keramik mit glas

Wieso, weshalb, warum ...
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Marion
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Registriert: Samstag 19. März 2005, 20:39

keramik mit glas

Beitrag von Marion »

Vor kurzem habe ich einige Keramikenteile gesehen, bei denen Glas und Glasuren miteinander verarbeitet wurden.
Kann mir jemand sagen, wie hoch der Glasurbrand dann sein muss ?
Geschrüht habe ich meine Teile bei 900°. Jetzt möchte ich diese Kombination mal bei einer Schale ausprobieren (also Glasteile auf den Boden und die Glasur an den Rand)
Wäre schön, wenn Ihr mir hier helfen könntet.

Bis bald
Marion
Regina
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Beitrag von Regina »

Hallo Marion,
Blaues, braunes und grünes Glas habe ich schon problemlos bei 950, 1050 und 1150°C mitgebrannt. Du musst nur bedenken, je höher die Temperatur, desto flüssiger das Glas. Aber vom Grund einer Schale kann es ja nicht weglaufen. Auf Ebenen müsste man Begrenzungen bauen.
Gelbes und gar rotes Glas darf auf keinen Fall zu hoch gebrannt werden, das tue ich nur in den Schrühbrand.

Liebe Grüße von der Ostseeküste,
Regina
Marion
Beiträge: 30
Registriert: Samstag 19. März 2005, 20:39

Beitrag von Marion »

Hallo Harry und Regina,
vielen Dank für Eure schnellen Antworten. Ich werde es mal mit meinen blauen Glasresten probieren. Sobald ich Ergebnisse habe,
lass ich wieder von mir hören.

bis bald
Marion
Ima
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Beitrag von Ima »

Hallo Marion,
habe gerade erst deine Fragen gelesen.

Ich habe mit Glasresten angefangen, die in der Schalenmitte dann zusammengeschmolzen sind. Das geht ganz gut, aber es kommt auch nichts Besonderes dabei raus.

Dann habe ich mir Fusingglas in verschiedene Farben gekauft und in graphische Formen geschnitten. Diese Schnipsel lege ich dann auf die Stelle, die dann das Glasdeco haben soll. (geht nur bei flachen Gegenständen) Sieht toll aus, z.B rotes oder blaues Glas auf heller Glasur.

Dann aber: Aufheizen bis 500 Grad, 30 Minuten halten, weiter bis 750, rasch abkühlen bis 550 und 1 Stunde halten. weiter sehr langsam runterkühlen und erst öffnen, wenn der Ofen ganz ausgekühlt hat.

Der Kauf von teuren Fusingglas lohnt sich! Fensterglas "glast aus", gibt trübe Stellen und feine Risse, diie sogar noch Monate später auftauchen können.

Gruß,
Ima
Ima
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Beitrag von Ima »

Sorry, bei 750 auch 30 Min. halten
Marion
Beiträge: 30
Registriert: Samstag 19. März 2005, 20:39

Beitrag von Marion »

Hallo Ima,
danke für den Tipp.
Momentan hab ich immer noch nicht genügend Teile fertig, um meinen Brand zu starten, hoffe aber, daß ich es bis Ende April schaffe, den Ofen
voll zu bekommen. Bis dahin und noch schöne Ostern wünscht Euch

Marion
tütche
Beiträge: 16
Registriert: Sonntag 6. Januar 2008, 16:44

keramik mit Glas

Beitrag von tütche »

Hallo Marion,
bin gerade auch beim Experimentieren mit Glas in Keramikschalen.

Möchte jedoch unbedingt gesinterte Schalen herstellen - sollen als Wasserschalen benutzt werden.
Hast du oder jemand anderes Erfahrung wie sich das Glas bei Temperaturen ab 1200 Grad verhällt?
Freue mich über Antworten

Gruß Tütche
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jane
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Beitrag von jane »

Hallo...

ich habe sowas schon ausprobiert, ich denke dass das Glas nach dem Brand und vieleicht auch später Risse bekommt...der Scherben ist nach dem Sintern dicht....aber für Gebrauchskeramik etwas fraglich weil sich Wasser seinen Weg sucht und mit der Zeit in die Risse fliesst...
das ist wie bei einer craquelee Glasur in einer tasse...man sieht nach einiger Zeit das man Tee oder Kaffee getrunken hat weil sich die farbstoffe im Tee oder Kaffee in den feinen Rissen absetzten... vielleicht mit der Zeit dann etwas unhygenisch wenn man da sehr penibel ist..!!!
:wink:

LG jane
hopfen
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Beitrag von hopfen »

Hallo
Glas bekommt mit ziemlicher Sicherheit Spinnennetzwerk Risse in Zusammenhang mit Keramik Massen.
Da hilft nur Materialpaare suchen probieren anpassen.
Glaub eine weitgehend spannungsfreie Anpassung klappt überhaupt nicht!
Zu unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten (WAK Werte) und Kurvenverläufe der beiden Werkstoffe.
WAK Werte des Glases ca 80 - 104 je nach Hersteller.
Glasfuser verschmelzen möglichts nur Gläser gleichen Wertes um Spannungsrisse zu vermeiden.
Mir bekannte fertige Tonmassen liegen bei ca. WAK 50 - 70.
Aber gerade diese Risse könnens spannend machen solang es nur Deco Teile sind.

Würd Glas ev. überhaupt auch erst in einen 3. Brennvorgang aufschmelzen bei ca 800 Grad.
Glas fängt sich ab ca 600 Grad merkbar an zu verformen.
Achja Glas ist ja eigentlich flüssig - flüssig ist halt relativ.
Erst fliesen die Kanten (Feuerentgraten) tja und bei so 1100 Grad verteilt sich Glas ganz dünn über die Keramik und kennt keine Grenzen mehr wenns sich wo ansaugen kann ;-)

Hatte in Zusammenhang mit dem Schrühbrand immer hässliche Oberflächen am Glas. Zusammenspiel mit Restdämpfen der Keramikmassen.
Ein weiteres Problem ist, das die Entglasung die im Keramikofen eher stattfindet da er zu langsam kühlt.

Die Heiz und Kühlkurven der Glasfuser kann man aus obigen Gründen eigentlich vergessen ;-)

Abkühlen würd ich in dem Fall ab 550 Grad ganz normal ev. 30 min - 1 h dort halten, da Risse sowieso programmiert sind.
Ansonsten währen von ca 550 bis 450 Grad (Glasabhängig) Kühlraten von 10 - 50 Grad pro h (je nach Größe) zu programmieren um Spannungsrisse zu vermeiden. (je langsamer der Kühlwert/h um so spannugsfreier - sicherer)

Empfehlung:
probieren probieren probieren ;-)

Nochwas:
Der Fließprozess (Ausformung) beim Glas hängt weitgehend vom Zusammenspiel Temperatur und Zeit ab. (höhere Temp = kürzere Zeit)



mfG
Horst
tütche
Beiträge: 16
Registriert: Sonntag 6. Januar 2008, 16:44

Beitrag von tütche »

Hallo,

vielen Dank für euere schnelle Antworten.
Werde mich an den Ratschlag halten und probiereren, probieren...

Von meinen Ergebnissen werde ich dann hier berichten.

Liebe Grüße

Tütche
grittigirasol
Beiträge: 11
Registriert: Donnerstag 10. Juli 2008, 12:56
Wohnort: Berlin

Beitrag von grittigirasol »

Hallo,

habe auch kürzlich das erste Mal mit Glas experimentiert. Ich habe mehrere kleine Übertöpfe gemacht und davon in zwei Glassteine gelegt. In den einen Topf legte ich 3 kleine Steine in einem dunkelblauen Ton, in den anderen Topf in einem türkisen Farbton, die Seiten bestrich ich mit Steinzeugglasur. Alles brannte ich bei 1230°C mit 20 min Haltezeit.

Das Glas war in beiden Töpfen ausgeschmolzen, wobei das türkise Glas mit Rissen durchzogen ist und das dunkelblaue Glas bis jetzt absolut rissfrei ist.

Also bin auch ich der Meinung, man muss es wirklich immer erst probieren, bevor man sich ans endgültige Werkstück damit rantraut. Es waren die gleichen Töpfe, die gleichen Glassteine (nur unterschiedliche Farben), der gleiche Brand und trotzdem ist das Ergebnis verschieden.

Viele Grüße
Grit
bimisi
Beiträge: 44
Registriert: Donnerstag 19. Juli 2007, 13:41
Wohnort: Bayern

Beitrag von bimisi »

Hallo Grit,

du sprichst von Glassteinen, sind dass so Glasnuggets die auch als Deko genommen werden oder Fusingglas?

Liebe Grüßle
Birgit
hopfen
Beiträge: 90
Registriert: Samstag 17. Dezember 2005, 10:32
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Beitrag von hopfen »

Hallo Grit,
1230 Grad .... Test bestanden ;-)

Bist nah dran ....
Versuch mal bei ca 500 Grad eine Haltezeit / Temperzeit 1 std einzubauen wenn Du keine Fusingsteuerung hast.

Deine Info bringt auch mich möglicherweise wieder ein Stück weiter.
Bisher hab ich nur qualifizierte Gläser mit bekanntem WAK verarbeitet.
Möglicherweise liegt jedoch einiges Billigglas mit bestimmten Farben und Herkunft (deine blaue Nuggets, Flaschenglas usw.) näher an unserer Materie.
Werd mir herumliegende Teile diesbezüglich mal vornehmen.

Daher wär es schön wenn du Details über die verwendeten Gläser , waren es diese nuggets? und den verwendeten Ton verrraten würdest.

Ob das Glas sich spannungsarm mit dem Ton verbunden hat lässt sich mit polarisiertem Licht testen.


mfG
Horst
Marion
Beiträge: 30
Registriert: Samstag 19. März 2005, 20:39

Beitrag von Marion »

Hallo an alle, die ebenfalls herumexperimentieren,

vielen Dank für Eure Antworten.
ich hatte vor ca. zwei Wochen mal blaues Flaschenglas ausprobiert.
Brennbereich von 1050° mit einer Haltezeit von 30 Minuten.
Leider ist die Fläche ebenfalls von Rissen durchzogen. Habe jetzt
ein Tipp bekommen, noch farblose Glasur darüberzugeben. Werde das
beim nächsten Mal so versuchen und hoffen, daß das Ergebnis besser wird.

Bis bald also

Marion
hille
Beiträge: 1124
Registriert: Donnerstag 24. August 2006, 10:29

Beitrag von hille »

Ich kenne noch die Möglichkeit, beim Raku Glasstückchen (auch so fertige, die es zu kaufen gibt), einfach in dem Moment, wenn man das Teil rausnimmt, auf die geschmolzene Glasur zu setzen. Das verbindet sich wohl ganz gut.
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