Welche Töpferscheibe für Anfänger mit kleinem Budget?

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fabiank
Beiträge: 1
Registriert: Mittwoch 7. Oktober 2020, 11:44

Welche Töpferscheibe für Anfänger mit kleinem Budget?

Beitrag von fabiank »

Hallo,

ich bin neu hier und hätte zwei Fragen zu Töpferscheiben:

1. Welche Töpferscheibe könnt ihr einem Anfänger empfehlen? Ich fange gerade erst an und ich möchte hauptsächlich Geschirr mit meiner Töpferscheibe herstellen. Mein Budget liegt bei max. 700€ für die Töpferscheibe. (Natürlich habe ich anderweitige Kosten die anfallen berücksichtigt :wink: )

2. Hat jemand Erfahrung mit der Töpferscheibe ETS 300-6 von MBL (Maschinenbau Lindemann aus Augsburg)?

Vielen Dank vorab!

Liebe Grüße aus Ulm,
Fabian

Andreas33
Beiträge: 114
Registriert: Sonntag 19. September 2010, 18:43

Re: Welche Töpferscheibe für Anfänger mit kleinem Budget?

Beitrag von Andreas33 »

Vom Internet aus betrachtet macht sie schon mal einen guten Eindruck. Erfahrung habe ich damit leider nicht.

Wie wäre es mit einer gebrauchten Töpferscheibe?

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 365
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Welche Töpferscheibe für Anfänger mit kleinem Budget?

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo fabiank,

für den Anfang ist es eigentlich egal, welches Modell du nimmst. Wichtig ist nur, dass die Scheibe die du kaufst - das wird bei deinem Etat wahrscheinlich eine gebrauchte sein - nicht eiert, dass die Lager also noch gut sind, und dass keine Unwucht dabei ist. Letzteres passiert manchmal bei solchen Scheiben, deren Antrieb ein Gummirad auf einem Konus ist oder ähnlich. Wenn so eine Scheibe zum Beispiel ausgeschaltet wird obwohl sie noch läuft, also bevor man die Geschwindigkeit auf 0 reduziert hat, und die Scheibe dann sehr lange unbenutzt steht, dann bekommt das Gummirad eine Delle, weil es die ganze Zeit auf einer Stelle an den Konus gedrück wird. Das kann der FAll sein, wenn irgend ein Hobbytöpferkeller aufgelöst wird, der schon seit langem nicht mehr genutzt wurde. Wenn man so eine Scheibe dann nach längerer Zeit wieder an macht, hört man erst ein Klopfen, das unrunde Rad stolpert so zu sagen bei jeder Umdrehung. Solche Kleinigkeiten und eiernde Achsen sind sehr verstörend und ärgerlich wenn man gerade anfängt zu drehen und sowieso Mühe hat einen gleichmäßigen Lauf zu halten.
Die Bewegung des sich drehenden Scheibenkopfs sollte sich gleichmäßig anfühlen und keine rythmischen oder sonstige seltsamen Geräusche machen. Das Motorgeräusch ist davon natürlich ausgenommen.

Schönen Gruß
Maria

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 365
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Welche Töpferscheibe für Anfänger mit kleinem Budget?

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo fabiank,

hier kommt noch ein Nachtrag zu der Töpferscheibe von Lindemann:
Nach dem ich mir das Angebot angeschaut habe, rate ich dir davon ab. Die Scheibe wiegt NUR 19 kg, wenn man die Beine mit 4 kg noch dran schraubt, dann sind das noch nicht mal 20 kg, also das Gewicht von zwei üblichen Tonhubeln. Das ist kein ernst zu nehmendes Werkzeug. Du übst beim Zentrieren garantiert mehr kraft aus als man braucht, um 19 kg vom Platz zu schieben. Man müsste die Scheibe in einen Betonklotz eingießen (Scherz).

Dann steht da noch:
"Die ergonomische Gehäuseform ermöglicht ein Platzieren zwischen den Beinen was ein ermüdungsfreies Töpfern garantiert."
Das wage ich doch sehr zu bezwiefeln und es bringt mich zum schmunzeln. Mein erster Eindruck als ich das Foto von dem Kasten gesehen habe war, dass man an den vorderen Ecken bestimmt Ärger mit der notwendigen Sitzhaltung bekommen wird.

Wahrscheinlich ist es vernünftiger eine ältere gebrauchte, aber funktionale und professionell nutzbare Scheibe zu kaufen.
Und sowieso ist es gut, überall wo man die Möglichkeit hat erst mal verschiedenen Scheiben aus zu probieren, damit man Unterschiede merkt und eigene Kriterien finden kann.

Schönen Gruß
Maria

mail@brigittemohm.de
Beiträge: 1
Registriert: Dienstag 2. Juni 2020, 15:30

Re: Welche Töpferscheibe für Anfänger mit kleinem Budget?

Beitrag von mail@brigittemohm.de »

Hallo!
Vielleicht haben Sie ja Interesse an meiner 2017 bei Carl Jäger gekauften Shimpo Töpferscheibe RK 5 T mit Handhebelsteuerung? Zusätzlich zu den beiden blauen Wechselscheiben hatte ich zwei weitere Scheiben dazu gekauft. Wegen anhaltender Begeisterung fürs töpfern habe ich mir nun eine Shimpo Whisper T zugelegt und verkaufe die kleine Töpferscheibe (300 Euro). Sie funktioniert einwandfrei. Sie können gerne mit mir Kontakt aufnehmen.
Liebe Grüße
B. Mohm

axolotl
Beiträge: 176
Registriert: Mittwoch 9. März 2005, 17:06

Re: Welche Töpferscheibe für Anfänger mit kleinem Budget?

Beitrag von axolotl »

Hallo,
Ich möchte niemandem das Geschäft vermiesen, muß aber anmerken, das ein Tischmodell absoulut nichts zum Lernen ist. Anfänger brauchen viel Kraft * Zeit um das zentrieren zu üben, und das macht die Maschine schnell kaputt.
Grüße,
Alex

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 365
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Welche Töpferscheibe für Anfänger mit kleinem Budget?

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Erst habe ich mich nicht getraut so was zu schreiben um die Anbieterin nicht zu verärgern, aber nun, da es schon jemand gesagt hat:
Ich schließe mich der Meinung von Axolotl an.
Nicht zu empfehlen für jemanden, der einigermaßen einen Anspruch an das Drehen hat, und sich nicht nur damit begnügt, dass ein Ding mit einem mehr oder weniger großen Loch in der Mitte entsteht während man sich dabei schmutzig machen durfte. Mir ist sowieso schleierhaft, wer mit diesen Tisch-Töpferscheiben zurecht kommt.

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Bertram
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag 28. Juni 2020, 22:26

Re: Welche Töpferscheibe für Anfänger mit kleinem Budget?

Beitrag von Bertram »

Hallo!
Mir scheint die Leistung bei der von dir vorgeschlagenen Scheibe (250W) auch nicht all zu groß. Ich arbeite aus Platzgründen mit einer Shimpo, welche 400W Leitsung hat. Die halte ich dann auch mal ab 800g Zentriergewicht an, wenn es schnell gehen soll.
Die Technik kann kann allerdings auch einen Fortschritt gemacht haben, seit ich mich mit dem Thema mal beschäftigt habe. Jedenfalls sind meine Shimpo 400W für mich eine Untergrenze.
Als Anfänger solltest du allerdings eben nicht mit Kraft arbeiten. Technik ist gefragt! Ob da Minderleistung der Scheibe ein Vorteil ist? Könnte anfangs sogar sein. Man kann zwar mit Muskelkraft zentrieren, aber es führt meiner Meinung nach in eine Sackgasse. Irgendwann ist dann der Klumpen zu groß für Kraft. Oder die vielen Klumpen (weil du ja Serie herstellen wilst) bescheren dir eine Sehnenscheidentzündung vom vielen drücken. Natürlich ist die Versuchung groß, den schnellen Erfolg mit Kraft zu erlangen.
Dazu schließe ich mich meinen Vorrednern an. Tischheibe nehme ich nicht ernst. Für Minis, oder zum rendern - okay.

Dazu rate ich dir eher zu etwas ohne so eine Spritzwanne (persönliche Meinung). Zumindest sollte man sie abmachen können. Wenn du aber dich erst mal an das drehen "ohne" gewöhnt hast, brauchst du sie nicht mehr. Warum? Deine Unterarme liegen beim drehen auf deinen Knie/Oberschenkel auf. Die Spritzwanne verlängert den Abstand von der Scheibe bzw dem Klumpen zu den Beinen. Dadurch wird der Hebel ungünstiger. klar kann man die Arme auf die Wanne legen. Das ist aber immer noch weiter, als die Beine in Scheibennähe. Spritzwasser kann man auch mit einem Schwamm abfangen.
Ich wäre bei dem Budget auch eher bei einer gebrauchten Scheibe.
B.

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