Gips bzw Gipsform

Wieso, weshalb, warum ...
Alles was nirgend wo anders rein passt soll hier rein!
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DeEl
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Registriert: Samstag 20. April 2019, 21:16

Gips bzw Gipsform

Beitrag von DeEl »

Hallo an alle Keramik und vor allem Gips Spezialisten

Ich habe folgendes Problem :

Ich verwende normales Modellgips von Krone und habe immer das Problem das der Gips auf der Seite wo er zur Form hin abgegossen wird helle und dunkle flecken habe. Im Gipsbrei ist dasmanchmal so das ich mal unregelässige braune Verfärbungen habe allerdings nicht immer und nur ganz wenig.

Nun denke ich das ich ungleichmössigen Gips irgendwie herstelle weil wenn ich damit Keramik giesse ich ungleichmässige Wandstärken bekomme.

Manche stellen sind schon verfestigt andere wiederum noch weich.Diese geben mir dann folglich risse.
Was mir nochauffällt ist das der gips ab und zu an manchen stellen nicht wirklich zieht und dichter ist als wo anders.

Was kann das sein ?Was mache ich in der Gips Herstellung falsch ? ist das womöglich der Falsche gips?

Wie ich den Gips herstelle :

100 g gips mit 63 g Wasser

Wasser wird vorgelegt und dann zügig der Gipsbrei eingestreut.
2 min Sumpf zeit halte mich da an Krone
und dann wird er für 45 sec unter Vakuum bei 450 rpm angemischt.

Habe es schon mit kürzerer Sumpf zeit bzw längerer Versucht . Ebenso schon längere Mischzeit von 2 min .

Ich bin langsam rastlos da jede Form die ich herstelle immer anders das Wasser vom Schlucker zieht.also immer unregelmässig.

Vielleicht weis ja jemand von euch was ich falsch mache . Ich hoffe auf jeden fall das mir eventuell jemand helfen kann

Liebe Grüsse und noch schöne Ostern.

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Lana
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Registriert: Freitag 7. September 2012, 02:11

Re: Gips bzw Gipsform

Beitrag von Lana »

In Sachen Gips kann ich Dir wahrscheinlich recht gut helfen, da habe ich jahrelang erfahrungen gemacht.

Also: Modellgips, vorzugsweise Alabaster, wäre der richtige.
Ich gehe jetzt mal nicht auf DEINE Vorgehensweise ein, sondern beschreibe MEINE.

Wasser in der Menge in einen Eimer, die Du für Dein Vorgaben brauchst.
Da das meistens zu viel ist, solltest Du Dir gleich mal parallel was zurecht bauen, um die Reste für Gipsplatten zu verwenden, einen Holzrahmen z.B., den Du dann zum Schluss als Führung zum Abziehen (gerade Fläche) des überschüssigen Gipses verwendest. In den Resterahmen können solange der Gips nicht ausgetrocknet ist, mehrere Chargen übereinander gepackt werden.

Aber zurück zum Wesentlichen: Wasser ist im Eimer. dann solange Gipspulver rein, bis das Wasser zur Ruhe kommt (Gipsberg wird aus dem Wasser ragen). Dann rührst Du händisch mit einem Quirl die Sache zügig um - nicht zu lange, denn Gips kann auch "totgerührt" werden.
Außerdem beschleunigt die Rührerei das Abbinden. Also nur solange rühren, bis die trockene Substanz augenscheinlich verrührt ist.

Dann das Ganze durch ein Küchensieb in Deine Formvorrichtung gießen, durchaus mit der Hand oder einem Hilfsgeräte alles noch mal durchziehen.
Hierbei sollen alle Details erreicht und Luftblasen vermieden werden.
Das Sieb hat da eine ähnliche Funktion - Luftblasenvermeidung und Klumpen im Gips (dunkle, harte Stellen).

Solange der Gips, also nunmehr die Form, nicht warm wird, aber schon "steht", solltest Du die Form so bearbeiten, dass sie nahezu rund um Deinen Abformling den gleichen Wandabstand bekommt. Ziehklingen (Baumarkt) sind dafür ein gutes Werkzeug. Außerdem macht das die Form auch leichter.

Braune Flecken im Gips habe ich noch nie erlebt. Die Frage ist ja, was formst Du ab? Aus welchem Material sind Deine Modelle und was benutzt Du als Trennmittel?

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen.
Glauben und Sehen liegen beide oft falsch.

DeEl
Beiträge: 3
Registriert: Samstag 20. April 2019, 21:16

Re: Gips bzw Gipsform

Beitrag von DeEl »

Hallo Lana

erstmal vielen lieben Dank für deine Antwort.

Um präziser zu werden :

Ich mach mein Gips im Vakuum anmischgerät.

Ich rühre 2 min und sumpfe 2 min . Krone Modellgips gibt nur an das man kräftig und intensiv rühren muss. wenn ich weniger rühre dann habe ich Wasser an der Oberfläche .Gelesen habe ich das wenn sich wasser an der Oberfläche bildet entweder der Gips zu alt ist oder die Rührzeit zu kurz war.

Ich habe eben jedesmal verschiedene Bilder und zwar auf der gipsseite zum Holz bzw Plexiglas.

Manchmal reisst er manchmal hell und dunkle flecken manchmal braune flecken usw....
Manchmal ist das so das es an manchen stellen besser wasser zieht und an manchen stellen wenioger gut . Ich kriege eben keine gleichmässige wandstärke hin. Da frage ich mich ob eben der Gips schuld ist.

zum anderen Frage ich mich wie dick muss der gips sein damit ich wandstärken von 20 mm hinkriegen kann . ist es eher vorteilhaft dünne Gipsplatten zu haben oder eher dicke. Im hohlguss wie aich im Vollguss.

Mein Problem ist eben das ich keine gleichmässigen wandstärken hinbekomme und hinterfrage den gips. Ich habe ein paar bilder angehängt damit du dir mal ein besseres bild machen kannst. Trennmittel habe ich mal probiert und muss sagen das es eher schlimmer wird.

Trocknen tuh ich den gips auch bei 37°C für 1 Woche.

Kann es sein das der Gips zu alt ist und ich deswegen jedesmal andere ergebnisse bekomme ?
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DeEl
Beiträge: 3
Registriert: Samstag 20. April 2019, 21:16

Re: Gips bzw Gipsform

Beitrag von DeEl »

und noch ein bild…………
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Lana
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Registriert: Freitag 7. September 2012, 02:11

Re: Gips bzw Gipsform

Beitrag von Lana »

Was hält Dich davon ab, den Gips "OldSchool" anzurühren?
Was soll das VakuumDings bringen?
Ich kann mir nur vorstellen, dass es an Deiner Rührmethode liegt, dass da was nicht passt.
Alter Gips würde nicht einmal richtig abbinden.

Dein Krone Modellgips sieht außerdem verunreinigt aus (dunkle Punkte = Dreck?). Das stellst Du fest, indem Du mal mit einer Ziehklinge drüber ziehst.
Also diese dunklen Schlieren/Flecken sind nicht das Problem (aus der Ferne betrachtet). Hat der Gips unterschiedliche Konsistenzbereiche, bekommst Du das auch mit besagter Ziehklinge raus beim Drüberziehen.

Kauf Dir Alabaster Modellgips. Ist teurer, aber sauber. Und für den Formenbau gibt es nichts besseres.
Und dann tu Dir den Gefallen und rühr den richtig - ohne Vakuum - an, so, wie ich es oben beschrieben hatte.
Gut durchrühren, was auch immer Du dafür nimmst (ich bevorzuge Holzquirle).

Vielleicht ist aber auch Deine Grundmische nicht im richtigen Verhältnis, was den Formenbau betrifft (s.o.)?

Grunddsätzlich ist mir hier noch nicht ganz klar, was Du da für ein Projekt in Arbeit hast (Wandstärke im Gußverfahren mit 20 mm?)
Da muss die Gipsform verdammt viel Wasser aufnehmen können....
Ich habe kürzlich Teller im Vollguß hergestellt mit einer Scherbenstärke von 5-6 mm. Bis diese Form voll ausgegossen ist, also nichts mehr nachgegossen werden muss, vergeht schon mal gut und gerne 1 Arbeitstag. Bevor wir hier aneinander vorbei reden, wäre es hilfreich zu wissen, was es werden soll.

Thema Trennmittel: ich halte absolut nichts von dem Zeugs, was es zu kaufen gibt. Mag funktionieren - vielleicht - ich stelle mir das selber her.
Bei Interesse gibt's das Rezept.

Hatte ich was vergessen?
Gipsplatten....da sind die gemeint, die man z.B. zum Abstellen von Tonsachen benutzt.
Die Stärke ist abhängig von der Gesamtgröße, aber auch vom Vorhaben. Grundsätzlich reichen 2-2,5cm Stärken.

Gut, und dann mach doch einfach mal ein Bild von Deinem Gesamtprojekt. Kannst Du mir auch als PN schicken.
Ich kann dazu besser was sagen, wenn ich das nachvollziehen kann.
Glauben und Sehen liegen beide oft falsch.

edelweiß
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Registriert: Donnerstag 31. Januar 2008, 10:40

Re: Gips bzw Gipsform

Beitrag von edelweiß »

Hej!
Ich glaube auch, dass du dir mit dem Vakuumgerät keinen Gefallen tust und es besser ohne dieses Gerät versuchen solltest. Ich mache es fast genauso wie Lana. Zum rühren kleiner Mengen nutze ich Silikonteigschaber, ab ca. 2,5 Liter die Hand -deshalb glaube ich auch, dass 450 Umdrehungen viel zu schnell ist. Alles in allem ist wichtig, das sich auf der Oberfläche des Modells keine Blasen absetzen und das erreichst du auch durch die von Lana beschriebene Methode.
Generell ist Gips nicht besonders lange lagerfähig. Wenn der Sack dann auch nicht ordentlich verschlossen und/oder der Raum feucht ist, wird er schnell unbrauchbar. Ich besorge mir manchmal den Gips vom Boesner (Wasser : Gips ungefähr das was Lana sagt) und fahre gut damit.
2cm Scherbenstärke ist viel. Vielleicht eignet sich in dem Falle eher das Ein-/Überformen mit Tonlatten. Aber dafür müßte man mehr über das Projekt wissen...
Beste Grüße!

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