Ausbildung mit krummen Fingergelenken ?

Hier bitte nur Fragen zur Ausbildung, Gesellenprüfung und dazugehörig stellen.
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hempi
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Ausbildung mit krummen Fingergelenken ?

Beitrag von hempi » Donnerstag 14. Januar 2010, 11:18

Grüss Gott !

Ich würde gerne wissen ob es generell möglich ist eine Ausbildung im Bereich Scheibentöpferei ins Auge zu fassen bzw. ob es sich irgendwie als hinderlich herausstellen könnte , wenn man mit krummen Fingergelenken töpfern möchte. Von wegen mit flachen Fingerflächen formen etc. ?

Würd mich über ernstgemeinte Antworten freuen !

hempi

volkmar
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Beitrag von volkmar » Donnerstag 14. Januar 2010, 13:28

Hallo Hempi

Grundsätzlich hängt es nicht davon ab, ob man gerade oder etwas gekrümmte Fingergelenke hat. Wichtig für mich als Ausbilder wäre, wie geschickt derjenige mit diesem kleinen Handycap und mit seinen Händen umgehen kann.
"Alle Wege führen nach Rom" und so gibt es auch im Keramikerhandwerk und in der Lehre die Möglichkeit, andere Griffe anzuwenden, die auch zum selben Ergebnis führen.

Ich würde mir jetzt noch keine großen Gedanken darüber machen, einen guten Lehrmeister suchen und einfach mal ausprobieren.

Grüße von Volkmar
Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.

whoopie
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Beitrag von whoopie » Donnerstag 14. Januar 2010, 16:06

Hallo Hempi,

ich würde mich dadurch keinesfalls entmutigen lassen.

Hier http://www.youtube.com/watch?v=2_kGPdoDK0w

siehst Du jemanden drehen, der im Alter von 13 Jahren seine rechte Hand durch Feuerwerkskörper verlor. Dieser Mann dreht - so steht es auf der Website - die meisten Teile in dieser Familientöpferei. Und das in einer Geschwindigkeit, die für mich unvorstellbar ist.

Ich selbst wäre übrigens froh, wenn ich nochmal in einem Alter wäre, wo ich eine Ausbildung zur Keramikerin machen könnte. Leider ist diese Gelegenheit für mich vorbei. Ich kann mich also nur Volkmar anschließen: such dir einen guten Lehrmeister und probiere aus.

LG,
Silvia

hempi
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Beitrag von hempi » Donnerstag 14. Januar 2010, 17:25

Grüss euch,

danke für eure Antworten, dass relativiert das Ganze zumindest ein bisschen für mich. Wobei ich mir schon vorstellen kann, dass eher potenzielle Auszubildende ohne Handicap bevorzugt werden.

Welches Alter glaubst denn du ,Silvia, darf man nicht überschritten haben um eine Ausbildung anzufangen ? Sicherlich spielen dort mehrere Faktoren ein Rolle, aber ist es nicht verkehrt pauschal zu sagen, man sei zu alt ? Oder gibt es gar gesetzlich vorgeschriebene Altersgrenzen im Keramikerhandwerk ? Da muss man sich natürlich dann nach richten. Ich denke haarscharf an der Grenze zu liegen, zähle ich bisher fünfundzwanzig Lebensjahre. Ist es von Vorteil bevor man eine Ausbildung beginnen möchte, (ganz davon zu schweigen, ob man eine freie Stelle findet) einen VHS-Kurs oder änhliches zu belegen um sich Grundlagenwissen anzueignen , in Anbetracht der Tatsache, dass man als Azubi generell eine Menge Zeit/Geld kostet und direkt in den Produktionsprozess involviert wird ? Werden potenzielle Azubis ohne Vorkenntnisse überhaupt beachtet oder landen Praktika-Anfragen direkt im Müll ? Wenn man sich ein bisschen hier einliest , erkennt man meiner Meinung nach recht schnell dass es nicht sehr gut um die "Branche" bestellt ist und ein eher rauher Umgangston, zumindest in diesem Forum, die Regel bestätigt.

Bis dann,

hempi

hille
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Beitrag von hille » Donnerstag 14. Januar 2010, 18:48

Ne, mach dir mal keine Gedanken. Solange du jemanden findest, der dich als Azubi nimmt, ist es wurscht, wie alt du bist. O.k., unter Renteneintrittsalter sollte es schon sein. :lol:
Mit 25 also schonmal kein Problem.
VHS-Kurse bringen jetzt nicht wirklich was für die Ausbildung, außer Gefühl für's Material vielleicht. Ob dich damit jemand eher nimmt, man kann es nicht ausschließen, aber ich glaube eher nicht. Ich denke, am Wichtigsten ist es, das auszustrahlen: "Ich will unbedingt diesen Beruf erlernen!".
Wie die Ausbildungsplatzsituation im Moment ist, keine Ahnung... Es ist zwar nicht mehr wie vor 25 Jahren, als Ausbildungsplätze meistbietend versteigert werden konnten. :wink: Aber es gibt auch weniger Werkstätten und davon bilden weniger aus.

whoopie
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Beitrag von whoopie » Donnerstag 14. Januar 2010, 19:31

Hallo Hempi,

das mit dem Alter bezog sich mehr auf meine Situation. Mir ist im zarten Alter von etwas über 40 eingefallen, dass ich eigentlich gerne eine Ausbildung als Keramikerin gemacht hätte, anstatt weiterhin meinem öden Bürojob nachzugehen.
Leider lässt sich das für mich nicht mehr realisieren, und zwar rein aus familiären und finanziellen Aspekten heraus. Wenn man ein Kind zu versorgen und ein Haus zu bezahlen hat, lässt es sich schlecht von einem Azubi-Gehalt leben - leider.

LG,
Silvia

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Günter
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Beitrag von Günter » Freitag 15. Januar 2010, 18:53

Hallo @Hempi
jetzt kann ich mich nicht zurückhalten und muß noch was zu deiner letzten Bemerkung, dem "rauen Umgangston" sagen:
Die Töpferei als Handwerk ist schon einige Jahre in der Krise
Die Töpfer als solche pflegen einen eher herzlichen Umgangston miteinander
Nur die Töpferei als Beruf wird von der Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr wahrgenommen - "töpfern" ist für die Kinderbatzeln, bestenfalls nettes Hobby.
Und da die meisten Profis zum wirtschaftlichen Überleben auf Töpfer-, Kunsthandwerker- was-weiß-ich-Märkte angewiesen sind, bekommen sie das Nichtwissen der Bevölkerung ungefiltert als oft bodenlos dümmliche Bemerkungen und unverschämtes Verhalten auf den Märkten um die Ohren gehauen - und man merkt sich ja leider eher die Negativbeispiele... (denkt auch an die vielen tollen Kunden, die ihr habt!)

Günter

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