Verpackungsgesetz

Wieso, weshalb, warum ...
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Toepfer
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Verpackungsgesetz

Beitrag von Toepfer » Dienstag 15. Januar 2019, 23:05

Es ist ja nun seit 15 Tagen gültig, allerdings bin ich noch nicht tätig geworden. Nach ausführlichen Recherchen stellte ich fest, JA ich bin dabei. Ich gelte als sogenannter "Hersteller". Mit dem ersten Onlinepaket, wo ich um eine alte Kiste neues Klebeband mache, bringe ich Verpackungsmittel in Umlauf. Auf dem Töpfermarkt haben die meisten Kunden ja vorbildlich Taschen dabei. Dennoch sollte ein Kauf nicht daran scheitern und ich habe doch passende Tüten am Stand. Tüten und Taschen in den Verkehr bringen fällt aber auch unter das Gesetz. Momentan sind Keramiker wohl noch nicht im Fokus der Abmahnwelle. Aber wenn irgendwo Geld zu holen ist, wird das irgendwann auch geschehen. Zumal das "Lucid" Verzeichnis ja öffentlich einsehbar ist. Wenn die ersten Märkte laufen, geht der Abmahnanwalt einmal über den Markt und wen er nicht im Verzeichnis findet, ist halt dran.

Wenn ich es richtig verstanden habe, sucht man sich also einen Dienstleister, welcher da anerkannt ist. Entweder man nimmt den 'grünen Punkt', oder eben einer der anderen anerkannten acht Dienstleister. Wenn ich da 5kg Papier und 1kg Plastik angebe, sollte mein Verbrauch gedeckelt sein. Die Preisunterschiede bei den Anbieter variieren von 9,- bis 80,- pro Jahr. Und dann muss man sich beim [Register anmelden.
https://www.verpackungsregister.org/.

Ich war mal so frei und habe hier https://oeffentlicheregister.verpackung ... ufacturer einige meiner Kollegen in der Datenbank gesucht. :green: Keinen Töpfer gefunden. Unwissenheit hilft leider nicht vor Strafe.
Darum hier an die professionellen Kollegen: Wie ist euer Stand und eure Meinung bezüglich VerpackungsGesetz?

wolle
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von wolle » Mittwoch 16. Januar 2019, 02:28

Hi,
ich habe bei Reclay zertifiziert (hat ja Ton im Namen :-)). Ist günstig und es gibt einen Frühbucherrabatt. Lucid-Registrierung muss natürlich auch sein, schon vorher, damit man die Verpackungsentsorgung dieses Jahr überhaupt kaufen kann.
Ehrlich gesagt sind die Preise nicht so hoch, daß ich mich darüber aufregen würde. Die Bürokratie dahinter ist natürlich ein Witz, aber das ist halt der Preis, den man bezahlen muß, wenn man beruflich mitspielen will.
Gibt ja noch ganz andere Sachen: Dienstleistungsvertrag für Hoster, Geoblocking, etc. Alles Brüsseller Schwachsinn, der einfach nur überflüssig ist.

Ich verwende viele Kartons, die sich ansammeln, aber ich kann doch jetzt nicht jeden anderen Onlinehändler anschreiben und mir bestätigen lassen, daß seine Kartonagen registriert sind. Das hat Methode, um mehrfach abzukassieren und konterkariert natürlich den Recycling Gedanken.

Ich habe auf Anhieb im Lucid-Verzeichnis 70 Töpfer gefunden. Such mal mit "Keramik" als Herstellername.

Nicht ärgern, einfach einpreisen.
Gruß,
Wolfgang

axolotl
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von axolotl » Mittwoch 16. Januar 2019, 14:37

Hallo,
Gehts bei der Verpackungsverordnung ( seit 1.1. Gesetz) nicht um die sog. "Erstinverkehrbringer", also die Händler, bei denen wir unsere Tüten und Seidenpapiere einkaufen ? Hab ich jedenfalls so verstanden. Diese sollten einen Nachweis bereitstellen können, das sie am dualen System teilnehmen und ihre verkauften Materialien schon "besteuert" sind. Oder bin ich im Irrtum ?
Grüße,
Alex

Toepfer
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von Toepfer » Mittwoch 16. Januar 2019, 15:03

Ich bin halt auch etwas verwirrt. Ich höre ständig, ich müsse mich nicht registrieren lassen. Lese ich aber Ratgeber, oder das Gesetz selber, so lese ich eine Registrierungspflicht heraus.
Definitiv Fakt ist wohl: mit Onlineshop bzw Versand = teilnehmen und registrieren.
Wie @wolle bereits sagte, es wäre momentan nicht viel Geld. Es ist eben alles typisch amtsdeutsch gehalten.
Ich möchte jetzt hier mal nicht auf private Seiten verlinken. Aber am besten erklären es Anwaltsseiten. Mal nach:
Wer ist Hersteller im Sinne des Verpackungsrechts
suchen. Die zuerst gefundene Kanzlei erklärt das recht ordentlich.
Tüten sind übrigens "Serviceverpackungen".

axolotl
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von axolotl » Mittwoch 16. Januar 2019, 15:25

Ach du grüne neue, bis eben war meine Welt noch in Ordnung...
Ich hab das gefunden:

"Im Wesentlichen dreht sich das Gesetz um Verkaufsverpackungen, die „typischerweise dem Endverbraucher als Verkaufseinheit aus Ware und Verpackung angeboten werden.“ Dazu gehören auch der Pappkarton und die Polsterfolie, in die der Online-Händler seine Ware packt und zum Versand zur Post bringt. Ob die Verpackung tatsächlich beim Endverbraucher ankommt, ist im Einzelfall irrelevant. Auf jeden Fall muss die Verpackung bei einem dualen System lizenziert sein, damit der Verbraucher zu Hause die Möglichkeit hat, sie in die Wertstoffsammlung zu geben."

Das erklärt jedenfalls, warum Onlinehändler betroffen sind - die können ja schlecht ohne Verpackung versenden.
Ich seh mich jetzt aber nicht als Befüller einer Verpackung. Und ich seh auch nicht ein, eine bereits lizensierte Verpackung ein zweites mal registrieren zu lassen .- das ist doch kompletter Schwachsinn, egal was im Gesetz steht. Also echt...

Angela76
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von Angela76 » Mittwoch 16. Januar 2019, 18:35

Hallo, so ist auch meine Auffassung: Das Gesetz betrifft Hersteller, die die Verpackungen ERSTMALIG in den Umlauf bringen? Also quasi meinen “Papiertüten-Lieferanten”, aber mich nicht mehr.
Korrigiert mich bitte, wenn ich das missverstanden habe.

Liebe Grüße
Angela

hille
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von hille » Mittwoch 16. Januar 2019, 18:54

Wie anfangs schon geschrieben, eigentlich gibt es diese Pflicht schon seit Jahren. Nur die zentrale Registrierung ist neu. Denn beim Vergleich der bisher lizensierten Mengen mit dem tatsächlich anfallenden Verpackungsmüll hat sich herausgestellt, es fällt ein Drittel mehr Müll an, als lizensiert, also bezahlt wurde. Es wird also in großem Stil beschissen.

Ich glaub jetzt auch nicht, dass dieses Drittel von den bisher ahnungslosen Töpfern stammt. :green: Das Blöde an dem Gesetz ist halt, es gibt keine Bagatellgrenze. In anderen Ländern ist das teils anders (es ist KEINE EU-Regelung). Also grundsätzlich stimmt das, ab dem ersten Paket, ab der ersten Tüte braucht man eine Lizenz. Die Frage ist jetzt, interessiert sich jemand für die Lizenz eines Töpferleins auf dem Markt, oder nicht?

Für die Vergangenheit kann ich nur sagen, ich habe zwar seit es Pflicht ist, Lizenzgebühren gezahlt (ich verschicke viel), es hat aber noch nienienie jemand überprüft und ich habe auch nie von einem anderen gehört, der überprüft worden wäre. Ob sich das mit der für jedermann einsehbaren Registrierung nun ändern wird, kann man einfach noch nicht sagen.

Wer Schiss hat, sollte die Registrierung machen und ein bisschen Papier lizensieren, das kostet beim billigsten Anbieter fast nichts, und kann dann ruhig schlafen. Wem das alles zu bescheuert ist (kann ich auch verstehen), der muss halt das Risiko eingehen...

@Angela: Du hast das missverstanden! Der Hersteller ist der Hersteller, du bist die ERSTMALIG in Umlauf bringende. Du bist nämlich nicht der Endverbraucher, der Endverbraucher ist dein Kunde. Verstanden?

Angela76
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von Angela76 » Mittwoch 16. Januar 2019, 19:23

@Hille: Verstanden! 8)
Vielen Dank für das Aufklären!

axolotl
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von axolotl » Donnerstag 17. Januar 2019, 09:14

Ja, Dank an Hille, dein Beitrag bringt wirklich Licht ins Dunkel !

Habt ihr vielleicht noch ne Idee, wie das mit Zeitungspapier als Verpackungsmaterial ist ? Ich verwende das am liebsten und häufigsten...

Grüße, Alex

hille
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von hille » Donnerstag 17. Januar 2019, 10:02

Betrachten wir es doch mal andersherum: Nur bei Verpackungen, die ihr gekauft habt, kann euch auch jemand nachweisen, dass ihr sie dann irgendwann in Verkehr gebracht haben müsst (außer, sie stehen noch bei euch rum). Wieviel Zeitungen ihr benutzt habt, wer soll das nachprüfen? Oder wieviel gebrauchte Kartons.
Das Gesetz ist halt nicht für uns kleine Krauter gemacht und berücksichtigt bereits gebrauchte Verpackungen oder Zeitungen nicht (in der Theorie müsstest du den Nachweis führen, dass sie bereits vom vorherigen in Umlauf Bringer lizensiert sind, Zeitungen sind das natürlich nicht, ich glaub, an Zeitungen hat echt niemand gedacht). Denn die Firmen, bei denen wirklich nennenswerte Mengen an Verpackungen unters Volk gebracht werden, die benutzen ja nur frische.

Aber mal so als Abwägung: Wenn du ausschließlich auf Märkten oder aus der Werkstatt verkaufst, wie soll dir irgendjemand nachweisen, wieviele Zeitungen du dabei verbrauchst? Wenn du ein paar Kilo Papier lizensierst, dann hast du im Fall, überprüft zu werden, deine gesetzlichen Pflichten erfüllt und gut is.
Wie immer keine Rechtsberatung, nur so ein paar Gedanken von mir. :)

chixie
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von chixie » Donnerstag 17. Januar 2019, 10:12

@Alex zeitungspapier nutze ich immer als füllmaterial für meine versand. solange dass die artikeln eng zusammen gepackt sind, achso kein spielraum in der karton gibt, dann kann es nicht viel passieren.

axolotl
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von axolotl » Donnerstag 17. Januar 2019, 10:27

So, ich hab das jetzt gemacht.
Bei Reclay, der Name paßt einfach zu gut---
Kostet wirklich nicht viel und man hat dann Ruhe...

Einen hohen Verbrauch an Verpackungen wünscht euch
Alex

hille
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Re: Verpackungsgesetz

Beitrag von hille » Donnerstag 17. Januar 2019, 10:34

axolotl hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 10:27
Einen hohen Verbrauch an Verpackungen wünscht euch
Alex
Heheeeee, genau!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :D

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