Epam Brennofen und Fragen über Fragen...............

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Original.Elli
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Registriert: Mittwoch 2. Juli 2008, 21:50
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Epam Brennofen und Fragen über Fragen...............

Beitrag von Original.Elli »

Hallo,

ich bin neu hier, heiße Elli und habe vor kurzem meine Leidenschaft für die Porzellanmalerei entdeckt, und schon habe ich Fragen über Fragen................

Vor meinen Fragen möchte ich vorab schreiben, dass ich vom Brennen und den Brennöfen überhaupt gar keine Ahnung habe, also verzeiht mir, wenn ich quasi mit Händen und Füssen schreibe, aber mir sind die Fachausdrücke leider nicht bekannt.
Ich fange dann mal an:
Vor ein paar Tagen erhielt ich einen Brennofen der Marke Epam, Economy-baby, Marke LT-4. Zum Glück lief er noch, nachdem meine Mann die Kontakte, die verrostet waren, wieder sauber machte. Leider war keine Bedienungsanleitung dabei. Somit weiß ich nicht, wie hoch die max. Brenntemperatur ist.
Hat jemand eine Bedienungsanleitung?? Ich wäre sehr dankbar!!!
Aber damit ist es dann leider auch noch nicht getan. Im Inneren des Brennofens ragen zwei Metallstücke. Mir scheint, dass da 1. ein Stück als Bindestück zwischen den beiden Metallstücken fehlt und 2. wenn ja, wofür sind diese Stücke?? Mein Mann tippt, dass es eine Art Überhitzungschutz sein soll, da von außen eine Art Riegel ist, der dann herunterfällt und den Brennofen damit zum Stoppen bringt. Stimmt das?
Dann bröckelt das Innere (nennt man das Schamott?). Kann ich da etwas machen, also mit einem speziellen Kleber die Brocken kleben? Oder geht das irgendwie anders? Muß ich mir das so wie eine Art Spachtelmasse vorstellen, um den Innenraum des Ofens wieder hin zu kriegen?? Fragen über Fragen.
Falls niemand eine Bedienungsanleitung hat, brauche ich ja wohl die sog. Segerkegeln, um die Höchsttemperatur heraus zu kriegen. Für welche Temperatur sollte ich diese besorgen? Von der Vorbesitzerin weiß ich, dass sie dort Ton gebrannt haben. Hat sich in der Zwischenzeit da etwas mit der Temperatur dafür getan? Sie erzählte mir, dass der Ofen so in etwa 20-30 Jahre alt sei. Auch mit Unterglasur wurde damals gearbeitet.
An dem Brennofen ist ein dickes, schwarzes Kabel. Reicht ein einfaches Verlängerungskabel oder sollte das auch in etwa die Stärke des schwarzen Kabels haben??
Wie sieht es mit dem Abstand zwischen dem Brennofen und anderen Sachen aus?? Was muß ich da berücksichtigen. Ich befürchte, dass das erst die ersten Fragen von mir sind.
Ich will mit diesem Ofen kein Ton brennen, sondern , wie schon oben erwähnt, mein Weißporzellan bemalen und dann brennen. Für Hilfe bin ich mehr als dankbar.

Gruß
Elli
mit Gruß von der Elli
Chrisu
Beiträge: 168
Registriert: Samstag 23. Februar 2008, 09:20

Hersteller fragen!

Beitrag von Chrisu »

Servus Elli,
ich schreib's lieber gleich - ich kann dir mit deinem Ofen nicht helfen... :(
Aber der Hersteller kann's bestimmt...
Vielleicht hat auch der eine Mailadresse und weiß auf deine Fragen eine Antwort (oder eher Antworten).
Ich hab das bei meinem Ofen (ebenfalls gebraucht, steinalt und ohne Gebrauchsanweisung) auch gemacht und da war in 0 Komma nix eine Beschreibung da.
Ich wünsche dir viel Erfolg,
Chrisu
Original.Elli
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Registriert: Mittwoch 2. Juli 2008, 21:50
Wohnort: Ruhrpott

Beitrag von Original.Elli »

Hallo Chrisu,

leider gibt es Epam in Dortmund nicht mehr. So komme ich also nicht an die Bedienungsanleitung. :cry:

Ich war heute in Hagen in einer Keramikwerkstatt, wo man mir ein paar Fragen schon beantwortet hat, habe aber immer noch keine Ahnung, wie hoch die max. Brenntemperatur ist. Aber ich gebe nicht auf. Von irgendwo kommt schon noch ein Lichtlein her. :lol:
mit Gruß von der Elli
nicht mehr angemeldet

Beitrag von nicht mehr angemeldet »

Hallo Elli,

Ich hatte in grauer Vorzeit mal einen Epam und versuche mich zu erinnern :)
Im Inneren des Brennofens ragen zwei Metallstücke. Mir scheint, dass da 1. ein Stück als Bindestück zwischen den beiden Metallstücken fehlt und 2. wenn ja, wofür sind diese Stücke?? Mein Mann tippt, dass es eine Art Überhitzungschutz sein soll, da von außen eine Art Riegel ist, der dann herunterfällt und den Brennofen damit zum Stoppen bringt. Stimmt das?
Ich vermute mal, das ist die Halterung für einen Orton-Cone. Das ist das amerikanische Äquivalent zu Segerkegeln, die es genau wie diese für bestimmte Temperaturbereiche gibt, und die du auch in Deutschland bekommst. Segerkegel kannst du nicht verwenden, weil sie zu groß sind. Du legst einen Orton-Cone waagerecht quer so auf die beiden Halterungs-Stäbe rechts und links, dass der bewegliche Stab in der Mitte zwischen beiden genau auf einer Kante aufliegt (die Cones sind dreieckig). Wenn du beispielsweise einen Cone eingelegt hast, der bei 1220 °C weich wird, so sinkt der Metallstab in der Mitte bei dieser Temperatur herunter, weil er nicht mehr durch den Kegel gehalten wird und der Ofen schaltet sich dadurch ab. Ganz einfaches Prinzip also. Soweit ich mich erinnere, lag die Höchstleistung bei 1220-1240 °C. Niedrigere Temperaturen sind kein Problem, du musst dann eben den für deine Temp. passenden Cone einlegen - zum Schrühen also vielleicht irgendwas um 940 °C.
Ganz wichtig natürlich:
Dass der Metallstab, der in der Mitte liegen muss, noch vorhanden und beweglich ist! Nur dann wird die Stromzufuhr unterbrochen!
Diese Kegel hier brauchst du für einen Kiln-Sitter, so heißt das Ding:
http://www.ortonceramic.com/store/produ ... 248&page=1
Was die Nummerierung und dazugehörigen Temperaturen angeht, schau mal hier unter "small":
http://www.ortonceramic.com/resources/r ... art.C.html

Ich hoffe ich konnte helfen und wünsche dir viel Erfolg!

Ulrike
MezzoGaudio
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Registriert: Freitag 12. September 2008, 22:26

Beitrag von MezzoGaudio »

Zweitposting und kleiner Tipp: die Abschaltung des Kilnsitters erfolgt NICHT! gemäß der jeweiligen Temperatur des verwendeten Ortonkegels, weil das Gewicht der darauf lastenden Stange, die mit dem Fallgewicht ausserhalb des Brennofens verbunden ist, schliesslich eine physikalisch beeindr'ü'ckende :wink: Kraft darstellt. Zur Abschaltung daher besser ein oder zwei Kegel höher wählen in Bezug auf die gewünschte Endtemperatur.

Genaueres lässt sich mit einer Seegerkegelreihe ermitteln.

EPAM-Anleitung könnte ich in Kopie v. Original besorgen, bei der Endtemperatur kommt es auf das zur Verfügung stehende Modell an, und reparieren lässt sich die 'schaumige' Ofenisolation auch - leider gibt es Kahlen-Keramik nicht mehr, die hierfür eine Reparaturmasse im Programm hatten. Der zur Ausmauerung eines keramischen Brennofens mit Feuerleichtsteinen verwendete Spezialmörtel sollte aber ebenfalls genügen...
Juliaquarz
Beiträge: 2
Registriert: Samstag 4. April 2020, 16:01

Re: Epam Brennofen und Fragen über Fragen...............

Beitrag von Juliaquarz »

Hallo Elli,
ich habe seit heute auch ein Economy Baby :roll: in einem recht gutem zUstand. Ich musste auch die Kontakte schleifen und ohne Kegel den metallenen Druckknopf eindrücken um ihn zu starten. E hat etwas gequalt. doch ich hoffe es war nur Staub. Welche Erfahrungen hast du mit deinem Ofen bisher gemacht? Ich hätte auch noch eine Bedienungsanleitung falls jemand interesse hat. Lieben Gruß
Maria Ortiz Gil
Beiträge: 509
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Epam Brennofen und Fragen über Fragen...............

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Elli,

es könnte hilfreich sein, wenn du ein Foto des Ofeninnenraums einstellst, damit man das mit den zwei Metallstäben, von denen du schreibst, begutachten kann. So wie du das beschreibst kann ich mir nichts darunter vorstellen. Das Foto wäre auch gut um diese bröselnden Stellen begutachten zu können und je nach dem etwas zu raten.

Hat der Ofen keine Temperaturanzeige?

Ich bin keine Porzellanmalerei Expertin, davon sind im Forum möglicherweise sehr wenige da, aber so viel ich weiß, brennt man Porzellanfarben bei für Keramik relativ niedriger Temperatur, so um die 800 Grad ein. Insofern ist es egal, welche höchsttemperatur dein Ofen erreicht, Hautpsache er schafft die Temperatur, die für die Porzellanfarben nötig ist, und das sollte jeweils auf der Verpackung der Farben drauf stehen.

Ich könnte mir vorstellen, dass es vergleichbar diesem Forum, auch irgendetwas von Porzellanmalern gibt. Die meisten Keramiker haben eigentlich nichts damit zu tun, es sind ganz verschiedene Berufe, nur dass wir alle einen Ofen brauchen.

Schönen Gruß
Maria
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