Shimpo mit holzdrehteller

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Mirja85
Beiträge: 2
Registriert: Donnerstag 4. Juni 2020, 12:56

Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von Mirja85 »

Hallo liebe HobbyTöpfer*innen,

ich habe da mal eine etwas typische Anfängerfrage und vielleicht auch eine etwas blöde Frage, aber vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen
..
ich habe auf meiner shimpo sogenannte holzdrehteller zum einfachen Abnehmen der frisch gedrehten Sachen. Wenn ich nun einmal drehen möchte ohne diese Holzteller, dann habe ich ja in meiner Metalldrehscheibe zwei Löcher ...mache ich die vorher zu? Wenn ja womit? Nicht, dass der ganze Ton in die Löcher geht oder ist das nicht schlimm? Ich bin dankbar für Hinweise und lasse liebe Grüße hier....Mirja

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 352
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Mirja,

du brauchst an den Löchern nichts zu machen, lass ruhig den Ton hineingehen. Wenn du ihn mal wieder herausbekommen möchtest, machst du das am Besten im trockenen Zustand, dann ordentlich Wasser drauf, dann zerfällt er nach ein paar Minuten und du kannst deine Holzplatte wieder reinstecken.

Schönen Gruß
Maria

Mirja85
Beiträge: 2
Registriert: Donnerstag 4. Juni 2020, 12:56

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von Mirja85 »

Danke für die antwort.
Ich Frage mich noch, ob die Löcher dann nicht beim Drehen stören?
VG

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 352
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Nein, keine Sorge, tun sie nicht.

Anfänger haben allerdings die Angewohnheit sehr stark auf die Scheibe zu drücken, aber selbst dann wirst du die Löcher nicht wirklich spüren. Es sind ja Vertiefungen, und keine Erhebungen.
Das Drücken auf der Scheibe gewöhnt man sich dann irgendwann mal ab. Wichtig ist dabei, dass man sich überhaupt darüber bewusst wird, was man mit den Händen so macht. Das überfordert am Anfang, aber es ist eigentlich das A und O um drehen zu lernen.

Schönen Gruß
Maria

Eli
Beiträge: 3
Registriert: Freitag 28. August 2020, 14:08

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von Eli »

Auch ich bin neu hier und kämpfe in der Praxis mit den einfachsten Dingen. Ich habe mir Teller aus Gips und Siebdruckplatte gemacht, um darauf flache oder größere Formen zu drehen, aber sie halten nicht auf dem Scheibenkopf. Schon beim Zentrieren fliegt mir regelmäßig alles um die Ohren. Muss der Scheibenkopf Löcher haben? Ich habe in Erinnerung, das mein Meister früher die Teller nur auf Tonringe gedrückt hat.
Ich freue mich über jede Antwort, weiß aber nicht, wo und wie ich die dann finde. Habe das System hier noch nicht durchschaut.
Liebe Grüße,
Eli

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 352
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Eli,

ich habe Gipsscheiben so zu befestigen gelernt, dass man eine recht dünne Schicht Ton über die ganze Fläche des Scheibenkopfes verteilt, also einen Klumpen flach zentriert und dann auf der halbwegs abgetrockneten Scheibe nach außen drückt bis zum Rand und mit einer geraden Schiene einebnet. Die Schicht ist etwa nur einen halben Zentimeter dick. Dann z.B. mit der Ecke der Schiene, oder mit einem anderen Gegenstand der den Scheibenkopf nicht verletzt, eng aneinander liegende, tiefe Rillen auf diese Fläche macht, praktischerweise als Spirale, und sehr viel Wasser drauf macht, dass es in den Rillen drin bleibt, und eine vorher einige Sekunden unter Wasser gehaltene, klatschnasse Gipsscheibe vorsichtig drauf legt, möglichst mittig, und andrückt. Falls die Gipsscheibe zu sehr eiert, kann man sie noch einen Moment lang in die Mitte klopfen, dann saugt sie sich fest. Darauf habe ich dann gedreht. Manchmal hat sich die Scheibe wieder abgelöst, aber das war eher selten und immer nur dann, wenn sie nicht nass genug war oder wenn ich zu lange gedreht habe. Und manchmal hat sich auch der Klumpen beim Zentrieren vom Gips abgelöst, wenn letzterer zu trocken war. Dann musste man nur noch mehr Wasser drauf machen.

Den Gips macht man offensichtlich sehr nass, damit er an dieser sehr flachen Tonspirale kleben bleibt, also könnte es auch mit den Siebdruckplatten klappen, denn die sind ja auch nicht porös. Vielleicht muss man verschiedenen Versuche mit der Zugabe des Wassers in den Rillen machen.
Ein Problem ist, dass das Spritzwasser beim Drehen oberhalb des Randes der Auffangwanne ausgeschleudert wird und man sich irgend eine Möglichkeit erfinden muss, damit es nicht in der Umgebung der Scheibe und einem auf dem Schoß landet. Dagegen kann man einen Schwamm z.b mit einer Wäscheklammer so am Schlickertopf oder an einem anderen Gegenstand befestigen, dass er den Rand der Gipsscheibe berührt und das Spritzwasser somit aufgefangen wird und am Schwamm herab in die Wanne läuft.

Nach dem Drehen schneidet man unterhalb des Topfes und unterhalb der Gipsplatte durch, selbst dann klebt der Gips noch ziemlich stark. Man kann dann mit einer kräftigen Holzschiene oder ähnlichem zwischen Scheibenkopf und Gips wenige Zentimeter reingehen und leicht anhebeln, dann löst sich die Gipsscheibe. Dafür sollte man lieber nicht etwas schmales, hartes nehmen, denn das könnte den Gips beschädigen, der ja in nassem Zustand sowieso besonders empfindlich ist. Lieber eine breites Hölzchen oder das runde Ende einer Schiene. Danach glättet man für das nächste Stück nochmal die Tonfläche, macht eine neue Rille und neues Wasser drauf.
Die Tonfläche sollte möglichst eben sein, sonst könnte es sein, dass der nasse Gips beim Andrücken durchbricht wenn er zum Beispiel nur in der MItte aufliegt und nicht an den Rändern. Ein Millimeter Unterschied reicht da schon, damit die Gipsscheibe kaputt geht.

Wenn die Töpfe so weit sind, dass man sie von den Gipsscheiben nehmen kann, sollte man Unter- und Oberseite gleich mit einer weichen Schiene abschaben, das ist der Moment an dem es am einfachsten ist die Gipsscheibe sauber zu kriegen. Vorsicht mit eventuell abgeschabten Gipsteilen die dann wieder im Ton landen! Falls der Ton an der Gipsscheibe antrocknet sollte man warten bis er ganz durchgetrocknet ist, einige Teile fallen dann von alleine ab und die anderen kann man erst sehr nass machen damit sie aufweichen und dann auch abschaben und mit klarem Wasser nachwischen. Wenn man mit sehr schlickerigem Wasser auf Gipsscheiben herumwischt kann es sein, dass sich die Poren verschließen und die Saugfähigkeit sehr nachlässt.

Schönen Gruß
Maria

soulkitchen
Beiträge: 28
Registriert: Freitag 13. Dezember 2019, 19:41

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von soulkitchen »

Es gibt eine schöne Variante einen nassen, ausgewrungenen Chamois (Echtleder) auf den Scheibenkopf zu legen, komplett alle Falten auszu"bügeln" und darauf die Gipsscheibe legen, zentrieren und festdrücken. Dann hat man auch das Problem mit dem Spritzschutz nicht.

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 352
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Hallo Soulkitchen,

das hört sich sehr elegant an, ich werde es gleich mal ausprobieren. Die Gipsscheibe ist dann aber nass, oder? Sonst löst sich ja der Tonbatzen schon beim Zentrieren.

Das Drehwasser landet mit einer Gipsscheibe auf dem Scheibenkopf trotzdem nicht in der Auffangwanne, einfach weil die obere Kante der Gipsscheibe höher liegt als der Wannenrand. Da dürfte auch das Chamois nicht viel daran ändern.

schönen Gruß
Maria

soulkitchen
Beiträge: 28
Registriert: Freitag 13. Dezember 2019, 19:41

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von soulkitchen »

Hey Maria,

genau, auch die Gipsscheibe muss nass sein.
Ich habe einen extrabelastbare Gipsmasse gefunden und giesse recht subtile Gipsscheiben, aber Du hast Recht, ein Teil spritzt immernoch. Nichts im Vergleich zu meiner braunen Tonmasse + Tonspirale + Holzbat. :D
Die Gipsscheiben sind fantastisch auch in deiner beschriebenen Variante, das ist ein ganz anderes Trocknen.

Bestes zurück.

Eli
Beiträge: 3
Registriert: Freitag 28. August 2020, 14:08

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von Eli »

Vielen Dank für die Antworten!
Die Siebdruckplatten haben sich überhaupt nicht festgesaugt, aber mit den angefeuchteten Gipsplatten auf dünner Tonschicht klappte es gut. Spritzer blieben komplett im Spitzschutz meiner Shimpo.
Da war bei früheren Versuchen die Tonschicht wohl zu dick und zu trocken.

Maria Ortiz Gil
Beiträge: 352
Registriert: Dienstag 1. März 2016, 13:14

Re: Shimpo mit holzdrehteller

Beitrag von Maria Ortiz Gil »

Ja, das ist verrückt! Manchmal macht ein ganz kleiner Unterschied schon, dass es funtioniert, und wenn man den nicht rausbekommt, könnte man man an der Sache verzweifeln.
Daher rührt meine Motivation hier so ausführlich über "Kleinigkeiten" zu schreiben, die ich im Laufe eines Töpferlebens rausbekommen oder gezeigt bekommen habe.

Schönen Gruß
Maria

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