Schrühbrand mit einem Welte CER 40

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TonMeise
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Schrühbrand mit einem Welte CER 40

Beitrag von TonMeise » Montag 21. Januar 2013, 23:24

Hallo miteinander,
möchte mit einem Welte CER 40 und Killn Sitter Steuerung einen Schrühbrand durchführen.
Gut dieser Ofen entspricht nicht mehr Stand der Technik , aber alt muss nicht schlecht sein.

Meine ersten Versuche haben leider nur Bruch ergeben.
Hatte mich an die Angaben der Betriebsanleitung gehalten.
Vorgehensweise: Stufe 1 1h, Stufe 2 2h, Stufe 4 1/2h danach Stufe FULL bis Brennkegel Nr.10 (922-937°) abschaltet.
Drehmasse: Witgert Steinzeug 11 weiß ,max. Brenntemperatur 1300°, keine Schamottierung

Vieleicht hat jemand Informationen zum richtigen Vorgehen ?

Würde mich über Rückmeldungen freuen

Dank in Voraus
Ralf

fegora
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Re: Schrühbrand mit einem Welte CER 40

Beitrag von fegora » Dienstag 22. Januar 2013, 10:00

Hallo Ralf
der Bruch hat mit dem Ofen NICHTS zu tun.
Vor einiger Zeit hab ich in diesem Forum hierzu schon mal was geschrieben. Hier der Text:

"Wie wärs denn mal mit Ursachenforschung für das Abplatzen von Stücken und das Explodieren beim Brennen?

Schlampig gearbeitet, Luft drin, unfähig usw.
Generationen von Schulkindern, Kursteilnehmern, Hobbytöpfern usw. mußten sich schon ähnliche Vorwürfe anhören oder selber machen.
Schuld ist aber in 95% der Fälle der erfahrungsfreie und daher ahnungslose Brennofenbediener!

Aus 40 jähriger Erfahrung folgende Ratschläge für das zerstörungsfreie Schrüh- Brennen dickwandiger bis massiver Teile::
Die gründlich getrockneten Teile in den Ofen einsetzen. Gegenstände auf Füßchen setzen. Be- und Entlüftungslöcher des Ofens öffnen.
Immer ein Trockenprogramm fahren: In ca. 10 Stunden langsam und kontinuierlich ansteigend auf 140°C aufheizen, damit das Restwasser Zeit zum Austreten hat - auch in gut getrockneten Teilen ist noch ca. 2% Wasser!
Wenn schneller aufgeheizt wird passiert folgendes: Das Wasser verdampft, geht zum Teil durch die Poren nach aussen und zum Teil in die Lufteinschlüsse. Wasser vertausendfacht sein Volumen beim Verdampfen und der Teil des Wasserdampfs der in die Lufteinschlüsse geht bringt die Stücke dann zum Abplatzen oder Explodieren.
Am Entlüftungsloch mit einem Spiegel durch davorhalten kontrollieren ob noch Feuchtigkeit austritt - wenn ja solange die Temperatur halten bis der Spiegel klar bleibt.
Daran anschließend in ca. 10 Stunden auf 650°C aufheizen und anschließend mit voller Leistung bis zur Endtemperatur.
Angegebene Zeiten sind Richtwerte.
Funktioniert bestens.
Mit einer Einschränkung: Nicht sorgfältig angearbeitete Stücke (aufgerauht, geschlickert) fallen auch dann noch ab.
Mein dänischer Lehrer hat mal dazu gesagt:
Mother earth is dictating you!
Und das bezieht sich auch auf die Zeit die man sich bei der Arbeit mit Ton nehmen muß."

VG
fegora

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Re: Schrühbrand mit einem Welte CER 40

Beitrag von fegora » Dienstag 22. Januar 2013, 15:01

Nachtrag:
Für Deinen Ofen und Schrühbrand heißt das :
Anfangen mit Stufe 1 (oder kleiner) solange bis keine Feuchtigkeit mehr austritt (siehe Text vorher)
danach weiter mit
Stufe 2 3h
Stufe 4 1h
Full

VG
fegora

TonMeise
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Re: Schrühbrand mit einem Welte CER 40

Beitrag von TonMeise » Dienstag 22. Januar 2013, 20:06

Hallo fegora

danke für deine Antwort .

Sobald ich wieder für Nachschub gesorgt habe, werde ich deinen Rat befolgen.

Hast du vieleicht auch einen Vorschlag für einen Glasurbrand?
Bin leider noch nicht soweit gekommen mich daran zuversuchen.

Gruß
Ralf

fegora
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Re: Schrühbrand mit einem Welte CER 40

Beitrag von fegora » Donnerstag 24. Januar 2013, 09:23

Hallo Ralf,
beim Glasurbrand kannst Du nach Anweisung verfahren. Du mußt nur Vorkehrungen treffen, dass das Brenngut nicht an Ofenplatte und untereinander "verklebt". (Trennmittel auf Schamotteplatten, Füßchen unter die Sachen, Abstand untereinander usw.). Im Übrigen sind Zeitangaben immer nur Richtwerte und müssen den jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden.
VG
fegora

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