Welche Waage fuer's Glasurtesten

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chatzchen
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Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von chatzchen » Dienstag 23. Juni 2015, 07:04

Hallo,
ich bin dabei mich in das Thema Glasur-Test einzulesen und will es bald mal versuchen eigene Glasuren anzumischen und eigene Rezepte herzustellen.
Hab das Buch Steinzeug Glasuren: Segerkegel 6a von Wolf Matthes wonach ich mich richten will.

Nun stellt sich aber die Frage was fuer eine Waage ich dazu brauche.
Hab hier im Forum gelesen dass es nach der "minimalen Wiegemenge" {TGmin} geht aber mir ist noch nicht klar ob es eine mechanische oder ob es eine digital waage sein muss/kann.
Auch weiss ich derzeit noch nicht was meine mimnimale wiegemenge ist denn ich hab ja noch keine rezepte, bzw weiss nicht was sich aus den Tests ergibt und in welche Richtung ich weiter testen muss.
Ich weiss nur dass sehr genau gewogen werden muss um die glasuren rekonstruieren zu koennen.

Kann mir jemand einen Tipp geben worauf ich achten muss?
Ich bin Hobby Toepfer seit 15 Jahren und habe Scheibe und Ofen aber was Glasuren angeht noch null Erfahrung.

PS: Bin in Perth/Australien und habe daher leider nicht die Moeglichkeit bei Jaeger eine Waage zu bestellen oder so.

Vielen Dank fuer jegliche Info
von Gabi aka chatzchen.

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Re: Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von nicht mehr angemeldet » Dienstag 23. Juni 2015, 08:04

Guten Morgen,

dann kennst du den Thread wohl schon?
viewtopic.php?f=1&t=3030&hilit

Ich bin nach wie vor zufrieden und würde sie wieder kaufen (Kern PFB-BA-def-0912)

Wenn du nur gelegentlich Versuche machen willst, dann tut`s vielleicht auch eine günstigere Waage mit größerem "kleinsten Teilegewicht" [TG min].
Wenn du überwiegend Line Blends machen willst, dann vielleicht auch.

Wenn du aber vorhast, oft Versuche zu machen und das mit vielen Zuschlagstoffen, Einfärbungen in geringer Menge, dann kauf dir eine gute und entsprechend teure. Sonst bist du gezwungen jedesmal mindestens 100 g abzuwiegen, brauchst davon aber nur 20g pro Probe.

Stichwort Laborwaagen/Präzisionswaagen für die Suche .. viel Erfolg!
Ulrike

Regina
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Re: Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von Regina » Dienstag 23. Juni 2015, 08:11

Man könnte aber auch 100gr oder lieber mehr von irgendwas auf die Waage legen und dann20 gr abwiegen. Gut die Genauigkeit leidet etwas.
Gruß
Regina

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Re: Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von nicht mehr angemeldet » Dienstag 23. Juni 2015, 08:16

Regina hat geschrieben:Man könnte aber auch 100gr oder lieber mehr von irgendwas auf die Waage legen und dann20 gr abwiegen. Gut die Genauigkeit leidet etwas.
Gruß
Regina
Sorry, bei mir hakt es grade.
Wenn ich 5 - 10 Zuschlagstoffe habe zwischen 0, 2 und 15 Gew. % - ist bei mir der Fall - und nur 20 gramm Grundglasur wiege ...
wie meinst du das, Regina?

Fotomanni
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Re: Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von Fotomanni » Dienstag 23. Juni 2015, 13:10

Für die größeren Mengen ist eine normale Küchenwaage sicher hinreichend genau. Für kleine Mengen würde ich eine Feinwaage mit 1/100g Teilung empfehlen. So eine habe ich für Gewürze und die wiegt auf 1/10g genau. Mit Kalibriergewichten nachgeprüft. Und kostet gerade mal etwas über 10€. Hat allerdings auch ein Höchstgewicht von 100g. So viel lege ich da aber nie auf.
Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

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Günter
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Re: Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von Günter » Mittwoch 24. Juni 2015, 22:45

Es gibt z.B. ein grosses Angebot an elektronischen Feinwaagen bei ebay - und ich nehme an, kann man auch in Australien bekommen, weil die Waagen bestimmt aus China kommen. Ich wollte mal wissen, wieviel Briefe GENAU wiegen, um die Post auszureizen; habe aber die Vermutung, dass die Dinger gern zum Auswiegen bestimmter "Kräuter" (oder Gold und Edelstein) benutzt werden, weil sie offensichtlich zum in die Tasche stecken bestimmt sind. Wie auch fotomanni schrieb, sehr günstig; man kann auch 0,001g Genauigkeit haben, wenns denn sein muss.

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Re: Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von nicht mehr angemeldet » Donnerstag 25. Juni 2015, 11:32

Okay, weil ich so ein Kräuter/Gold/Briefdings schon mal zurückgeschickt habe, wie auch meinen ersten Versuch bei Jäger:
viewtopic.php?f=1&t=3030&hilit
Entscheidend ist das kleinste Teilegewicht, das die Waage annimmt.
Wenn ich eine Ablesbarkeit von 0,01 gramm habe, was völlig ausreicht, das [TG min] aber bei 0,2 oder höher liegt, dann passiert das hier:
SpiritStar hat geschrieben: Bin zwar immer noch nicht 100%ig zufrieden, da die Waage trotzdem manchmal "runterzählt" - bedeutet,
ich lege etwas darauf und Sie zeigt ein Gewicht an, aber ca. 3min. später zeigt Sie bis zu 2g weniger an...
Nehme ich dann das Gewicht herunter sehe ich aber genau um wieviel Sie heruntergezählt hat, da Sie dann z.B. -2,00g anzeigt
Hab grade nochmal bei ebay geschaut - dazu wird bei diesen billigen Dingern nichts angegeben. Irgendwo muss der Preisunterschied ja auch herkommen.
Man kann sie verwenden, das ist aber eine Frage der Verhältnismäßigkeit und wofür:
Wenn ich nur feststellen möchte, wieviel irgendein Gegenstand wiegt, Brief, Gold oder weiß der Kuckuck - kein Problem.
Wenn es mir aber darauf ankommt eine bestimmte Menge abwiegen zu können, das kann man vergessen. Es sei denn jemand schafft auf Anhieb gleich die korrekte Menge. Oder arbeitet sich in kleinen Schrittchen bis zur gewünschten Menge vor - die er aber auf keinen Fall ÜBERSCHREITEN sollte, da fängt nämlich das Problem an.
Wenn man von der zu großen Menge wieder was wegnimmt, muss man ja dann, bekommt man Phantasiewerte angezeigt, wie von SpiritStar oben beschrieben.

Man kann die Dinger nehmen, wenn man, sagen wir mal für 3 kg Grundglasur die Einfärbungen abwiegen möchte. 1% Kobaltoxid auf 3kg sind 30 g - kein Problem.
Wenn ich aber, um Materialkosten zu sparen und meine Restetonne zu entlasten, eine 20 g Probe abwiegen will, mehr braucht man nicht für ein Plättchen, dann sind es 0,2 g Kobaltoxid.
... bei Kobalt bewirkt schon eine geringe Abweichung den Unterschied zwischen Knatschblau und einem zartem Hauch - bezogen auf eine Gesamtmenge von 20g jedenfalls.

Dann doch lieber eine gute mechanische Waage, wie von fegora empfohlen.

Hier nochmal eine Übersicht:
Bild
http://www.waagen-pruemm.de/N2_Download ... _daten.pdf

Gruß, Ulrike

Gasbrenner
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Re: Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von Gasbrenner » Samstag 27. Juni 2015, 10:23

Es ist natürlich wünschenswert, Rohstoffe zu sparen und nicht zu viele Entsorgungsreste zu produzieren. Aber auch in der Minimierung der Probemengen gibt es Grenzen. Wenn wir bei den Farboxyden von Anteilen unter 1% im Versatz reden, ist es schon klar, dass da bei 20g Glasurproben ein Handhabungsproblem auftaucht. Wenn man bis 0,2g abwiegt, ist es schon von Bedeutung, ob und wie viel da an Unterlage, Spatel etc. haften bleibt. Ich stelle die tatsächliche Reproduzierbarkeit solcher Miniproben unter Werkstattbedingungen in Frage.
Ich habe, trotz guter Feinwaage, in Glasurversuchen nie unter 0,5g verwogen.

Dazu kommt, dass jede Waage nur so gut ist, wie ihre Wartung. Deswegen gibt es in allen Qualitätsmanagements von Laboren auch eine Messmittelüberwachung. Elektronische Waagen neigen bei abnehmender Batterieleistung bisweilen zu Fehlern und auch bei mechanischen Waagen kann es mal "klemmen". Bisweilen ist nur ein begrenzter Wägebereich betroffen. Wenn man das nicht merkt ist die Reproduzierbarkeit futsch.

Wenn man sich eine Feinwaage holt, sollte man sich somit auch Prüfgewichte leisten und vor einer Versuchsserie seine Waage in unterschiedlichen Gewichtsbereichen überprüfen.

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Re: Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von nicht mehr angemeldet » Samstag 27. Juni 2015, 13:02

Ja, auf die Justierung sollte man achten, wie auch auf Windschutz usw, hier mal eine Info:

http://www.kern-sohn.com/manuals/files/ ... d-0023.pdf

Abnehmende Akkuleistung der Waage ist kein Problem, man braucht sie ja nur an den Strom zu hängen.
Und es empfiehlt sich von Zeit zu Zeit mal zu überprüfen, ob das gewogene Gesamtgewicht einschließlich aller Zugaben tatsächlich dem rechnerischen entspricht. Was ich leider öfter tun muss, als mir lieb ist. Wenn ich nicht ganz sicher bin, ob ich nix vergessen habe - wenn ich viel wiege, werd ich nach einer Weile dusselig im Kopf und die Konzentration ist im Eimer. Line blends mit zwei oder drei Komponenten sind auch eine gute Möglichkeit die Sache zu vereinfachen, dabei muss man sich aber noch mehr konzentrieren, ist bei mir jedenfalls so.

Aber ich schätze für Gabi ist das alles (noch) nicht nötig und eine einfachere Lösung wäre die beste.
... sprich größere Mengen wiegen und die Glasurreste fachgerecht entsorgen. Wenn man das nur gelegentlich macht, produziert man ja keine Unmengen an Abfall.

Gruß, Ulrike

jasminlucia
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Re: Welche Waage fuer's Glasurtesten

Beitrag von jasminlucia » Samstag 27. Juni 2015, 22:20

Manche "Reste" unliebsam gewordener Farbtöne kann man auch gut mit Farbkörpern ganz übertünchen oder sie einfach in ein Gefäß schütten, sprich- mein Türkis ist nicht so schick, ich mach n Blauton draus oder ich kipps in eine Blumenvase wo man`s hinterher nicht sieht wie innen glasiert ist.

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