Drehrichtung Töpferscheibe??????

Sven
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Drehrichtung Töpferscheibe??????

Beitrag von Sven »

Hallo Kalkspatzen,

habe da mal eine frage an die Scheibentöpfer unter euch:

Wie habt ihr das mit der Scheibendrehrichtung da die zurzeit erhältlichen scheiben ja alle einen rechts linkslauf haben.wie rum drehen sich eure Scheiben links oder Rechtsrum und wenn ja warum oder hat es vieleicht einfach damit zu tun ob man links oder rechtshänder ist?

Freue mich schon auf eure Antworten da ich bisher mit der Scheibentöpferei noch garnichts zu tun gehabt hab.Wo kann man eventuell einen Drehkurs besuchen?

Habe seit heute meine Erste Scheibe Bekommen und habe dort auch schon einen Hubel Ton Durchgebracht den ich erst mal wieder aufarbeiten muß Ergebniss heute nach ca. 4 Stunden ein kleines Schälchen was ziemlich eirig ist aber das erste Stück das es nicht zerrissen hat. Muß wohl noch viel üben:-)

viele Grüße

Sven

Pit

Beitrag von Pit »

tja kommt darauf an ob du rechts oder linkshänder bist. ich als rechtshänder lasse die scheibe natuerlich gegen den uhrzeigersinn drehen.
warum?
nun stelle dir die scheibe mal als uhr vor. direkt vor dir ist die sechs und am weitesten von dir fort die 12. als rechtshänder arbeitet meine rechte hand meist im bereich von3 bis 5. hier ist meine rechte hand und ich kann sehen was ich tue. meine finger... hand... arm kommen aus richtung sechs uhr. bei der drehrichtung entgegen dem uhrzeigersinn "schleifen" also meine finger am ton. würde sich die scheibe entgegen gesetzt drehen... bestünde die gefahr das ich "einhake" oder zB mit einem fingernagel im ton hängen bleibe. deswegen ist es sinnvoll die drehrichtung so zu wählen und auch sinnvoll wenn linkshänder es anders herum tun...

Sven
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Beitrag von Sven »

Hallo Pit,

hört sich alles sehr logisch an:-) hab gerade mal nachgeschaut hab die scheibe von mir auch gegen den Uhrzeigersinn drehen lassen.Ich danke dir erstmal für deinen Beitrag und werde jetzt noch ein bischen üben gehen:-) mal schauen ob ich es Schaff ein Bild von meinem ersten Stück hierein zusetzen

mit freundlichen Grüßen

Sven Schwanbeck

PS:Gibt es hier jemand im Forum im Bereich Krefeld,Duisburg der Drehkurse gibt??

charlie
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Drehrichtung

Beitrag von charlie »

Hallo Sven

ich bin charlie.ein rentner, habe in mönchengladbach in meiner werstatt so alles was man zum töfern braucht,
brennöfen gas und elktro
tonschneiner
vakuumpresse
glasurmühle
und natürlich auch eine drehscheibe.

ich würde dir gerne mit rat und literatur weiterhelfen.

wenn du interesse hast, so schreibe mir mit deiner telefonnummer, ich melde mich dann.

E-Mail Adresse : Bauss1@aol.com


viele grüße

charlie

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ralf burger
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drehrichtung

Beitrag von ralf burger »

Hallo zusammen,
ich denke da gibt es doch noch mehr zu bedenken...

Also:
Nach der Erklährung von Pit müßten alle Japaner Linkshänder sein.... denn dort wird tendenziell anders herum gedreht.

Es ist nur sinnvoll auf die Hände zu achten, wenn man von jemanden das Drehen gezeigt bekommt, würde ich sagen, also wenn ein Linkshänder jemanden das Drehen auf einer Scheibe im Orzeiger sinn zeigt, und der Lernende rechtshänder ist, so ist es manchmal einfacher wenn die Scheibe auch anderes herum läuft... (aber das ist wie alles folgende nicht Wiessenschaftlich überprüft... ;-) )

Also ich habe mal von Lothar Geiger die These gehört, dass die Drehrichtung davon abhängt ob die Drehscheiben in diesem Land ursprünglich Fuß ( hier ist fast überall Rechts das stärkere Bein und daher ein Drehen gegen den Uhrzeigersinn üblich) oder Arm zum Anschieben der Scheibe gebraucht wurden...
In Japan sind die Scheiben eher mit einem Stoch und den Händen Angetrieben worden... also im Uhrzeigersinn...

Also mann kann sowohl als auch und manchen Töpfer können sogar in beiden Richtungen Drehen. Was auch vorteile hat, um eine Unwucht wieder rauszubekommen.
Das ist wie Fahrradfahren, das geht auch nur vorwärts leichter, wenn man es nciht zuerst rückwärts gelernt hat...
Es ist aber ein kompletter Neuanfang, wenn man die Drehrichtung ändern will... Dnen sonst fädelt man sich ein... (wie Pit scon bemerkte...)

ciao und eienn schönen Gruß ins neuen Jahr
Ralf
Zuletzt geändert von ralf burger am Mittwoch 12. Januar 2005, 14:58, insgesamt 2-mal geändert.

charlie
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Drehrichtung Töpferscheibe

Beitrag von charlie »

hallo ihr besserwisser,

in japan laufen die töpferscheiben sowohl rechts als auch linksherum.

ich habe mich vor jahren einmal mit diesem thema mit einem töpfer, der jahrelang im asiatischen raum, auch in japan, beschäftigt war.

aus dieser zeit habe ich noch das buch

""Töpfern in Japan"",

in diesem buch ist ebenfalls zu lesen,
daß in japan die handdrehscheiben im uhrzeigersinn,
und die fußdrehscheiben gegen den uhrzeigersinn laufen.

aus dieser tradition heraus wird in japan von töpfern die auf elekto drehscheiben umgestiegen sind weiterhin in beiden richtungen gedreht.


gruß charlie

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Milan
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Drehrichtung der Drehscheibe

Beitrag von Milan »

ist eigentlich egal und nur Gewöhnungssache.

Aber wenn Du Dir vorstellst Du bist Töpfer an einer Drehscheibe mit Schwungrad und Fussantrieb, dann wirst Du als Rechtshänder (-beiner) der Scheibe mit dem rechten Fuss den Schwung geben, - also gegen den Uhrzeigersinn!

Gruß
Milan

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Pit
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Beitrag von Pit »

ja klar kann man die scheibe in alle richtungen laufen lassen. kommt wirklich dabei an WO die hände am stück arbeiten. unterm strich bleibt es das selbe prinzip. nur - ist es halt (meiner meinung nach) erforderlich das die fingerkuppen in drehrichtung zeigen bzw arbeiten, um nicht aus versehen mal in den ton zu haken...

Abrasol
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Beitrag von Abrasol »

Mir fällt dazu ein, dass wenn ich zentriere, ich den rechten Arm (in der Hüfte - noch genauer im Beckenknochen, abgestützt) gegen den Tonklumpen drücke. Das geht in dieser Position nur mit Rechtslauf. Würde ich die Scheibe andersrum laufen lassen, müsste ich tatsächlich - entweder den linken Arm dazu benutzen, oder mir eine ganz andere Technik zum Zentrieren aneignen! Gleiches beim "Hochziehen", da liegt meine rechte Hand ebenfalls rechts außen an der Wand des Gefäßes - und auch das geht nur wenn das "Werkstück" sich von der Hand wegdreht, und nicht in sie hinein! Also sind die spezifischen Drehtechniken (für Rechtshänder) direkt auf die Drehrichtung angepasst. Es gibt natürlich auch "Bihänder", die beide Arme (fast) gleichgeschickt benutzen können, - aber auch die würden bei den klassischen Drehtechniken die zu benutzende "Führungshand" je nach Drehrichtung auswählen bzw. anpassen müssen.

PS 1: im Laufe der Zeit habe ich mir angewöhnt auch mal den Linken Arm (bzw. die Hand) zu benutzen. Sei das beim Schmirgeln, "Mörsern" oder ähnlich kraftraubenden und langwierigen Bewegungen. Anfangs ist man recht ungeschickt, auch bei einfachen Bewegungen. Aber mit der Zeit wird die linke Hand sowohl geschickter als auch kräftiger. Das ist insgesamt gesünder und besser für das körperliche "Gleichgewicht" und die Körperhaltung.

PS 1:Die Ursache weshalb man in der Wüste auf lange Distanz im Kreis dreht, ist, dass man sich mit einem Bein etwas kräftiger "abdrückt", und somit unweigerlich (ohne festen Orientierungspunkt und Korrektur der Richtung) eine lange Kurve dreht... - wir sind ganz einfach krumm! ;)

Sabine W.
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Beitrag von Sabine W. »

Hallo Abrasol,

also ich stütze mich beim Zentrieren mit dem linken Arm am (linken) Beckenknochen ab und bleibe nicht mit den Fingern haken! Aber beim Drehen gibt es wohl nichts, was es nicht gibt! Ich habe mal einen Linkshänder kennengelernt, der die Scheibe wie hier üblich entgegen des Uhrzeigersinnes laufen ließ und auf der linken Seite des Klumpens/Gefäßes gedreht hat. Das Gefäß lief also in seine Hände hinein - er ist trotzdem nicht steckengeblieben mit den Fingern... Aber eigenartig sah es ja doch aus irgendwie! Auf den Azoren habe ich einem Töpfer zugeschaut, der den Scheibenkopf fast in Brusthöhe hatte - so könnte ich niemals vernünftig zentrieren, ohne mir die Gelenke vollends kaputtzumachen! Oder die ganzen Töpfer in anderen Ländern, bei denen der Scheibenkopf fast auf Erd-/Fußbodenniveau ist! Da tut mir der Rücken ja schon vom Hinschauen weh!
Gibt es Beid-/Bi-Händer nun eigentlich wirklich? Mir wurde bisher immer gesagt, so etwas gäbe es nicht, aber ich habe für mich so das Gefühl, ein solcher zu sein, weil sich fast alles mit beiden Händen gleich gut bzw. schlecht macht und mich manchmal gar nicht so recht entscheiden kann, was nun eigentlich besser ist!

Viele Grüße

Sabine

Abrasol
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Beitrag von Abrasol »

Hi Sabine,

Na wenn du sagst dass du es so hinkriegst dann glaube ich es dir. Und ich korrigiere dahingehend, dass - wenn man gewohnt ist aus dieser Haltung heraus (rechter Arm an der rechten eite Abgestützt) im Uhrzeigersinn zu drehen, es sehr wahrscheinlich Probleme gibt falls man die Drehrichtung ändert. Falls man aber (wie in deinem Fall) mit gleicher Drehrichtung links (und mit dem linken Arm) arbeitet, dies ganz einfach von Anfang an gewohnt ist und die Hand so hällt dass sie nicht hakt.
Gibt es Beid-/Bi-Händer nun eigentlich wirklich?
Die gibt es glaube ich recht häufig bei Linkshändern, da doch einige Gerätschaften und Anderes für Rechtshänder konstruiert wurden - und auch das natürliche Anpassungsbedürfnis an eine "rechtshändige Welt" tut einiges dazu dass man den rechten Arm gerne benutzen würde. Linkshänder-Tassen kannst du dir ja selbst drehen, bzw. die Henkel links montieren - oder sie einfach nur umdrehen, du verstehst was ich meine :wink:

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Pit
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Beitrag von Pit »

@sabine: hast du die fingerkuppen am ton dran? oder streckst du die weg vom klumpen? dann kann ich es mir auch vorstellen. auch wenn du keine kraft auf die fingerkuppen ausübst.
wenn man aber einmal eine große menge zentrieren muss - bekommt man es manchmal nicht mit der gewohnten technik hin. ich variiere dann. und da gehören meine fingerkuppen sehr dazu. die krallen sich (rechte hand nur) regelrecht in den ton (wenn ich den klumpen auf 12 uhr regelrecht zu mir hinziehe). ok - davon bekommt er vier rillen. aber zwischen den fingern sammelt sich der ton an, welcher halt die "unwucht" ist.
generell - sehen wir alle das jeder seine eigene technik hat. es muss funktionieren. nicht mehr - nicht weniger...

Sabine W.
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Beitrag von Sabine W. »

Hallo Pit,

habe mich in der letzten Woche mal kritisch selber beobachtet (sollte man ja sowieso dann und wann mal tun...): Die Fingerkuppen sind schon dran am Tonbatzen und üben auch Druck aus (allerdings nicht soviel wie die Handkante), befinden sich sozwischen 9 und 11 Uhr je nach Klumpengröße. Aber die Spitzen der Fingerkuppen (also ganz vorne) berühren den Klumpen dann doch nicht, sonst würde ich vermutlich auch steckenbleiben. Schwieriger als das Hochdrücken finde ich aber oft das Runterdrücken (zentriere immer sehr zur Spitze) bei größeren Mengen (also um die 8-10kg) oder festerem Ton. Habe mir da schon mächtig mein unterstes rechtes Daumengelenk lädiert... Wie machst Du/ macht Ihr das?

Ciao

Sabine

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Pit
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Beitrag von Pit »

ich drücke die masse mit dem linken daumen herunter. so muss ich nie irgendwie umfassen. der linke daumen ist ja auch beim hochdrücken wichtig, damit man keinen "krater" dreht. also er glättet die masse und verteilt somit die hochdrückende tonmasse.
du musst dir eigentlich beim großen klumpen ton nur zeit lassen. und wenn es der linke daumen nicht schafft die masse herunter zu drücken, dann drücke ich mit dem kompletten linken handballen auf die masse. dies aber so auf "3 Uhr" ungefähr...
muss aber zugeben, dasletzte mal 10kg zentriert habe ich vor ca. 8 jahren. kein bedarf an so großen gefäßen bei mir...

charlie
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Drehrichtung

Beitrag von charlie »

Halo Pitt

ich habe eine DVD mit

"" Drehen auf der Scheibe"" und "" Großdrehen von Gafäße ""

Ich könnte dir diese DVD gerne einmal zusenden, denn suf dieser DVD ist alle gut dokumentiert.


Gruß Charlie

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