Ausbildungssuche - Gibt es eine Hoffnung?

Hier bitte nur Fragen zur Ausbildung, Gesellenprüfung und dazugehörig stellen.
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horizont
Beiträge: 1
Registriert: Samstag 27. Juni 2009, 23:17

Ausbildungssuche - Gibt es eine Hoffnung?

Beitrag von horizont »

Hallo!

Ich bin ganz neu hier und ich möchte mich ganz kurz vorstellen. Ich bin 29 und alleinerziehend. Habe 2 Kindern im Alter von 6 und 8. Mit 14 Jahren war ich in der 2-wöchige Schnupperlehre zur Keramikerin tätig, hatte mir unheimlich sehr viel Spass gemacht. Jahrelang suche ich verzweifelt eine Ausbildung und ohne Erfolg, aufgrund mit meiner Behinderung (Hörgeschädigt). Mir ist unwichtig, wie groß die Entfernung liegt. Hauptsächlich ist, daß mir den Beruf Spaß macht und an meinem Herzen liegt. Schliesslich bin ich ein großer Majolika-Fan. In meine Hobbyarbeit zeichne und male ich mit Öl- und Acrylfarbe, nebenbei illustriere ich auch am Pc per Grafiktablett. In einem Praktikum wäre ich gerne bereit. Da ich in der Jobagentur nach meinem Lieblingsberuf suche, finde ich nicht viele. Habe ich eine Chance für eine Ausbildung zu machen? Oder ist es zu spät für mich?

Gruß horizont

Edit: Ich vergass es zu erwähnen, besuche auch gerne zu einem Kunstmuseen. Ich experimentiere gerne die Farben und gestalterische Technik.

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Pit
Beiträge: 405
Registriert: Mittwoch 16. März 2005, 22:56
Wohnort: im wilden Osten

Beitrag von Pit »

zu spät nicht. doch bist du bereits in nem alter, wo die gesellen längst aufgehört haben oder ne eigene werkstatt haben.
mit 2 kindern, wird dein lohn als angestellte in ner töpferei nie genügen.
natürlich möchte ich dir unseren doch auch schönen beruf nicht ausreden.
eine lehre ist hart. dann mal ehrlich - alleinerziehend und 2 kinder. auch lehrlinge werden eingespannt für märkte...geht das bei dir? die erste zeit kosten lehrlinge geld. am ende der lehre können sie der firma auch was bringen. es liegt in der natur das kinder krank werden. du bist alleinerziehend. auf gut deutsch: die zeit, welche die kids krank sind, fehlen am ende knallhart an der zeit wo du kohle bringst.
also wird ein töpfer doch jemand ohne kids nehmen... niemand hat was zu verschenken.
und wie soll es weitergehen, wenn du ausgelernt hast? kinder groß ziehen mit dem bissl kohle??? ereich wird in der welt immer nur der chef. :P
und in töpfereien ist das auch noch sehr unwahrscheinlich. fleißige und begabte leute machen durchaus geld.
also danach selbstständig machen. da ist dein jüngstes kind 9 jahre. klingt da auch noch nicht nach markt fahren können...
deine einzige chance ist es, wenn du das irgendie auf persönliche art schaffst. einfach indem du ne werkstatt kennst und die dich und deine art schätzen.
aber wie gesagt... mit dem ergreifen des jobs gehen die probleme wohl erstmal richtig los...

Katrin 306
Beiträge: 86
Registriert: Donnerstag 19. Juli 2007, 12:03

Beitrag von Katrin 306 »

Hallo,
du hast dir da wirklich ein schwer zu erreichendes Ziel vorgenommen. Im Moment findest du glaube ich, sehr schwer eine Lehrstelle, danach bezahlte Arbeit noch schwerer - aber nicht unmöglich. Einen Anreiz würde es schaffen, wenn du gefördert würdest von der Agentur für Arbeit. Oder du gehst an die Keramikfachschule in Landshut (www.keramikfachschule.de) Dort kannst du Bafög beantragen (schnell, gibts nur bis 30) Die Qualität der Ausbildung ist sehr umstritten, aber wenn du wirklich willst, kannst du eine Menge für dich rausholen.
Aber kläre vorher für dich noch einmal ab, ob du diesen schönen Beruf wirklich ergreifen willst - man kann ihn nur ganz oder gar nicht machen und wird trotzdem nur gerade so davon Leben können.
Gruss,
Katrin

Chrisu
Beiträge: 189
Registriert: Samstag 23. Februar 2008, 09:20

Beitrag von Chrisu »

Habe ich da was falsch verstanden, oder ging's bei dir "lediglich" um die Suche nach einem Praktikumsplatz? Denn der sollte ja doch zu bekommen sein. Da könntest du dann auch gleich ausprobieren, wie das mit der Kinderbetreuung zu schaffen wäre. Vielleicht gibt's ja unter den Keramikern auch flexible Chefs, die durchaus auch halbtags ausbilden würden (keine Ahnung, aber einen Versuch ists doch wert). Fang mal langsam an, schnupper dich rein, lote aus was geht und was nicht.
Und ja, auch ich hätte dir geraten, mal in Landshut nachzufragen. (Auch wenn mich wirklich interessieren würde, wieso die Ausbildung da so umstritten sein soll... hätte ich noch nie gehört!)
Ich wünsche dir viel Erfolg!
Chrisu

@ Katrin: Unseren Beruf macht man entweder ganz oder gar nicht?
Finde ich engstirnig und unzutreffend. Ich kenne einige (gelernte Keramiker) und die wenigsten sind ausschließlich Töpfer.
Vor allem auch die Keramikerinnen mit Kind!

Katrin 306
Beiträge: 86
Registriert: Donnerstag 19. Juli 2007, 12:03

Beitrag von Katrin 306 »

Hallo Chrisu,
ganz oder gar nicht - damit meine ich vor allem den Broterwerb. Und wirklich weiter kommt man auch nur, wenn man nicht noch halbtags (oder in welcher Form auch immer) in einem anderen Job die Brötchen verdient. Kommt halt auch immer auf die Messlatte an, mit der man sich so misst. Und ich spreche da aus Erfahrung, das kann ich euch sagen.
Zu Landshut: es werden viele schöne Techniken gezeigt und vermittelt, aber Routine in irgendwas kriegst du dort nicht. Und nur wenige, schaffen es nach der Ausbildung eine Anstellung in einer Töpferei zu bekommen. Wenn man natürlich gleich Künstler werden möchte, ist das schon gut dort. Wie gesagt, die Messlatte ist entscheidend :D
Gruss,
Katrin

Chrisu
Beiträge: 189
Registriert: Samstag 23. Februar 2008, 09:20

Beitrag von Chrisu »

Klar ist es besser, man kan sich vollkommen auf den Beruf konzentrieren - das ist in jedem Job so. Aber das Leben ist halt nicht immer geradlinig. Da von vorneherein auszuschließen, finde ich nicht gut. Ein Leben mit Kurven ist nämlich beizeiten interessanter. Außerdem macht jeder so, wie er kann, glaub ich, wenn ers ernst meint...

Und zu LA: Dafür haben die "Blockschüler" dann halt auch nur Routine in einem Bereich (das war zumindest meine Erfahrung). Und finden sich Gesellenstellen nicht eh schwer? Für alle?

Chrisu

Katrin 306
Beiträge: 86
Registriert: Donnerstag 19. Juli 2007, 12:03

Beitrag von Katrin 306 »

Hallo Chrisu,
ich will hier keinem sagen, wie er sein Leben gestalten soll. Ich finde nur, man sollte es sich auch nicht unnötig schwer machen. Aber am Ende entscheidet das jeder für sich selbst und das ist dann auch gut so.
Und zu Landshut: mir stellen sich heute noch die Nackenhaare auf, wenn ich an den Drehunterricht in der BFS 2. Lehrjahr denke - da konnte nur sehr wenige zentrieren, von Arbeitsplatzorganistaion mal ganz zu schweigen. Und die kriegen da am Ende alle ihren Gesellenbrief und halten sich für wer weiss wie toll. Ich glaube, ganz viele fallen dann später sehr heftig auf die Nase.
Ich bin halt der Meinung, wenn man eine Technik gut beherrscht, um damit sein Geld zu verdienen ist das eine gute Ausbildung gewesen. Wenn ich danach nicht zu engstirnig und einseitig veranlagt bin, bilde ich mich weiter, lerne dazu.
Schöne Grüsse,
Katrin

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jane
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Registriert: Donnerstag 23. Oktober 2008, 12:28
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Beitrag von jane »

Hallo...

Ich wusste ja schon immer das die Beruffsschule in Landshut nen schlechten Ruf hat... aber das wir so beschrieben werden habe ich noch nie gedacht...
Ich habe meine Ausbildung dort genossen und habe viel gelernt natürlich nicht das drehen von Massenware, dafür war ich in den Sommerferien in einer Töpferwerkstatt und habe da drehen von Massenware gelernt...aber
liebe Kathrin...desshalb sind die Abgänger noch lange keine schlechten Töpfer oder Keramiker es kommt wie so oft auch auf das Menschliche an...
und wenn jemand vorher schon von sich selbst denkt er wäre toll...dann wird er das durch die Schule in LA nicht verlernen, da hast du recht!!!
Man lernt auf der Schule alles was man lernen muss für den Beruf des Keramikers aber eben nicht tief genug...
und es wird viel um den heißen und ``künstlerisch wertvollen`` Brei geredet...

LG jane

:wink:

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