Künstler Sozial Kasse

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Irmy
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Künstler Sozial Kasse

Beitrag von Irmy » Mittwoch 2. August 2006, 14:31

Hallo zusammen.
Ich habe nun vor, (mit 56 Jahren) mein Erlerntes endlich als Haupttätigkeit umzusetzen. Bisher mußte ich einem anderen Job nachgehen (freiberuflich), um zu überleben. Keramik habe ich nur nebenbei produziert und auch keinen Absatz gefunden. Da ich in England Keramik studiert hatte, kenne ich mich hier nicht genug aus.
Nun liegt mir viel daran, dass ich auch sozial einigermaßen abgesichert bin.
Ich habe vor, Kurse zu geben und möchte meine Produkte auf Märkten verkaufen. Ob und wie ich davon leben kann, kann ich nicht richtig abschätzen. Übergangsweise will ich meinen jetztigen Job noch beibehalten.
Ich bezahle relativ viel für meine private Krankenkasse (500,--€), obwohl ich nur zum Minimum versichert bin.

Wie macht Ihr das und kann ich noch in meinem Alter in die KSK aufgenommen werden? Wie und als was melde ich mich an und was muß ich etwa mtl. bezahlen?

Könnt Ihr mir Starttipps geben?

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Günter
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Beitrag von Günter » Donnerstag 3. August 2006, 10:43

Leider, leider, wird der zugang zur KSK in den letzten Jahren sehr restriktiv gehandhabt - mit anderen Worten: die KSK legt für Neumitglieder die Hürden sehr hoch! Um überhaupt eine Chance zu haben muß man glaubhaft machen, wirklich "Künstler" zu sein - gemessen wird das am leichtesten an Ausstellungen, Wettbewerben etc., wobei ein degree in ceramics natürlich sehr hilfreich ist. Ausserdem wird ein gewisser Mindestumsatz erwartet, sonst fällt das gleich in die Kategorie Hobby.
Wenn man erst mal drin ist, ist die Sozialversicherung konkurrenzlos günstig: für Kranken- und Rentenversicherung fallen im Monat unter 100 Euro an. Aber ohne die schriftliche Dokumentation von etlichen Ausstellungen/Wettbewerbsbeteiligungen etc. stehen die Chancen schlecht!
Allgemein ist der Verkauf von Keramik auf Märkten in der Krise - was nicht für jeden gilt (manche produzieren Geschirr sehr billig, andere haben einen exklusiven Stil der Dekoration und können so immer noch kunden gewinnen). Leider werden die keramikmärkte immer mehr und viele denken, wenn die Märkte immer weniger bringen, muß ich halt einfach mehr Märkte machen - das führt aber nur zur Selbstausbeutung und nach einer Marktsaison oft zur totalen Erschöpfung.
Ich würde den Schwerpunkt im Augenblick sehr deutlich auf Kurse legen und die Märkte SEHR vorsichtig probieren - auf die wirklich umsatzträchtigen ist es sehr schwer reinzukommen uns alles andere kann einfach wochenende für wochenende ein fiasko sein.
Andererseits gibt es von der Bundesanstalt für Arbeit durchaus noch immer Startbeihilfen für existenzgründer, wobei dann für eine begrenzte zeit die Sozialversicherung sehr viel günstiger ist. Die wollen aber auch ein überzeugendes Betriebs-Konzept.

Irmy
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Beitrag von Irmy » Donnerstag 3. August 2006, 15:38

Herzlichen Dank, für deine Info.
Ja so habe ich es mir schon halbwegs gedacht.
Ist einfach schade, wenn man etwas erlernt hat in jahrelangem Studium, selbst als erfüllende Tätigkeit empfindet, aber dann nicht davon existieren kann.
Von der BfA kann ich, glaube ich, nichts erwarten, da ich nicht in einem festen Arbeitsverhältnis war, sondern selbstständig.

Aber, kann man von Kursen einigermaßen "über die Runden" kommen? Und wie gehe ich da am besten vor? Bei mir passen nur 5 Leute in den Raum.

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