicht in die realität umsetzten kann, was bedeutet, du musst halt einfach experimentieren, und irgendwann stellt man sich die frage: warum ist das so?
Wenn die neugierde gross genug ist dann findent man auch die antwort ...
nur ein beispiel: Versuch doch schon einmal heraus zu finden was ton ist?

ich wünsche dir viel kraft für dein vorhaben ...

anouk

Dornrose
Beiträge: 86
Registriert: Donnerstag 24. April 2008, 21:36

Beitrag von Dornrose »

was bedeutet, du musst halt einfach experimentieren, und irgendwann stellt man sich die frage: warum ist das so?
Na klar, und bis zur Beantwortung dieser Frage hat man kiloweise Rohstoffe vergeudet!
Oder man fragt hier die mit Ausbildung, die ansonsten als vorsintflutlich hingestellt werden, um Rat, gell? :?

anouk
Beiträge: 98
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Beitrag von anouk »

Dornrose wenn du versuche machst dann brauchst du kilos?
Ich entschuldige mich, aber natürlich würde ich fragen stellen, und soviele wie möglich ...
Tja, jeder hatt nicht die chance in eine kunsthochschule zu gehen, das bedeutet aber noch nicht, dass er nicht seine chance hatt, oder?

anouk

Dornrose
Beiträge: 86
Registriert: Donnerstag 24. April 2008, 21:36

Beitrag von Dornrose »

wenn du versuche machst dann brauchst du kilos?
Pro Versuchsreihe mindestens 50g, mit 100g Basis wirds präziser. Und wer an solche Glasurversuche ohne theoretisches Vorwissen drangeht, kann lange rauf- und runterexperimentieren, ohne die Antworten zu finden, die er sucht, da ist schnell ein Kilo Rohstoff weg, von der Zeit gar nicht zu reden. Und man möchte ja vielleicht nicht nur eine Glasur...

Ich kenne Leute, bei denen haperts schon bei der Prozentrechnung, das hat mit Kunsthochschule gar nichts zu tun. Hier gehts um keramisches Basiswissen.

Was mich ärgert, sind gar nicht die Ratsuchenden, sonst würde ich in diesem Forum keine Tips geben. Aber wenn eine, die gern den Rat der ausgebildeten Fachleute sucht, andererweitig darüber schwadroniert, dass diese Ausbildung doch eigentlich ziemlich überflüssig ist - das ist schon ein starkes Stück!

Im Übrigen, falls dus noch nicht gemerkt hast, Nadescha macht eine Ausbildung, und, so habe ich sie verstanden, sie würde auch gerne die Gesellenprüfung bestehen. Und dann möchte ich mal gern das Gesicht eines Prüfers sehen, wenn man auf eine seiner Fragen antwortet:
Wenn die neugierde gross genug ist dann findent man auch die antwort ...
Ungefähr so wahrscheinlich :shock: :? :) :D :lol: :lol: :lol:

hille
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Beitrag von hille »

Anouk, ich glaube auch, das hast du falsch verstanden. Sie macht eine Ausbildung, und wenn sie nach drei Jahren dann die theoretische Prüfung nicht besteht, dann hat sie keinen Abschluß. Das ist ja wohl nicht Sinn der Sache.
Ich finde jedenfalls, Nadescha, du gehst ein ganz schön hohes Risiko ein. Selbst wenn es dir gelingt, dir jede Menge Theorie draufzuschaffen, hast du es als externer Prüfling viel schwerer, ist einfach so. Schon allein bei so "blöden" Sachen wie Fachzeichnen, die haben bei der Bewertung ganz viel damit zu tun, "Wie man's an einer bestimmten Schule einfach gerne hat.", da hängst du voll in der Luft.

Dornrose
Beiträge: 86
Registriert: Donnerstag 24. April 2008, 21:36

Beitrag von Dornrose »

Und selbst wenn du einen netten und fachtheoretisch fitten Meister hast (kommt auch nicht immer vor :roll: ), der dir Nachhilfe gibt, so hat der doch seine Ausbildung meist schon vor Jahren gemacht, und gerade in Sachen Umweltschutz ist da inzwischen sicher so einiges dazugekommen Du kannst nie sicher sein, ob du wirklich den ganzen Stoff hast.

anouk
Beiträge: 98
Registriert: Freitag 7. März 2008, 20:40
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Beitrag von anouk »

Ok. Hille vielleicht habe ich falsch verstanden, es ist schon war, dass mein deutsch etwas zu kurz ist! Eigentlich wollte ich nur erklären, dass man es durchaus ohne ausbildung schaffen kann. Ich könnte euch jetzt eine lange liste von leuten aufschreiben die es ohne ausbildung sehr weit gebracht haben. Man hat auch die möglichkeit aus einer lehre auszusteigen, wenn man das gefühl hat, dass man nicht "das" gesucht hat. Meine antwort sollte nur als einblick aufgenommen werden, und auf keinen fall als wahrheit ...
Der begriff Montmollin sagt euch sicher etwas? Sein assistent, Lutz, (deutscher) ist autodidacte ...

anouk

hille
Beiträge: 1092
Registriert: Donnerstag 24. August 2006, 10:29

Beitrag von hille »

@ Anouk: Mais non, ton allemand est superbe! :D
Ich meinte eher, daß dir das deutsche Ausbildungssystem vielleicht nicht so vertraut ist.

Chrisu
Beiträge: 189
Registriert: Samstag 23. Februar 2008, 09:20

Autodidakt...

Beitrag von Chrisu »

Ich denke, es gibt da essentielle Unterschiede zwischen Autodidakten und Menschen, die das als regulären Beruf ausüben möchten. Ich selbst kenne auch Autodidakten - die haben lange gebraucht, um sich selbst alles anzueignen - eine hungrige Zeit. Aber unter anderem auch die Faszination des Selbst-Herausfindens hat sie weitergetrieben. Wenn ich dagegen eine Ausbildung anstrebe, die dann aber nicht regulär mache, weil mir das System zu kompliziert ist, kann ich doch dann erst recht nicht dieses langwierige Rumprobieren eines Autodidakten durchstehen, oder?

Dornrose
Beiträge: 86
Registriert: Donnerstag 24. April 2008, 21:36

Beitrag von Dornrose »

Wahrscheinlich haben wir sie total verschreckt. :shock: :shock: :shock:

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