für Scheibentöpfer

Antworten
fritz-rs

für Scheibentöpfer

Beitrag von fritz-rs » Samstag 6. Februar 2016, 13:27

für Scheibentöpfer

Ich bin Hobbyist an der Scheibe und habe keine Ahnung, welche Arbeitshilfsmittel üblich sind.
Kleine Teile kitte ich zum Abdrehen mit Ton in schon vorhandene Gefäße, die ich wiederum auf die Scheibe kitte.
Leider löst sich das leicht oder verschiebt sich.
Gesehen habe ich bei BSZ als Abdrehhilfe eine Doppelscheibe mit innenliegender Spirale. Sah aber recht schwach aus.
Das erinnerte mich an das bei Drechslern manchmal eingesetzte "Longworth"-Futter.
Von einem Freund habe ich mir hierfür 2 Scheiben aus Polycarbonat fräsen lassen. Sie werden durch die spiralartig gefrästen Nuten durch Schrauben verbunden und spannen sich, auf die Scheibe aufgesetzt, automatisch zentrierend und halten das Hilfsgefäß fest.
Er hat das gestern geliefert und ich mußte es heute unbedingt ergänzen und montieren.
Die auf die Schrauben lose aufgesteckten Halteadapter sind variabel und können den Erfordernissen angepaßt werden
Ob die Späne in den Nuten ein Problem werden?

Und ich wollte es Euch zeigen.

Gruß Fritz
20160206_115046bb.jpg
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Fotomanni
Beiträge: 196
Registriert: Dienstag 28. April 2015, 11:38

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von Fotomanni » Samstag 6. Februar 2016, 14:17

Ich habe mir nach langem Überlegen weil es doch ziemlich teuer ist, ein Giffin Grip gekauft. http://www.keramik-kraft.de/DE/Einr_-Ma ... tml?sel=46

Hab es jetzt erst ein paar Tage aber bisher bin ich sehr zufrieden damit. Der einzige Nachteil den ich bisher gefunden habe ist, dass man wirklich kleine Teile nicht spannen kann.

Bei Jäger und den anderen Verdächtigen gibt es einen Nachbau der deutlich billiger ist. Aber es ist mir nicht gelungen herauszufinden ob es den auch für die üblichen linksdrehenden Scheiben gibt.
Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

fritz-rs

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von fritz-rs » Samstag 6. Februar 2016, 15:01

Fotomanni hat geschrieben:Ich habe mir nach langem Überlegen weil es doch ziemlich teuer ist, ein Giffin Grip gekauft. http://www.keramik-kraft.de/DE/Einr_-Ma ... tml?sel=46

Hab es jetzt erst ein paar Tage aber bisher bin ich sehr zufrieden damit. Der einzige Nachteil den ich bisher gefunden habe ist, dass man wirklich kleine Teile nicht spannen kann.

Bei Jäger und den anderen Verdächtigen gibt es einen Nachbau der deutlich billiger ist. Aber es ist mir nicht gelungen herauszufinden ob es den auch für die üblichen linksdrehenden Scheiben gibt.
Das ist das Teil, das ich bei BSZ gesehen hatte, im Katalog aber nicht finde.
Ich will die kleinen Teile weiterhin in Gefäße einkitten, weil ich Sorge habe, daß sie durch die Kraft der Spirale zerdrückt werden.
Ich kann die Aufsätze (Adapter) mir auch selbst so bauen, daß sie passen.

(Rand der Welt? Wo ist das? Ich kenne nur ein "Ende der Welt": Finisterre)

Gruß Fritz

Fotomanni
Beiträge: 196
Registriert: Dienstag 28. April 2015, 11:38

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von Fotomanni » Samstag 6. Februar 2016, 15:37

fritz-rs hat geschrieben:(Rand der Welt? Wo ist das? Ich kenne nur ein "Ende der Welt": Finisterre)
Der Rand der Welt ist mitten in Hessen. In der Nähe von Gelnhausen. Hinter dem Haus in dem ich wohne ist der Rand der Erdscheibe und ein Wall damit niemand versehentlich runter fällt.
Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

reinerlie
Beiträge: 117
Registriert: Samstag 4. April 2015, 11:33

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von reinerlie » Samstag 6. Februar 2016, 19:30

fritz-rs hat geschrieben:für Scheibentöpfer

Ich bin Hobbyist an der Scheibe und habe keine Ahnung, welche Arbeitshilfsmittel üblich sind.
Gruß Fritz
20160206_115046bb.jpg
Hallo Fritz,
das hattest du im Mai 2015 geschrieben:

"vor etwa 16 Jahren habe ich mein intensives Keramikleben nach einem gesundheitlichen Problem (ich hatte mir beim Zentrieren eines 10kg-Hubels einen Wirbel ausgerenkt) pausieren lassen"

Sorry, wie kann man denn als Hobbyist versuchen 10 kg Ton zu zentrieren?

Gruß, Reinhard

fritz-rs

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von fritz-rs » Sonntag 7. Februar 2016, 13:21

Reinhard,
das war nicht das erste Mal. Nur dieses Mal war es danebengegangen. Vllt. weil der Ballen etwas fester war.
Ich habe aus Wittgert11 "sehr große" Schalen gedreht.
Sehr groß heißt für mich, daß sie mit Ø 45cm so eben in meinen E-Ofen paßten. Und Wittgert11 muß bei dieser Größe schon fest eingestellt sein.
Das hat aber auch nichts mit Hobbytöpfer zu tun. Ich kann recht gut und schnell zentrieren.

Gruß Fritz

fritz-rs

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von fritz-rs » Sonntag 7. Februar 2016, 13:25

Fotomanni hat geschrieben:
fritz-rs hat geschrieben:(Rand der Welt? Wo ist das? Ich kenne nur ein "Ende der Welt": Finisterre)
Der Rand der Welt ist mitten in Hessen. In der Nähe von Gelnhausen. Hinter dem Haus in dem ich wohne ist der Rand der Erdscheibe und ein Wall damit niemand versehentlich runter fällt.
Den kenne ich. Natürlich Gelnhausen auch. Aber das ist ein halbes Leben her, daß ich dort war und mein Arbeitsspeicher im Kopf ist etwas überfüllt.

Gruß Fritz

emden
Beiträge: 166
Registriert: Montag 12. November 2007, 19:55

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von emden » Montag 8. Februar 2016, 21:33

Geht doch einfach mal zu jemanden der euch zeigt, wie einfach man Gefäße mit etwas Feuchtigkeit auf der Scheibe fixiert und abdreht.
Und wie man sich Abdrehhilfen selbst dreht, die lederhart ebenfalls felsenfest mit 3 Tropfen Wasser halten. Auch wenn es etwas kosten sollte, immer noch billiger wie diese zweifellos kunstvollen technischen Geräte. Simplify your life!

Migla
Beiträge: 379
Registriert: Montag 26. Dezember 2011, 21:27
Wohnort: Wuppertal

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von Migla » Montag 8. Februar 2016, 23:08

Hallo, zum schnellen Abdrehen größerer Stückzahlen benutze ich seit zig Jahren eine Reihe von gedrehten und geschrühten Donseln die in Form und Größe auf meine Produktpalette abgestimmt sind,zum Teil auch in universeller Form für mehrere Artikel passend,zB. Kegel in div. Größen. Formen zum einsetzen oder überstülpen.Werden auf der nassen Scheibe zentriert und mit Massewulst fixiert und können da auch tagelang bleiben wenn viel in Serie gedreht und abgedreht werden soll. Muss nur feucht gehalten werden. So kann ohne viel Aufwand und Einstellerei und zusätzliches fixieren abgedreht werden,am besten auf einer zweiten Scheibe. Gruß migla

fritz-rs

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von fritz-rs » Dienstag 9. Februar 2016, 09:24

Michael,

meine Scheibe lohnt sich auf keinen Fall, weil ich mit Keramik nichts verdiene.
Es ist bei mir einfach der Spaß am Konstruieren, von Vorrichtungen, Öfen, Töpferscheiben und auch Werkzeug.

In diesem Sinne ist das vorgestelltre Teil unnötig, aber bequem, wenn mal eben Einzelstücke abgedreht werden müssen und ich automatisch zentriert spannen kann.

Gruß Fritz

nicht mehr angemeldet

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von nicht mehr angemeldet » Dienstag 9. Februar 2016, 12:28

Fritz,
nix gegen deinen Spaß am Konstruieren, ich bewundere dieses Talent, hier aber halte ich es für sinnvoller zu lernen, wie du OHNE eine solche Hilfe zurechtkommst.
Es ist natürlich wie alles Ansichtssache und man kann anderer Meinung sein. Ich aber mag wie gedrechselt aussehende Gefäße überhaupt nicht.
Ton an sich ist ein weiches und plastisches Material, das auf der Scheibe gedreht kleine Unregelmäßigkeiten der Oberfläche, der Kontur und Textur aufweist, die nicht immer nur schlecht sind und beseitigt werden müssen, weil sie den Arbeitsprozess abbilden und Leben verleihen. Finde ich. Mit akribischem Abdrehen kann man eine schöne Arbeit schnell ruinieren. Es sind oft Winzigkeiten, eine kleine Abweichung, eine minimale Richtungsänderung in der Kurve - nicht mathematisch korrekt, wenn man sich eine Parabel beispielsweise vor Augen führt ... nicht perfekt, aber oft wunderschön!
Wenn du die wegnimmst, nimmst du manchmal auch das Leben ...
Darum finde ich, dass es sich lohnt, das zu lernen - das Zentrieren per Hand ist anders. Je nachdem, wie deine Hand das Gefäß beim Zentrieren umfasst, an welchem Punkt der Umrisslinie du ansetzt, welche Partie der Umrisslinie du genau zentrierst, kann entscheidend sein für das Ergebnis. Es ist eine Gefühlssache, keine mechanische.
Vielleicht ein Gesichtspunkt?
Gruß, Ulrike

fritz-rs

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von fritz-rs » Dienstag 9. Februar 2016, 13:02

Ulrike,

ich verstehe Dich.
Mit dem Zentrieren von Hand habe ich bisher auch keine Probleme gehabt.
Ich bin nicht mehr für Aufbaukeramik geeignet. Mit 84 J sind meine Hände nicht mehr ruhig genug. Das macht auch beim Drehen Probleme.
Aber gleichzeitig ist es auch Therapie.
Ich habe derb gedreht mit deutlichen Spurrillen, mit nachvollziehbaren Spuren des Hochziehens, ich habe gedreht und verformt.
Jetzt muß ich nach der langen Pause wieder eine, meine Linie finden,
Mal sehen, wo ich hinkomme.

Gruß Fritz

Ich mache z.Zt. nur Gebrauchsgeschirr, weil mir das von Familie unmd Freunden aus der Hand gerissen wird.

nicht mehr angemeldet

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von nicht mehr angemeldet » Dienstag 9. Februar 2016, 13:15

Fritz,
du bist 84 Jahre?! Dann verstehe ich auch dich. Und wünsche die weiter ganz viel Freude bei der Arbeit und auch beim Konstruieren!
Ulrike :wink:

reinerlie
Beiträge: 117
Registriert: Samstag 4. April 2015, 11:33

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von reinerlie » Dienstag 9. Februar 2016, 19:56

Fritz,
danke für die Aufklärung. Jetzt ist mir so einiges klar.
Ich wünsche dir auch viel Freude und viel Schaffenskraft bei all deinen Dingen!

Gruß Reinhard

flechtliesl
Beiträge: 80
Registriert: Freitag 14. Juli 2006, 17:11

Re: für Scheibentöpfer

Beitrag von flechtliesl » Mittwoch 10. Februar 2016, 10:20

Ich bewundere Deine technischen Ideen, an die Du uns mit Freude teilhaben lässt.
Vielen vielen lieben Dank !!!
Viele Grüße

flechtliesl

Antworten