Nadelstiche in Glasur

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Flora75
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Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Flora75 » Sonntag 3. November 2019, 11:37

Hallo Ihr Lieben,

Ich habe einen Glasurbrand gemacht auf braunem Ton.
An sich ist das Geschirr sehr schön geworden, trotz der Nadelstiche.
Der Ton wurde dicht gebrannt.

Nun meine Feage:
Wenn ich über die Teller streiche, sie abspüle und abtrocknen, knistert das als wäre das Geschirr elektrostatisch aufgeladen.

Tut das dem Geschirr einen Abbruch, bzw. Kann da noch was passieren, also Glasur abplatzen oder so?

Danke vielmals für Eure Erfahrungen und

Maria Ortiz Gil
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Maria Ortiz Gil » Sonntag 3. November 2019, 22:51

Hallo Flora75

dieses Knistern das du beschreibst liest sich sehr geheimnisvoll. Da du Nadelstiche erwähnst: kann es nicht einfach sein, dass die relativ raue Glasurüberfläche Geräusche erzeugt, wenn man mit einem Lappen oder ähnlichem darüber geht? Dass Keramik elektrostatisch aufgeladen werden kann ist mir noch nie zu Ohren gekommen.
Gibt es hier Spezialisten im Forum, die irgendetwas darüber wissen?
Ich meine eher, dass die Wahrnehmung des Reibens auf der Oberfläche an elektrostatisches Knistern erinnert. Die feinen Fasern des Abtrockentuchs bleiben in den winzigen Kraterrändern der Nadelstiche hängen und erzeugen so ein Geräusch? pt pt pt pt.....

Nicht umsonst nimmt man für Geschirr am besten möglichst gut ausschmelzenden Glasuren, auch wenn neuerdings so ein "Steinzeitlook" modern geworden ist, krumme Teller, grau in grau und rau, das finden manche gerade ganz chick.
Schon mit dem Besteck auf einer rauen Glasur zu hantieren kann so knirschen, dass sich einem die Fußnägel hochkringeln und der Appetit vergeht.

Schönen Gruß
Maria

Maria Ortiz Gil
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Maria Ortiz Gil » Montag 4. November 2019, 01:49

Wahrscheinlich knistert deine Glasur, weil sie ein Kraquelee bekommt, also viele kleine Risse. Das wird es wohl sein.

Flora75
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Flora75 » Montag 4. November 2019, 12:58

Hallo zusammen,

ich muss Euch leider enttäuschen.

Die Oberfläche ist nicht rauh, auch nicht craquelique.

Sie fühlt sich glatt an, trotz der vielen kleinen Löchlein.

Selbst wenn ich mit den Fingern, bzw der Hand drüberreibe, knistert es
Es ist das typische Geräusch von elektr. Aufladung.

Kann da was passieren, wenn nicht alles vollständig glasiert ist durch die vielen Nadelstiche, Abplatzer oder so?


Danke Euch!!!!

Der-papui
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Der-papui » Montag 4. November 2019, 17:13

Hallo Flora!
Ferndiagnosen sind ja immer schwierig.... Wenn du eine glatte Glasur - trotz kleiner Nadelstiche - hast, die mit dem Scherben verbunden ist, knistert es nicht. Anfangs können kleine Glasbläschen allerdings noch kaputtgehen beim Darüberstreichen... Dann gibt es so etwas wie ein Knistergeräusch, das dann allerdings natürlicherweise weniger wird....
Vielleicht kannst du mal ein Bild hochladen? Am besten wäre ein Clip auf einer Filmchenplattform…
Der kalkspatz e.V. veranstaltet übrigens eine Reihe von Wochenendworkshops. Da findet ein toller Austausch zwischen interessierten Laien und Profis statt. Vielleicht wäre das auch mal was für dich!
Lieben Gruß !

Maria Ortiz Gil
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Maria Ortiz Gil » Montag 4. November 2019, 18:47

Also, vielleicht hat ja mal ein Spezialist für elektrische Aufladungen Lust sich dazu zu äußern.

Mir kommt das sehr merkwürdig vor, dass sich Keramik elektrisch aufladen können soll...
Wären dann die Isolatoren der Hochspannungsmasten und die Klemmen für die Ofenspiralen
aus Keramik? Wohl eher nicht...

Mit menschlichen Wahrnehmungen verhält es sich so: was man nicht kennt, nimmt man auch
nicht als das was es ist wahr.

Die Idee mit den winzigen Glasurbläschen die beim anfassen zerplatzen ist sicher nicht ganz
abwegig und scheint immerhin viel logischer als die Vorstellung einer elektrischen Aufladung,
man müsste diese Bläschen aber schon mit den Fingern irgendwie spüren.
Krakelee-Risse sind übrigens nicht immer sofort mit bloßem Auge sichtbar. Manchmal sieht
man sie nur, wenn Feuchtigkeit oder Fett oder Farbe dazu kommt.

Tja, ein großes Geheimnis?
Es wird wohl gelüftet werden können.

Schönen Gruß
Maria

atelierdgt
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von atelierdgt » Montag 4. November 2019, 18:53

Moin,
Knistergeräusche und Knacken kenn ich nur von niedrich gebrannten, nicht wirklich 100% dichter Keramik.
Hatten wir mal bei roten Kram nur für Weihnachten gebrannt bei 1160 .
Ebenfalls kam auch einfach die Glasur nicht zum Scherben passen...es ist immer schwer so etwas aus der Entfernung zu deuteln.
Lieben Gruß
Wer Rechtschreibfehler findet - darf sie behalten!!!!!

Migla
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Migla » Montag 4. November 2019, 21:33

Hallo , das deutet auf mangelnde Verträglichkeit von Glasur und Scherben hin, auf Spannungen in der Zwischenschicht, nicht passendem Ausdehnungskoeffizienten von Scherben und Glasur, das kann sich länger hinziehen und auch dann noch zu Abplatzern, Haarrissen bis zu Zerstörung des Objektes führen, u.U. kann die ganze Glasur abblättern. Der Härtetest ist kochendes Wasser.

Flora75
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Flora75 » Dienstag 5. November 2019, 19:25

Hallo zusammen,

Vielen Dank für alle Antworten.
Nachdem ich gestern mit einer Dame von bsz telefoniert habe, wg der Terracolor Glasur, habe ich alles nochmals mit einer dünnen Schicht überglasiert und nochmals gebrannt.

Gleiches Ergebnis

Ganz viele kleine Nadelstiche

Die stören optisch nicht. es knistert jedoch, sobald ich übers Gefäß streiche. Habe das auch meinem Mann vorgeführt, der auch zustimmte, dass es sich anhört wie eine elektrostatische Aufladung.

Auch den Härtetest hab ich gemacht. Wasser abgekocht, in eine Schüssel gefüllt und das Gefäß hineingelegt.

Ist nix passiert, es sind auch keinerlei Blasen oder Bläschen aufgestiegen, welche auf einen saugenden Scherben hindeuten könnten.

Ich gehe nun davon aus, dass es am braunen Ton liegt.
Denn auch mit 35nMinuten Haltezeit bei ca. 1070 Grad ist die Glasur nicht aufgeschmolzen.

Vll. Liegt das am Mann an, das einfach stark zu Ausgasungen führt?

Was kann ich tun, um Bäschen in translzcent, bzw. transparenter Glasur zu vermeiden.
Das ist ein weiteres Problem, auf das ich gestoßen bin.
Eine Schüssel hab ich geschliffen, also die Bläschen, nochmals glasiert und ebenfalls in den Ofen, ist dann prima aufgeschmolzen, bei der anderen sind nun mehr Bläschen als zuvor?

Yaki
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Yaki » Dienstag 5. November 2019, 20:10

Flora75 hat geschrieben:
Dienstag 5. November 2019, 19:25

Vll. Liegt das am Mann an, das einfach stark zu Ausgasungen führt?

?

Ursula28
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Ursula28 » Dienstag 5. November 2019, 21:20

Hallo Flora, mach doch mal ein Foto? Ursula

Maria Ortiz Gil
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Maria Ortiz Gil » Mittwoch 6. November 2019, 01:46

Hallo Flora,

du fragst:
Was kann ich tun, um Bäschen in translzcent, bzw. transparenter Glasur zu vermeiden.
Das ist ein weiteres Problem, auf das ich gestoßen bin.
Das Glas mancher transparenter Glasuren bekommt winzige Bläschen wenn es zu dick aufliegt. Die Glasur sieht dann an den Stellen wo dicke Tropfen sind oder auf dem Grund von Schalen wegen der vielen dicht beieinander liegenden Pünktchen, die die Bläschen bilden, leicht milchig aus.
Falls es das ist, musst du dünner glasieren. Die meisten Transparenten Glasuren lassen sich sehr dünn glasieren.

Wenn es aber Bläschen sind, die nicht innerhalb des Glaskörpers sind, sondern über dessen Oberfläche hinausragen, dann ist die Glasur wahrscheinlich zu hoch, bzw. zu lang gebrannt worden und aufgekocht.
35 Min. Haltezeit sind recht lang und normalerweise gar nicht nötig. 5 bis 10 Minuten reichen normalerweise aus.

Es ist sehr schwierig auf deine Fragen zu antworten, wenn man kein Bild von den Glasuren hat.
Wenn du Bilder einstellst, dann achte bitte darauf, dass man diese kleinen Details auch erkennt.

Schade, dass man nicht auch Sound-Aufnahmen einstellen kann, denn die von dir und deinem Mann vermutete elektrostatische Aufladung kann ich nach wie vor nicht glauben.
Es sei denn, dass jemand im Forum irgendetwas dazu sagen kann. Es wäre ein so seltenes Phänomen von dem man in "normalen" Keramikerkreisen noch nichts gehört hat.

Schönen Gruß
Maria

Migla
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Re: Nadelstiche in Glasur

Beitrag von Migla » Sonntag 10. November 2019, 15:11

Hallo, bei welcher Temperatur wurden die Sachen denn geschrüht? Das könnte bei der Suche nach den Ursachen für die Blasen wichtig sein. Die müssen aber nicht unbedingt mit dem hässlichen Knistern in Verbindung stehen. Da dürften eher Spannungen zwischen Glasur und Scherben eine Rolle spielen. Für den Test sollte nicht der Scherben ins kochende Wasser gelegt werden, sondern das Wasser sollte in das normal temperierte Gefäß gegossen werden. Innen heiß, außen kalt. Im schlimmsten Fall gibt es einen lauten Knack und 2 Teile. Gruß migla

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