Artist in Residence/ USA

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whiti83
Beiträge: 9
Registriert: Samstag 4. Oktober 2014, 18:48

Artist in Residence/ USA

Beitrag von whiti83 »

Hallo,

kennt ihr das? Man macht und tut und produziert und fühlt sich in der Dauerschleife.. Irgendwas fehlt und man sehnt sich nach Input und nach Erweiterung und Austausch.
Ich werde dieses Jahr nach Pittsburgh reisen zur NCECA und mir hoffentlich frischen Wind mit nach Hause nehmen.
Schätzungsweise bekommt man da schon einige Ideen und Anregungen aber jetzt meine Frage an euch;
hat jemand schon mal ein Artist in Residence irgendwo gemacht, wie läuft das Konkret ( Erfahrungen) und hat jemand eine Idee wo man eine produktive, inspirative, lehrreiche "Auszeit" nehmen kann. Muss nicht unbedingt nur USA sein.
Ich bin Gesellin und habe eine Werkstatt seit ca. 6 Jahren.

Ich würde mich über viele verschiedene Gedanken freuen. :)

hille
Beiträge: 1092
Registriert: Donnerstag 24. August 2006, 10:29

Re: Artist in Residence/ USA

Beitrag von hille »

Grob gesagt gibt es drei Möglichkeiten. Man kann einen Artist in residence Aufenthalt als Teil eines Preises gewinnen, das ist wohl die Variante, die am schwersten zu erlangen ist. Zweitens kann man sich für so einen Aufenthalt bewerben, man sollte also am besten ein konkretes Projekt vorstellen können, das man während des Aufenthalts realisieren möchte. Ein AIR ist dann sozusagen ein Arbeitsstipendium.
Und dann gibt es Orte, wo man sich einfach einmieten kann, ich bekomme regelmäßig aus Vallauris Newsletter, die Werbung dafür machen. Ob man da überhaupt etwas anderes als genügend Geld vorweisen muss, keine Ahnung.

Was du von der Dauerschleife schreibst, ich weiß so genau, was du meinst. Es ist so schwer, in der eigenen Werkstatt aus dem Hamsterrad rauszukommen. Ich versuche es mit der Teilnahme an Workshops oder Kursen alle paar Jahre, allerdings finde ich es schwierig, als Nicht-Hobbymensch da was zu finden, was anspruchsvoll genug ist und was mich in meiner Arbeit wirklich weiterbringt. Echte professionelle Weiterbildung für Töpfer in Form von Seminaren ist selten. Und die Module, die in der Fachschule Höhr-Grenzhausen angeboten werden, wie soll man das machen, wenn man selbständig ist?

Ansonsten wüsste ich vielleicht ein kleines AIR für dich, sogar ein echtes, wo Unterkunft und Arbeitsmaterialien und Brennkosten von einem Sponsor getragen werden, nichts berühmtes, es dauert zwei Wochen und es ist in der Eifel. Aber wenn es dich interessiert, dann schreib mir eine PN und ich gebe dir die Adresse.

whiti83
Beiträge: 9
Registriert: Samstag 4. Oktober 2014, 18:48

Re: Artist in Residence/ USA

Beitrag von whiti83 »

Liebe/r Hille,

vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort.
Ja, anscheinend geht es vielen so, aber wenn ich die Neue Keramik lese, habe ich manchmal das Gefühl man ist der Einzigste der nicht mittendrin ist;-) haha, aber bin ja schon etwas beruhigt, dass es manch "Anderen" auch so geht.
Diese Sache mit den Kursen finde ich auch schon ganz gut, vorausgesetzt man findet etwas Passendes.

Soweit ich mich informiert habe mit AIR, habe ich das auch so mit den drei verschiedenen Möglichkeiten verstanden. Ich würde ja am liebsten nach Helena ins Archie Bray, habe gehört, das soll hervorragend sein, aber wahrscheinlich ist da die Auswahl auch entsprechend ... Aber ein Versuch ist es schon Wert.

Mhhh, ich habe tatsächlich das Gefühl hier in Deutschland und im deutschsprachigen Raum fehlt ein gewisses Netzwerk, habe das in Amerika anders erlebt. Hoffe ich bekomme da noch etliche Inputs.

Vielen Dank mit dem Tipp in der Eifel, aber mich zieht es weiter weg und ich würde gerne auch mehr Zeit "opfern"!

Dir viel Erfolg weiterhin, zwischen der Balance mit Arbeit und Austausch!
Grüsse aus Bayern

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