Engoben von Wolf Matthes

Fragen über Bücher, Zeitschriften, sonstige Literatur, Filme etc.
Antworten
wolle
Beiträge: 222
Registriert: Donnerstag 31. August 2006, 13:34

Beitrag von wolle » Mittwoch 2. Mai 2007, 23:36

Hallo Harry (hol schon mal den Wagen, H.),
Also ich finde das Buch sehr gut und seinen Preis wert. Ist halt sehr umfassend und man kann gut über seinen (meinen) bekannten Tellerrand hinausschauen.
Das Buch ist mir gelegentlich so ausführlich, daß ich anfange mir Kapitel oder interessante Stellen rauszupicken. Es bleibt kein Thema unangesprochen und wird mit rechter Gründlichkeit durchgeackert. Trotzdem bin ich als Nicht-Berufstöpfer nicht überfordert, also ideal.
Die Rezepte kann man nachmischen, es werden die zu verwendenden Tone aber nicht namentlich genannt, sondern da steht halt dann weißer Ton mager oder rotbrennender Ton halbfett. Ansonsten sind es meist ganz normale Rohstoffe wie Kaolin, ball clay etc.

Es sind etwa 400 Engobenrezepte (darunter aber auch einige wenige Kochrezepte, der Mann hat Humor) für alle Temperaturen und Anwendungen. Neben Sinter- Steingut- und Steinzeugengoben (diese auch für Salzglasuren) gibt es Rezepte für Strukturengoben, Behautmassen, Porzellanengoben, auf geschrühte Scherben, verlorene Engoben, Schutzengoben, Glimmer- Graphit- und Lüsterengoben, Reaktivengoben, kleiner WAK, großer/kleiner Schwindung, mit Rißnetz, Weiße, Schwarze und historische Engoben sowie verschiedene andersfarbige Engoben.

Die anderen Kapitel behandeln die Besonderheiten der o.g. Engoben, die Herstellung, Anwendung und Fehler.

Ich denke es ist ein Buch von einem Praktiker, reines -oftzitiertes- Basiswissen gibt es auch, aber nicht nur. Ich zitiere mal willkürlich aus der Beschreibung grüner Engoben:

... Als Grundlage dient die hellfarbige bis weiße Grundengobe (auch Porzellanengobe) siehe Kap. 4.3.2.; falls diese zu mager ist, ist eine Zugabe von 2-5% Bentonit zu empfehlen.
1) Ein Zusatz von 0.5 - 3 % Chromoxid -> grün mit olivstich bis olivgrün. Ein größerer Kalkgehalt in der Engobe bzw. die Verwendung von Kalkmergeln als Rohstoff ergeben mit Chromoxid ein besseres Grün. Deshalb können Zugaben von Kreide, aber auch von Bariumkarbonat (bis ca. 25%) das Chromgrün in etwas wärmeren Ton entstehen lassen.
Chromgrüne Farbkörper sind genausogut geeignet wie z.B. die von Typ Co-Cr-Al, Cr-Co-Si, Cr-Co-Zn, Cr-Ca-Si; ein helles Grasgrün ist allein mit Chromoxid bzw, Farbkörpern nicht zu erreichen, dazu braucht es noch eine Gelbkomponente. Chromgrün ist bis zu höchsten Temperaturen, sowohl im oxidierenden wie auch im reduzierenden Brand, beständig....


Fazit: Mir gefällts, aber Du solltest es Dir vorher ansehen.
Gruß,
Wolfgang

Antworten